Achtung, geistige Tiefflieger von links!

von MANNdat

Angriff auf den CAMPUS der Bundeswehrhochschule München

Die SPD dürfte bald unter die 5 %-Hürde rutschen, wenn es so weiter geht. 2009 hätte sie mit ca. 23 % Stimmenanteil schon fast von den vereinigten Links-Grünen überrundet werden können. Aber bezogen auf die 70 % ige Wahlbeteiligung kann sie sich immerhin noch einer Zustimmung von satten 16 % der Wahlberechtigten erfreuen…

Was kann man tun, wen man dermaßen miserabel dasteht? Ganz einfach. Man versucht, die anderen schlecht zu reden, damit man zumindest dem Anschein nach etwas besser dasteht. So muss man sich dieses wahnhaft-hysterische Austeilen nach rechts wohl erklären: als das wilde Strampeln und Umsichschlagen einer Ertrinkenden!

MANNdat hatte sich aus gegebenem Anlass bereits hier solcher Praktiken angenommen, namentlich den seltsamen Hervorbringungen der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Ein neuer Fall zeigt nun, dass es sich bei den von MANNdat kritisierten Vorgängen nicht etwa um einzelne Entgleisungen von linken Steigbügelhaltern des Feminismus aus dem SPD-Umfeld handelt.

Die Bevorzugung von Frauen in der Bundeswehr

Das Militär, als Zwangsdienst schon immer ausschließlich Männern vorbehalten, ist eine der großen Baustellen, mit denen sich MANNdat befasst. Auch nach dem Wegfall, genauer: der Aussetzung der Wehrpflicht für Männer, bleibt genug zu tun, denn Benachteiligungen von Männern in der Truppe haben durch den Einzug einer Handvoll Frauen zugenommen: Bevorzugungen von Frauen bei Einstellung, Beförderungen, Leistungsprüfungen oder bei Laufbahnwechsel. MANNdat hat dieses Thema bereits hier aufgegriffen.

Dass sich die Studentenzeitschrift CAMPUS der Münchner Bundeswehr-Universität mit diesen Themen beschäftigt, ist eine nachvollziehbare und gute Entscheidung der Redaktion mit Chefredakteur Martin Böcker, denn die Soldaten, die dort studieren, sind natürlich an vorderster Linie von solchen Fragen betroffen. Die aktuelle Ausgabe 01/11 ist auch über dieses Thema hinaus sehr lesenswert, weil sie Einblicke zu den Problemen der studierenden Soldaten gibt.

Ein nettes Fundstückchen bietet z. B. das unter dem Titel „Ossifizierung?“ wie folgt angekündigte Interview: „Der Historiker Michael Wolffsohn nutzt markige Begriffe, um seinen Thesen Gehör zu verschaffen. CAMPUS hat sie hinterfragt und auch andere interessante Antworten bekommen.“ Daraus ein kleiner Ausschnitt:

CAMPUS: Die Rekrutierung von Frauen habe einen humanisierenden Effekt auf die Bundeswehr, schrieben Sie neulich in der WELT. Wie äußert sich dieser Effekt und welchen Kampfwert hat er? Wolffsohn: Im weniger rauen Ton und Stil. CAMPUS: Warum sollte die Verweichlichung von Ton und Stil für eine Armee im Krieg von Vorteil sein? Wolffsohn: Humanisierung ist keine Verweichlichung. Es geht nicht darum, die Ausbildung physisch und psychisch zu verweichlichen, sondern die Frauen als soziales und kommunikatives Korrektiv in den Streitkräften zu nutzen.

„Frauen als soziales und kommunikatives Korrektiv in den Streikräften“. Amüsant! Frauen als Erzieherinnen in der Kinderschule der Nation? Aber nicht darüber gab es Beschwerden. Vielmehr über die Fragen von CAMPUS-Redakteur Felix Springer. Wagt er es doch tatsächlich, den Kampfwert von Frauen zu thematisieren. Ts, ts, ts! Weiß er nicht, dass der per Gleichstellungsgesetz vorgeschrieben ist?

