Wie die Politik Jungen zu Bildungsverlierern machte – 2

von Manndat
Wie die Politik Jungen im Bildungssystem zurückließ – 2

Schon in der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 2000 zeigte sich, dass Jungenbildungsförderung, insbesondere die Jungenleseförderung, eine große bildungspolitische Herausforderung darstellt. Im Jahr 2022 zeigte sich durch IQB-Studien, dass mehr als ein Drittel, in manchen Bundesländern sogar fast 50 Prozent der Jungen nach Ende der 9. Klasse eine Lesekompetenz besitzen, die nicht den Mindestanforderungen entsprechen. Das Verfehlen des Mindeststandards löst eine Kaskade von Problemen aus, die die Jugendlichen oft dauerhaft vom gesellschaftlichen Leben ausschließen:

  • Verlust der Ausbildungsreife: Moderne Ausbildungsberufe – selbst im Handwerk – verlangen das Verstehen von komplexen Anleitungen, Sicherheitsvorschriften und digitalen Systemen. Wer Texte nicht versteht, scheitert extrem häufig bereits in der Berufsschule oder findet erst gar keinen Ausbildungsplatz.

  • Mangelnde „Informationelle Selbstbestimmung“: Jugendliche, die den Mindeststandard verfehlen, können im Alltag wichtige Dokumente nicht eigenständig bewältigen. Dazu gehören Mietverträge, Beipackzettel von Medikamenten, Verträge für Mobilfunk oder behördliche Schreiben. Sie sind permanent auf fremde Hilfe angewiesen.

  • Eingeschränkte demokratische Teilhabe: Wer komplexe gesellschaftliche oder politische Zusammenhänge in Zeitungen, Berichten oder Wahlprogrammen nicht erlesen kann, läuft Gefahr, von fundierter politischer Information abgeschnitten zu werden. Das macht anfälliger für Desinformation und Populismus.

  • Erhöhtes Armutsrisiko: Der direkte Zusammenhang zwischen niedriger Lesekompetenz, dem Fehlen von Schulabschlüssen und prekärer Beschäftigung (oder dauerhafter Arbeitslosigkeit) ist statistisch massiv belegt.

In Teil 1 ging es um die Fakten zum Gender Education Gap und um die Entwicklungen seit den 70er Jahren bis zur Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzen (AGG), mit dem der Exekutive das mächtige Werkzeug an die Hand gegeben wurde, in einem Land, dessen Grundgesetz auf Menschenrechten basiert, Grundrechte ganzer Menschengruppen pauschal ganz bewusst einzuschränken, um die Zukunftsperspektiven von Menschen durch Zuweisung von Privilegierung und Benachteiligung gezielt in einem Ausmaß zu lenken, das die Freiheit und Perspektiven von Menschen lebenslang massiv nachhaltig prägen und einschränken kann.

Hier möchten wir nun die wesentlichen Akteure des Blockierens von Jungenbildungsförderung vorstellen.

Die Akteure des Blockierens: SPD und Grüne im Jahr 2010

Mit dem enormen Machtinstrument des legalen Diskriminierens ausgestattet, wurde das eigentliche Fundament für das heutige Zurücklassen der Jungen im Bildungswesen in der 17. Wahlperiode (2009–2013) unter einer CDU/CSU/FDP-Regierung zementiert. Dabei hatten die Union unter Merkel und die FDP das Thema „Jungen als Bildungsverlierer“ im Wahlkampf und zu Beginn der Wahlperiode groß plakatiert.

Nach dem Wahlerfolg versuchte die neu gewählte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) die Jungenkrise im Bildungssystem politisch anzugehen, Initiativen für jungenfreundlichere Pädagogik aufzulegen und mehr männliche Erzieher in Kitas zu bringen.

Gegen diesen Vorstoß formierte sich im Herbst 2010 eine aggressive Abwehrfront der Oppositionsfraktionen, die die Jungenbildungsförderung als direkten Angriff auf Frauenrechte definierten:

Das Jahr 2010 ist deshalb die Phase, in dem sich der Begriff der „Gleichstellungspolitik“ im parlamentarischen Raum verfestigte: Er wurde von der Politik fast ausschließlich als Instrument zum Abbau von Nachteilen für Frauen definiert, was eine symmetrische Betrachtung von Bildungsnachteilen bei Jungen systematisch ausschloss. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

So warnte Monika Lazar, damals frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, schon 2010 ausdrücklich vor einer Jungenförderung. (Schmollack, Lohre 2010)

Rechtfertigung für diese kaltschnäuzige Zurücklassen von Jungen im Bildungssystem im Rahmen einer nunmehr legalen „positiven Maßnahme“ war die Behauptung, dass Jungen trotz schlechter Bildungsabschlüsse die besseren Jobs bekämen. Die Absurdität dieser Behauptung wird durch ein Zitat aus dem Jahr 2009 von der damaligen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen aus 2009 belegt: „Von 227 000 Menschen, die im vergangenen Krisenjahr ihren Job verloren, waren nur 10 000 Frauen. Arbeit wird weiblicher, bunter, älter.“ Dies zeigt auch, dass schon 2009 politisch die Arbeitslosigkeit von Männern nicht mehr nur als Problem, sondern im Sinne einer „positiven Maßnahme“ als frauenpolitische Chance wahrgenommen wurde.

