Antwort Bündnis 90/Die Grünen vom 12.07.05


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Vielen Dank für Ihre Mail vom 15.6.2005, in der Sie sich nach der Berücksichtigung der Belange von Jungen und Männern in der Politik erkundigen. Bündnis 90/DIE GRÜNEN setzen sich seit langem für Gender Mainstreaming in der Politik ein, also für die Berücksichtigung der Auswirkungen aller Maßnahmen auf Frauen und Männer und zwar auch bevor diese Maßnahmen in Kraft treten. Wir gehen davon aus, dass die Realität für Frauen und Männer unterschiedlich ist, denn das Leben von Frauen und Männern weist in den meisten Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens große Unterschiede auf. Die Zugehörigkeit zu einem biologischen Geschlecht ist eine prägende und wichtige gesellschaftliche Unterscheidung. Unser Grundsatzprogramm fordert den "Aufbruch in eine geschlechtergerechte Gesellschaft", die sowohl den Ansprüchen von Frauen wie auch den von Männern gerecht wird. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Rahmenbedingungen für diese Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen. Hierfür müssen soziale Zuschreibungen für Männer und Frauen dort aufgelöst werden, wo sie diese Gerechtigkeit behindern.

Auch die rot-grüne Bundesregierung hat Gender Mainstreaming zu einer wichtigen politischen Aufgabe bestimmt. Vielfache Maßnahmen wurden eingeleitet. So wird heute z.B. in der Kinder- und Jugendhilfe die Situation von Jungen und Vätern systematisch mit einbezogen und auch berücksichtigt oder neben Mädchen- auch Jungenarbeit gefördert. Ein anderes Beispiel ist das Gewaltschutzgesetz, das gegen jede Form von häuslicher Gewalt rechtlichen Schutz ermöglicht. Im Bereich Gesundheit hat Gender Mainstreaming zu einer geschlechtersensiblen Gesundheitsberichterstattung geführt, die sowohl Frauen wie Männer dezidiert in den Blick nimmt.

Bündnis 90/DIE GRÜNEN wenden sich gegen jede Form von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Wir sind der Meinung, dass die strukturellen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts Frauen immer noch sehr viel stärker behindern als Männer. Daher richten sich viele Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierung an Frauen.

Wir hoffen, Ihnen damit unsere Position erläutert zu haben. Weitere Informationen können Sie auch unserem Wahlprogramm entnehmen, das am Wochenende verabschiedet wurde.

Mit freundlichem Gruß

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Übersicht Korrespondenz

Männerpolitik der Parteien - Studie zur Bundestagswahl 2005
 
Antwort der FDP vom 4.7.05
 
Antwort von B90/Die Grünen vom 12.7.05
 
Antwort der SPD vom 28.7.05
Antwort von MANNdat an den SPD-Vorstand
 
Antwort der CDU/CSU vom 29.7.05
 
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