Pressemitteilung 2/2004

Pressemeldung von MANNdat e.V. zum Welt-AIDS-Tag am 01.12.04

Kritik an einseitiger AIDS Kampagne: Es gibt keine unwichtigen AIDS-Betroffene!

"Frauen helfen, Männer ignorieren - daran fühlten wir uns erinnert, als wir von der speziell für Frauen angelegte deutschen Kampagne gegen AIDS
anlässlich des diesjährigen Welt-AIDS-Tages hörten. Es erweckt den Anschein eines Desinteresses an Jungen- und Männergesundheit in Deutschland, wenn man AIDS als ein vorrangiges Frauenproblem suggeriere, der Immunschwäche, von der Männer in Deutschland ca. viermal so häufig betroffen seien als Frauen", so der Koordinator für Männergesundheit Dr. Bruno Köhler der geschlechterpolitischen Initiative MANNdat e.V., eines Vereins, der im Sinne der neuen Geschlechterpolitik - Gender Mainstreaming - auf die Benachteiligungsfelder männlicher Mitbürger aufmerksam machen will.
"Für eine spezielle Frauen-AIDS-Kampagne ist Geld da, für einen Männergesundheitsbericht nicht", kritisiert der Vertreter von MANNdat, "seit Jahren fordern u.a. viele Fachleute außer Frauengesundheitsberichten endlich auch einen Männergesundheitsbericht zu erstellen - vergeblich. Die
gesetzliche Krebsfrüherkennung beginnt bei Frauen ab 20, bei Männern ab 45, also einem Vierteljahrhundert später - obwohl mehr Männer an Krebs erkranken und sterben als Frauen. Und in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Sie lange suchen, bis Sie neben der
Frauengesundheitsdatenbank auch eine Männergesundheitsdatenbank finden. Es gibt nämlich keine."
Diese Einseitigkeit in der Gesundheitspolitik sei auch ein Grund für das schlechtere Gesundheitsbewusstsein der Männer, meint MANNdat: "Wenn man schon Jugendlichen durch solch einseitige Gesundheitsmaßnahmen suggeriert, dass Männergesundheit weniger wichtig sei, kann sich bei Männern natürlich kein ausreichendes Gesundheitsbewusstsein entwickeln."
Der Welt-AIDS-Tag solle genutzt werden, um Betroffenen zu helfen und auf deren Probleme  hinzuweisen - und zwar unabhängig vom Geschlecht. Wir kritisieren deshalb diese Einseitigkeit.

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