Mit ihrer strikten Ablehnung von Jungenbildungsförderung vertrat Monika Lazar die offizielle und geschlossene Parteilinie von Bündnis 90/Die Grünen. In der grünen Programmatik war und ist die Gleichstellungspolitik als Frauen- und Mädchenförderung quasi als Nullsummendenken verankert. Finanzmittel für die Bildungsförderung von Jungen wird als Kampf gegen Mädchenförderung (z. B. im MINT-Bereich) gesehen.

Auch Christel Humme (SPD) meinte, eine „Rolle rückwärts“ in der Geschlechterpolitik erkennen zu können, wenn diese das Augenmerk nunmehr auch auf Jungen und Männer richte. (Humme 2010) Mit Rolle rückwärts ist hier offensichtlich die Rolle rückwärts zu einer Chancengleichheit im Bildungssystem gemeint. Wir erinnern daran, dass schon 2010 etwa 30 Prozent weniger Jungen als Mädchen Abitur machten.

Christel Humme war im Jahr 2010 Sprecherin der SPD-Arbeitsgruppe Gleichstellungspolitik und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie vertrat mit ihrer Opposition gegenüber einer Jungenbildungsförderung die geschlossene Linie der SPD-Frauenorganisation (AsF). Eine weitere einflussreiche Stimme im Ausschuss war Caren Marks, die damalige familien- und gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

Maßnahmen der Frauenpolitik fristen ein Schattendasein. Hingegen wird eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik weiter ausgebaut. Die Bundesministerin hat Gleichstellungspolitik nicht verstanden.“ (Humme, Marks)

Dieses Zitat von Caren Marks und Christel Humme verdeutlicht exakt den Verteilungskampf um begrenzte Ressourcen und das Nullsummendenken in der Frauenpolitik. Jungenbildungsförderung wird als direkte Bedrohung für das Budget der Frauenpolitik gesehen. Jede finanzielle Zuwendung an spezielle Jungenbildungsinitiativen wird als falsches Verständnis von Gleichstellung gebrandmarkt

Humme war eine der zentralen Figuren im selben Bundestagsausschuss, in dem auch Monika Lazar saß. Aus dieser Position heraus gestaltete sie die parlamentarische Debatte und spiegelte die Haltung der SPD-Fraktion wider, finanzielle Mittel im Familienetat gezielt für Frauen- und Mädchenprojekte zu sichern, anstatt Geld auch für Jungen auszugeben.

Aufgrund dieser parallelen Rollen in der Gleichstellungs- und Familienpolitik des Bundestages arbeiteten Humme für die SPD und Lazar für die Grünen in den Ausschussberatungen des Jahres 2010 eng zusammen, um die von ihnen beschriebene Positionierung gegen eine isolierte Jungenbildungsförderung parlamentarisch zu vertreten.

Die Gewerkschaften als ideologische Schützenhilfe

Diese politische Abwehrfront wäre ohne die Schützenhilfe aus den Lehrerzimmern und gewerkschaftlichen Zentralen nicht denkbar gewesen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spielte in diesem Prozess eine unrühmliche Rolle. Anstatt als größte Bildungsgewerkschaft das dramatische Absinken der Leistungen von Jungen unideologisch zu bekämpfen, lieferte die GEW die theoretische Begründung, warum man Jungen eben nicht explizit fördern müsse.

Sie verlagerte das Problem des Gender Education Gaps zuungunsten der Jungen kurzerhand vom System auf den kleinen Jungen. Es handelt sich hierbei um eine klassische Strategie der Opfer-Täter-Umkehr (Victim Blaming), die strukturelle Diskriminierung und das pädagogische Versagen zu einem inhärenten Charakterfehler oder kulturellen Defizit der betroffenen Kinder erklärt.

Der Kern dieses Mythos besagt, Jungen schnitten bei der Lesekompetenz deshalb so schlecht ab, weil sie ein traditionelles, patriarchales Männlichkeitsbild verinnerlicht hätten, in dem Lernen und Lesen als „unmännlich“ gelten. Beispielhaft für diese soziologisierende Zuschreibung ist die Studie von Thomas Viola Rieske (2011), „Bildung von Geschlecht. Zur Diskussion um Jungenbenachteiligung und Feminisierung in deutschen Bildungsinstitutionen“, im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung, herausgegeben von „Frauen in der GEW“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Rieske stützt sich auf ältere Arbeiten (wie Budde & Venth 2010) und argumentiert, dass Jungen den schulischen Erfolg bewusst verweigern, um ihre Männlichkeit vor Gleichaltrigen zu schützen. Er führt aus, dass im Rahmen bestimmter Männlichkeitskonzepte das Signalisieren von Lernbedarf als Schwäche ausgelegt werde:

In einer solchen Situation ‚Lernbedarf zu signalisieren, wird als Zeichen von Schwäche ausgelegt‘, weshalb Lernen ‚an das weibliche Geschlecht delegiert und … im gleichen Atemzug abgewertet‘ wird“ (Rieske 2011, S. 65, mit Bezug auf Budde & Venth 2010).

Mit solchen Analysen entlastet sich die Bildungspolitik elegant von jeglicher Bringschuld. Wenn das Scheitern einer ganzen Gruppe primär in deren Peergroup-Kultur oder Identität begründet liegt, muss das System weder Lehrmethoden überdenken noch Ressourcen umschichten oder die mangelnde Passung des Grundschulunterrichts hinterfragen.

Wie absurd und moralisch fragwürdig diese Argumentation ist, wird bei der Betrachtung der Schutzbefohlenen deutlich. Ein sechs- oder achtjähriger Junge wählt seine Sozialisation nicht in einem Akt autonomer Willensbildung. Er reagiert lediglich auf die Impulse, Strukturen und Angebote seiner Umwelt. Ihn für das systematische Zurückbleiben bei der Lesekompetenz persönlich haftbar zu machen, ignoriert die fundamentale Machtasymmetrie zwischen Kind und staatlicher Institution. Es ist die primäre Aufgabe eines Bildungssystems, Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, und Lernangebote so zu gestalten, dass sie alle Geschlechter erreichen. Das kollektive Versagen einer Institution zur Privatsache der Kinder zu erklären, ist eine pädagogische und politische Bankrotterklärung.

Um diese Absurdität greifbar zu machen, genügt eine Analogie: Wenn in einer Schule die Hälfte der Kinder nicht schwimmen lernt, weil das Wasser eiskalt ist und adäquate Konzepte fehlen, käme niemand auf die Idee zu behaupten, die Kinder seien selbst schuld, weil sie eben ein historisch gestörtes Verhältnis zum Element Wasser pflegten. Man würde die Wassertemperatur anpassen und die Lehrmethoden reformieren.

Die Janusköpfigkeit und historische Kurzatmigkeit dieser Ausrede wird zudem durch die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung der 2020er-Jahre komplett entlarvt. Während Jungen im Bildungskontext jahrzehntelang für ein vermeintlich „traditionelles“, wehrhaftes oder physisch orientiertes Rollenverhalten sanktioniert und als „bildungsfern“ stigmatisiert wurden, vollzieht die Politik in außen- und sicherheitspolitischen Debatten gegenwärtig eine radikale Kehrtwende. Plötzlich wird gesellschaftlich und medial die Rückkehr zu klassischen Tugenden wie Wehrhaftigkeit, Resilienz und physischer Belastbarkeit gefordert – das tradierte Bild des Mannes als Beschützer und Krieger erfährt im Zuge der Debatten um eine allgemeine Dienstpflicht oder „Kriegstüchtigkeit“ eine Renaissance.

Dieser eklatante Widerspruch zeigt, dass das Rollenbild von Jungen kein starres, von ihnen selbst gewähltes Dogma ist. Es wird von Politik und Gesellschaft je nach geopolitischer und utilitaristischer Großwetterlage instrumentalisiert. Jungen werden somit in eine paradoxe Doppelbotschaft gedrängt: Sie sollen einerseits den Anforderungen einer defensiven Schulwelt entsprechen, in der ihre spezifischen Verhaltensweisen als Defizit gewertet werden, während dieselbe Erwachsenenwelt sie an anderer Stelle wieder in genau jene alten Schablonen pressen möchte.

Welcher Junge wird nicht mit dieser Verlogenheit konfrontiert? Als Kind wird man gerügt, wenn man mit einem Spielzeuggewehr auf Menschen zielt. „Das tut man nicht“. Und wenn man dann erwachsen geworden ist, kann es die Erwachsenenwelt dann nicht abwarten, dem frisch gewordenen Mann ein echtes Gewehr in die Hand zu geben, und sagt, dass wenn man nun mit diesem Gewehr auf Befehl nicht nur auf Menschen zielt, sondern diese umbringt, seine ureigenste Männerpflicht erfüllen würde.

In der Schule das gleiche. Man macht eine Schule für Mädchen und sagt „Junge, werde einfach wie Mädchen, dann passt das.“ Und mit 18 ist dann Schluss mit Mädchen. Da will man dann von den zu Mädchen erzogenen Jungen, dass sie gefälligst ihre uralte Männerrollenpflicht des Kriegers erfüllen.

Die Behauptung, das „Männerrollenbild“ sei die Ursache für die Krise der Lesekompetenz, dient also lediglich als reine Verantwortungsdiffusion. Sie bemüht einen pädagogischen Determinismus, um das Zurücklassen von Jungen im Bildungssystem im Rahmen „positiver Diskriminierung“ staatlicher Institutionen zu kaschieren. Indem man den Schwächsten der Kette die Schuld für ihr eigenes Zurückbleiben in die Schuhe schiebt, erteilt sich die Bildungspolitik selbst die Absolution für jahrelange Untätigkeit, ja sogar ihren hartnäckigen Kampf gegen Jungenbildungsförderung. Und die Zuweisung der Landesverteidigung als ausschließliche Männerpflicht zeigt, dass nicht Jungen auf alte Männerrollenbilder pochen, sondern die politisch Verantwortlichen auf diese nicht verzichten wollen. Wieder einmal hat man Jungen belogen.

Männerinteressenvertretung“ als Feigenblatt

Und dann gibt es noch die offizielle „Männerinteressenvertretung“, das Bundesforum Männer, gegründet in jenem Schicksalsjahr 2010, in dem Jungen endgültig ins Bildungsabseits geschoben wurden. Das Bundesforum Männer wird bis heute vom Frauenministerium finanziert. Und so verwundert es nicht, dass diese „Männerinteressenvertretung“ genau das macht, was die Frauenpolitik will, nämlich u. a. die Männertäter-Frauenopfer-Stereotype kolportieren und die Bildungssituation von Jungen verharmlosen. Und so stimmte auch die „Männerinteressenvertretung“ in den oben schon dargelegten Chor ein, dass gute Bildungsabschlüsse für Jungs und damit auch Jungenleseförderung überflüssig seien. Jungen bekämen ohnehin die besseren Jobs. Das jedenfalls suggerierte auch im Gleichklang mit der Frauenpolitik der damalige Vorsitzende des Bundesforums Männer. “Zurücktreten, bitte”, lautet der Titel des SPIEGEL Essays (48/2012) von Ralf Neukirch, der diese Pseudointeressensvertretung von Jungen messerscharf analysiert. Da heißt es z. B.:

Das „Bundesforum Männer“, das vom Familienministerium mitfinanziert wird, pflegt einen „geschlechterdialogischen Ansatz“ in der Männerpolitik. […] Dass mehr Mädchen Abitur machten, mehr Frauen einen Uni-Abschluss und noch dazu einen besseren als ihre Kommilitonen, „das ist noch kein Grund zum Wehklagen“, vertraute Rosowski [Martin Rosowski war der Vorsitzende des Bundesforum Männer, Anm. MANNdat] der Wochenzeitung „Freitag“ an. Schließlich landeten am Ende trotzdem mehr Männer in Führungspositionen.

Bezüglich der angeblich bessern Jobs, die Jungen trotz der schlechteren Bildungsabschlüsse bekommen würden, verweisen wir auf die o. g. Aussage von Ursula von der Leyen, die schon 2009 als damalige Arbeitsministerin der zunehmenden Arbeitslosigkeit von Männern positive Aspekte abgewinnen konnte.

Wenn Sie ein junger Mann sind, der erfolglos eine Arbeit sucht, oder wenn Sie Eltern von solchen Jungen sein sollten, ermuntern wir Sie, beim Bundesforum Männer nachzufragen, wo es denn diese besseren Jobs gibt, die Jungen nach dessen Ansicht angeblich bekommen würden. Die Antwort darauf werden wir hier gerne veröffentlichen, wenn Sie überhaupt eine Antwort erhalten. Denn, wie wir aus eigener Erfahrung immer wieder feststellen, ist die von der Frauenpolitik finanzierte „Interessenvertretung von Männern“ nicht sehr dialogfähig gegenüber der von ihr angeblich vertretenen Klientel.

Biologisierung als Ausrede: Die Verhöhnung durch die grüne Parteispitze

Wenn das Problem der Jungen (schlechtere Schulabschlüsse, signifikant niedrigere Lesekompetenz bei gleichem sozialem Status) nicht mehr totgeschwiegen werden konnte, flüchteten sich Spitzenpolitiker der Parteien, die eine Jungenbildungsförderung bekämpfen, in eine hochgradig entlastende, offene Diffamierung: die Biologisierung der Bildungsleistung. Was angeblich genetisch verankert ist, so das Kalkül, entzieht sich der Verantwortung von Politik und Didaktik.

Ein Höhepunkt dieser argumentativen Täter-Opfer-Umkehr fand am 9. November 2012 im Plenum des Deutschen Bundestages statt. Der damalige Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Trittin, rief in seiner Rede in Richtung der Regierungsbank:

Sie, Frau Merkel, wollen doch den Skandal fortsetzen: Sie wollen, dass das begabtere Geschlecht weiterhin ein Viertel weniger verdient als wir Männer. Das ist fatal.“

Als die Abgeordnete Kathrin Vogler (Die Linke) per Zwischenfrage wissen wollte, woran er diese Pauschalaussage über die Begabung festmache, offenbarte sich das ganze Ausmaß der politischen Arbeitsverweigerung. Trittin verwies zur Begründung schlicht auf die statistisch besseren Bildungsabschlüsse von Mädchen und jungen Frauen.

Wir wollen der Eigeneinschätzung von Herrn Trittin als minderbegabtes Wesen keinesfalls widersprechen. Aber er sollte nicht pauschal von sich auf andere Jungen und Männer schließen. Das ist der eigentliche Kern des Etikettenschwindels: Die empirisch belegte strukturelle Diskriminierung im Schulsystem wurde von der grünen Führungsspitze einfach verschwiegen. Trittin, Mitglied einer Partei, die Jungenbildungsförderung kategorisch abgelehnt hat, verschwieg, dass Jungen bei exakt gleicher Schulleistung im Schulalltag nachweislich schlechtere Noten von den Lehrkräften erhalten. Er unterschlug, dass einer immensen, staatlich hochsubventionierten MINT-Förderung für Mädchen überhaupt kein exklusives Pendant zur Leseförderung für Jungen gegenüberstand.

Wenn man Mädchen fördert und Jungen nicht fördert und wenn man Jungen bei gleichen Schulleistungen schlechtere Noten gibt, dann resultieren die besseren Schulabschlüsse zumindest teilweise aus dem Missbrauch der Machtasymmetrie der Bildungspolitik einschließlich ihrer legalisierten Macht zur „positiven Diskriminierung“ gegenüber dem kleinen Jungen. Stattdessen wurde das institutionell erzeugte Zurückfallen von Jungen zu einer naturgegebenen Minderbegabung uminterpretiert – eine zynische Rechtfertigung, um das selektive System aus der Verantwortung zu nehmen.

Mit dieser biologistischen Schuldumkehr wurde das strukturelle Problem zur unbeeinflussbaren Naturkonstante umgedeutet. Jungen waren laut der grünen Führungsspitze schlicht „von Natur aus“ weniger fähig – ein bequemes Argument, um keine zusätzlichen Ressourcen für gezielte Leseförderung aufwenden zu müssen und das Schulsystem nicht an die biologischen Entwicklungsstufen von Jungen anpassen zu müssen.

Die administrative Mogelpackung: Einseitige Förderarchitektur

Während die Leseschwäche von Jungen als „individuelles Verhaltensproblem“ abgetan wurde, schuf man für Mädchen eine hochprofessionelle, staatlich finanzierte Lobby- und Förderinfrastruktur. Bereits ab 2008 wurde unter Federführung des Bundesbildungsministeriums der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen („Komm, mach MINT.“) gestartet – ausgestattet mit Millionenetats, exklusiven Mentoring-Programmen und Mädchen-Technik-Tagen.

Ein geschlechtsneutraler Ansatz hätte verlangt, ein ebenso kraftvolles, bundesweites Äquivalent zur Leseförderung für Jungen ins Leben zu rufen. Doch ein solcher Schritt wurde im Zuge des Gender Mainstreamings gezielt blockiert. Stattdessen wurden die im Gesetz (§ 5 AGG) verankerten „positiven Maßnahmen“ zu dauerhaften und einklagbaren Frauenprivilegien verfestigt. Die Landesgleichstellungsgesetze wurden so formuliert, dass Gleichstellungsbeauftragte per gesetzlichem Mandat ausschließlich für die Förderung von Frauen zuständig sind – Männer und Jungen haben in dieser Bürokratie bis heute kein gesetzliches Gehör.

Das Einknicken von CDU/CSU und FDP: Keine Todfeinde nötig

Letztlich tragen aber die damaligen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP die Hauptverantwortung für das Unterlassen der Jungenbildungsförderung nach 2010. Wie schon erwähnt, hatten sie im Wahlkampf groß angekündigt, etwas für Jungen tun zu wollen. Und sie besaßen die parlamentarische Mehrheit, um flächendeckende, jungenfokussierte Leseprogramme oder Reformen in der Grundschulbenotung gesetzlich zu verankern.

Anstatt ihre Vorhaben gegen den lautstarken Widerstand von SPD, Grünen, Gewerkschaften und dem sonstigen feministischen Mainstream durchzusetzen, knickte die schwarz-gelbe Koalition handwerklich und politisch ein. Der ursprüngliche Entwurf im Koalitionsvertrag lautete:

Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und dabei insbesondere die Bildungs- und Entwicklungschancen von Jungen und Männern verbessern, ihre Lebensentwürfe erweitern und neue Perspektiven eröffnen.“ (Meiritz 2009)

Im offiziellen Koalitionsvertrag hieß es dann allerdings nur noch:

Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und bereits bestehende Projekte für Jungen und Junge Männer fortführen und intensivieren. Damit eröffnen wir ihnen auch in erzieherischen und pflegerischen Berufen erweiterte Perspektiven.“ (Bundesregierung 2009, S.74/132)

Das Thema wurde auf symbolische Initiativen (wie den „Boys’ Day“) oder kleinere Diskussionsrunden reduziert, während die strukturelle Diskriminierung im Schulalltag unangetastet blieb.

Im Gegenteil, ein anderes Ereignis zeigte die geringschätzige Einstellung der Regierungsparteien zu den Grundrechten von Jungen. Im Frühjahr 2012 bewertete das Landgericht Köln die rituelle Beschneidung eines minderjährigen Jungen aus religiösen Gründen als rechtswidrige Körperverletzung. Merkel sprach am 16. Juli 2012 im CDU-Vorstand ein Machtwort: „Wir machen uns ja zur Komikernation, wenn wir das nicht regeln.“ Noch im selben Jahr verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Gesetz, das Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung, selbst nicht religiös motiviert, selbst von Nichtmedizinern, zulässig sei. So weit war die Jungenfeindlichkeit mittlerweile in der CDU/CSU 2012 schon gediehen. Wer sich für den Schutz von Jungen vor Körperverletzung einsetzte, wurde kurzerhand als „Komiker“ diffamiert und so aus der Debatte ausgegrenzt.

In diesem historischen Moment zeigte sich, dass das verfassungsmäßige Grundrecht von Jungen auf körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) im politischen Abwägungsprozess weniger wog als Lobby-Interessen.

So waren es im Jahr 2012 ausgerechnet die CDU/CSU und FDP, die sich am vehementesten für die Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Bescheidung einsetzten. Die Parteien, die sich im Wahlkampf noch so stark für Jungen einsetzen wollten, haben sie am Ende sogar noch ans Messer geliefert. Wer als Junge solche Fürsprecher hat, braucht keine Todfeinde mehr. Ein Jahr später hat das gleiche Parlament jede Form von Mädchenbeschneidung kategorisch verboten und unter Strafe gestellt. Und dies, obwohl eine Studie mittlerweile unzweifelhaft zeigt, dass die Gründe sowohl für die männliche als auch die weibliche Beschneidung weltweit die gleichen sind, nämlich Religion, Tradition und Gewohnheit (James L. Nuzzo). Die Ergebnisse ergänzen die Belege für eine männliche Empathielücke bei den politisch Verantwortlichen.

Das Jahr 2010 und die unsägliche Legislaturperiode der CDU/CSU/FDP-Regierung von 2009 bis 2013 dokumentiert somit das historische Versagen einer Regierung, die das Problem zwar rhetorisch benannte, aber nicht den politischen Willen und die Courage aufbrachte, sich für die Belange von Jungen gegen einen aggressiven Widerstand der Opposition durchzusetzen.

Und es liefert uns allen ein eindrucksvolles Beispiel, dass man Politik nie daran messen darf, was sie sagt, sondern daran, was sie tut. Das kann, wie am Beispiel der CDU/CSU/FDP-Regierung 2009 bis 2013 gesehen, am Ende sogar auf das völlige Gegenteil von dem hinauslaufen, was man versprochen hat.

Politik und Forschung haben „verschlafen“

In der Bundestagsdrucksache Az.: WD 8 – 3000 – 068/15 aus 2016 heißt es:

Bereits für den Beginn der 1990er-Jahre lässt sich anhand der Daten der allgemeinen Bildungsstatistik belegen, dass für Jungen Nachteile gegenüber Mädchen im Bildungssystem Deutschlands bestehen, und nichts dagegen spricht, dass sich dieser Befund auch für die 1980er-Jahre replizieren lässt. Tatsächlich ist unbekannt, wann genau die z. B. von Dahrendorf in den 1960er-Jahren konstatierten Bildungsnachteile von Mädchen ausgeglichen waren und sich in Bildungsvorteile verkehrt haben. […]. Fest steht, dass diesbezüglich – auch von Ungleichheits- und Bildungsforschern – eine Entwicklung regelrecht verschlafen wurde.“

Unsere Ausführungen haben gezeigt, dass man nichts „verschlafen“ hat. Man war sich der Bildungsdiskriminierung von Jungen durchaus bewusst, hat sie aus Gründen der „positiven“ Diskriminierung aber beibehalten. Und auch nach der Bundestagsdebatte 2016 hat man nichts geändert. Man die Akte geschlossen und – um in Jargon der Bundestagsdrucksache zu bleiben – einfach „weitergeschlafen“.

Das moralische Paradoxon der Gegenwart

Dieser Etikettenschwindel, mit dem Konzept des „Gender Mainstreamings“ eine neutrale Geschlechterpolitik zu etablieren, die bei jeder staatlichen Maßnahme die spezifischen Lebenslagen beider Geschlechter systematisch prüfen sollte, setzt sich heute in der Wehrpflichtdebatte nahtlos fort. Selbst Feministinnen und progressive Politikerinnen, die im zivilen Leben jede traditionelle Geschlechterrolle als „toxisch“ bekämpfen und Ergebnisgleichheit bei Spitzenposten einfordern, fallen im Ernstfall sofort auf die ältesten patriarchalischen Rollenbilder zurück, wenn es für ihre Klientel bequem ist. Dass der Staat im Verteidigungsfall die Pflicht zur Aufopferung des eigenen Lebens exklusiv Männern aufbürdet, wird vom institutionalisierten Feminismus schweigend geduldet oder opportunistisch unterstützt. Den jungen Männern, denen der Staat einseitig den Generationenvertrag gekündigt hat, indem er sie in der Bildung zurücklässt, wird nun die alleinige Pflicht auferlegt, diesen sie benachteiligenden Staat mit ihrem Leben zu verteidigen. Das ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten.

Und hier schließt sich auch der Kreis zum Zurücklassen von Jungen im Bildungssystem. Für einen Menschen, der qua angeborenem Geschlecht ab 18 Jahren für das Verrecken im Schützengraben vorgesehen ist, wird man nicht viel Aufwand in seine Bildung stecken.

Fazit

Die spezifischen Bedürfnisse und Schutzrechte von Jungen werden politisch oft ignoriert oder gegenüber anderen Interessen hintangestellt. Es fehlt an einer breiten gesellschaftlichen Sensibilität dafür, dass auch Jungen strukturelle Benachteiligung und Gewalt erfahren können. Die Schieflage im Bildungssystem zuungunsten der Jungen ist dafür ein Beispiel. Sie ist das Ergebnis einer Geschlechterpolitik, die Symmetrie und Fairness versprochen hat, aber von Akteuren wie SPD, Grüne, Gewerkschaften, CDU/CSU und FDP, ja sogar von einer angeblichen „Männerinteressenvertretung“ als Instrument einer einseitigen Interessenpolitik missbraucht wurde.

Deshalb wäre es verkehrt, Jungen nur als Bildungsverlierer zu bezeichnen. Zutreffender wäre, sie als Bildungszurückgelassene zu bezeichnen. Denn am Fall des Bildungsniveaus der Jungen ins Bodenlose sind nicht die Jungs schuld. Er hat Gründe und Verantwortliche, die wir hier klar benannt haben.

Wenn junge Männer sich heute in Scharen von den etablierten Parteien abwenden und diesem System das Vertrauen entziehen, ist das kein Rätsel – es ist die logische Quittung für eine Politik, die Jungen über Jahrzehnte hinweg die „Arschkarte“ zugeschoben hat und bis heute nicht gewillt ist, daran irgendetwas zu ändern.

In Teil 3 werden wird die Historie, wie die Bildungspolitik Jungen zurückließ, nochmals zum Überblick in Tabellenform präsentieren.

Quellenverzeichnis
  • Plenarprotokolle des Deutschen Bundestages (17. Wahlperiode):

  • Plenarprotokoll 17/205 vom 09. November 2012: Rede von Jürgen Trittin (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen), S. 24893 ff., inklusive der Zwischenfrage von Kathrin Vogler (Die Linke).

  • Sitzung vom 12. Dezember 2012: Namentliche Abstimmung über den Gesetzentwurf der Bundesregierung „Entwurf eines Gesetzes über die Umfang der Sorge der Eltern bei der Beschneidung des männlichen Kindes“ (§ 1631d BGB), Drucksache 17/11295.

  • Bundestagsdrucksachen, Koalitionsverträge & Ausschussprotokolle:

  • Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (17. Wahlperiode): Wortprotokolle der Haushaltsberatungen zum Einzelplan 17 (Herbst 2010), insbesondere die Debatten zur Umverteilung von Finanzmitteln zwischen Jungenarbeit und Frauenprojekten.

  • Bundestagsdrucksache Az.: WD 8 – 3000 – 068/15 aus 2016 „Benachteiligung von Jungen im Bildungswesen“ Aktenzeichen: WD 8 – 3000 – 068/15 (Abschluss der Arbeit: 12. Oktober 2015 Fachbereich: WD 8: Umweltschutz, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung)

  • Gewerkschaftliche Beschlüsse & Positionspapiere:

  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) – Hauptvorstand: Beschluss vom 05. März 2011: „Benachteiligte Jungen – übermächtige Frauen? Positionspapier zur aktuellen Debatte um Jungenbenachteiligung, Feminisierung der Bildung und Geschlechtergerechtigkeit“.

  • Frauenpolitikerinnen in der GEW (Februar 2010): Ergebnispapier „Bildungserfolge für Jungen durch mehr Männer in Lehrberufen!?“, Frankfurt am Main.

  • Rieske, Thomas Viola (2011): Bildung von Geschlecht. Zur Diskussion um Jungenbenachteiligung und Feminisierung in deutschen Bildungsinstitutionen. Eine Studie im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung, Frankfurt am Main: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

  • (Humme, Marks) Pressemitteilung der frauenpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks und der Sprecherin der Arbeitsgruppe Gleichstellungspolitik Christel Humme (Stand 09.09.2011); https://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/gleichstellungspolitik-fehlanzeige-bundesregierung

  • Medienberichte & Interviews:

  • Ich bin die erste Frau“. Homepage des BMAS Ursula von der Leyen im Interview mit der FAS vom 20. Dezember 2009. http://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Interviews/interview-von-der-leyen-fas-1209.html (Abruf 30.12.2011)

  • Schmollack, S.; Lohre M.(2010) „Neue Männerpolitik braucht das Land“, TAZ vom 12.10.2010;

  • Humme, C. (2010) „Kristina Schröder macht eine Rolle rückwärts“, Veröffentlicht am 09.11.2010 auf der Homepage Christel Humme

  • Neutzling, R. (2005): Besser arm dran als Arm ab. In: Rose, L./Schmauch, U. (Hrsg.): Jungen – die neuen Verlierer? Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag, S. 75 (Cornelißen-Zitat)

  • Meiritz, A. (2009) „Neue Regierung will Männer emanzipieren“ in Spiegel online 16.10.2009, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,655309,00.html , Abruf 02.12.2010

  • Krabel, J. (1998): Müssen Jungen aggressiv sein? Ohne Angabe der Auflage: Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr

  • Schmauch, U. (2005): Was geschieht mit den kleinen Jungen? – Ein persönlicher Blick auf die Entwicklung des Jungenthemas von den 70er Jahren bis heute. In: Rose, L./Schmauch, U. (Hrsg.): Jungen – die neuen Verlierer? Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag, S. 29.

  • https://www.tagesanzeiger.ch/wir-machen-uns-sonst-zur-komikernation-871547384921, Merkel: „Wir machen uns ja zur Komikernation“ Abruf 16.6.2026

  • Wissenschaftliche Grundlagen & Datenbasen (Referenzen der Debatte):

  • https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/571232/welcher-anteil-junger-frauen-und-maenner-erlangt-das-abitur/, Abruf 22.6.2026: Abiturzahlen von 1950 bis 2024

  • Stanat, P. et al. (2022): IQB-Bildungstrend 2021. Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich. Waxmann-Verlag (Nachweis des herkunftsunabhängigen Gender-Gaps beim Lesen).

  • Diefenbach, Heike (2010): Jungen – die „neuen“ Bildungsverlierer. In: Quenzel, G./Hurrelmann, K. (Hrsg.): Bildungsverlierer. Neue Ungleichheiten. VS Verlag für Sozialwissenschaften.

  • MANNdat e.V. (2006): Studie über die Berücksichtigung jungenspezifischer Belange in den für Bildung zuständigen Ministerien in Deutschland, www.manndat.de/fileadmin/Dokumente/Bewertung_Bildungsministerien.pdf (Abruf: 21.7.2007)

  • https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2023/PD23_34_p002.html: Männeranteil Kitas

  • https://manndat.de/feministische-mythen/fake-wissenschaft-zum-frauentag-diesmal-wissenschaftszentrum-berlin-fuer-sozialforschung-wzb.html; kinderlose Frauen bei Bewerbungsgesprächen bevorzugt, Väter benachteiligt

  • James L. Nuzzo: „Male circumcision’ and ‘female genital mutilation’: why parents choose the procedures and the case for gender bias in medical nomenclature“, The International Journal of Human Rights, Volume 27, 2023, Issue 8, S. 1205-1228; Onlineveröffentlichung am 20 Apr 2023; https://doi.org/10.1080/13642987.2023.2199202 oder https://www.tandfonline.com/action/showCopyRight?scroll=top&doi=10.1080%2F13642987.2023.2199202; jeweils Abruf 1.10.2024

    Gesetzestexte:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): § 5 (Zulässigkeit positiver Maßnahmen) [3].

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1631d (Beschneidung des männlichen Kindes).

  • Bundesregierung (2009): Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP 2009

    Über Politiker:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): § 5 (Zulässigkeit positiver Maßnahmen) [3].

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 1631d (Beschneidung des männlichen Kindes).

  • https://www.bundestag.de/webarchiv/abgeordnete/biografien19/L/lazar_monika-521516; Abruf 16.06.2026

  • https://www.spdfraktion.de/abgeordnete/humme?wp=17; Abruf 16.06.2026

  • Jürgen Trittin (Die Grünen) in einer Bundestagsrede am 9.11.2012

  • https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2023/PD23_34_p002.html: Männeranteil Kitas

  • https://manndat.de/feministische-mythen/fake-wissenschaft-zum-frauentag-diesmal-wissenschaftszentrum-berlin-fuer-sozialforschung-wzb.html; kinderlose Frauen bei Bewerbungsgesprächen bevorzugt, Väter benachteiligt

  • James L. Nuzzo: „Male circumcision’ and ‘female genital mutilation’: why parents choose the procedures and the case for gender bias in medical nomenclature“, The International Journal of Human Rights, Volume 27, 2023, Issue 8, S. 1205-1228; Onlineveröffentlichung am 20 Apr 2023; https://doi.org/10.1080/13642987.2023.2199202 oder https://www.tandfonline.com/action/showCopyRight?scroll=top&doi=10.1080%2F13642987.2023.2199202; jeweils Abruf 1.10.2024

  • https://www.louiseottopeters-gesellschaft.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Digitalisate_LOUISEen/L31/04-Gru%C3%9Fwort_Monika_Lazar.pdf; Abruf 16.06.2026

 

Quelle Beitragsbild: KI-generiert mit Google Gemini

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte beachten Sie, dass Kommentare mindestens 5 und höchstens 1500 Zeichen haben dürfen.

Zitate können mit <blockquote> ... </blockquote> gekennzeichnet werden.

Achtung: Wenn Sie einen Kommentar von einem Smartphone verschicken, wird der Text manchmal von der Autofill-Funktion des Smartphones durch die Adresse ersetzt. Wenn Sie den Kommentar absenden, können wir den originalen Text nicht wiederherstellen.

Niemand mag Pop-ups!

Aber immerhin stehe ich nicht mitten auf der Seite. Wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden wollen, tragen Sie sich hier ein. Es lohnt sich!

Ihre Daten sind sicher! Die Email verwenden wir nur für den Newsletter. Sie können sich jederzeit abmelden.