Noch mehr heuchlerische Aufregung gab es über die Rubrik „Forum“ mit einer Gegenüberstellung pro (Fabian Vocilka) und contra (Felix Springer) „Frauen in der Bundeswehr“. Eine solche Darstellung unterschiedlicher Positionen ist zwar ein durchaus gängiges und vom CAMPUS hier sehr achtbar praktiziertes journalistisches Format. Aber das schützt nicht vor Herabwürdigungen einzelner Aussagen als „krude“ und „frauenfeindlich“ durch linke Sektierer.

„Frauen gehören in die Bundeswehr. Punkt.“

Es ist nicht zu verhehlen, dass der Beitrag von Vocilka aus unserer Sicht überaus dümmlich ist. Er sagt: „Man könnte annehmen, eine Diskussion über die Frau in den Streitkräf­ten habe sich erübrigt. Jedoch finden sich immer noch Kameraden, die entweder nicht mit der Realität umgehen können oder aber in martiali­schen Geschlechtervorstellungen gefangen sind. Frauen gehören in die Bundeswehr. Punkt.“ Wer so einsteigt, signalisiert deutlich, wie wenig ihn Argumente interessieren und hat im Grunde des Recht zur Teilnahme an einer Debatte bereits verwirkt.

Aber darum soll es nicht gehen. Es heißt „CAMPUS kontrovers“, und da haben beide Richtungen Gehör (zu haben).

Der Skandal beginnt mit einem Beitrag auf SPIEGEL-online, verfasst von einem Zeitungsschm…reiberling namens Björn Hengst. Der ist kein unbekleckertes Blatt. Schon einige Mal hat er sich journalistische „Ruhmestaten“ geleistet, die etwa hier oder im „kritik-und-kunst-blog“ durchaus berechtigte und angemessene Kritik fanden. „Unglaublich, wie SPON anscheinend aus Effekthascherei in der Vergangenheit Artikel von Herrn Hengst ungeprüft veröffentlichte (ich erinnere an das Wecker-Desaster in Halberstadt, bei dem er Fakten einfach ‚unterschlug‘) oder einfach nicht ausreichend recherchierte,“ schreibt dort Hartmut Finkeldey

Etwa zeitgleich gab es zum CAMPUS ein aufgeregtes Schreiben von Paul Gantzer, SPD (MdL, München) an den Verteidigungsminister. „Der Bundeswehrsprecher der SPD-Landtagsfraktion, Prof. Peter Paul Gantzer, hatte sich wegen der an der Universität der Bundeswehr in München erscheinenden Studentenzeitschrift ‚Campus‘ an Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière gewandt und ihn darum gebeten, den Vorgang zu untersuchen. Gegebenenfalls seien disziplinarrechtliche Schritte zu ergreifen, fordert Gantzer, der auch Honorarprofessor an der Universität ist. Gantzer bezieht sich in seinem Schreiben an de Maizière auf Presseberichte, wonach die Studentenzeitschrift mutmaßlich von Aktivisten der rechten Szene übernommen und gesteuert werde,“ heißt es in einer Pressemitteilung auf seiner Seite.

Man muss wohl annehmen, dass Gantzer den CAMPUS überhaupt nicht gelesen hat, vielleicht auch, dass er sich als strammer Soldat und Fallschirmenthusiast einfach auf einem Schlachtfeld hat ins Bockshorn jagen lassen, auf dem er wenig Kampferfahrung hat. Und man mag es noch als den üblichen Theaterdonner von Politikern hinnehmen, dass er als alter SPD-Mann gegen die Rechten wettert, egal ob nun welche da sind oder nicht.

Journalistische Entgleisung

Weit schlimmer ist dagegen die skandalöse journalistische Entgleisung des SPIEGEL. Es ist wenig tröstlich, dass der Autor Björn Hengst bereits in den Kommentaren auf SPIEGEL-Online jede Menge berechtigte Kritik erntete. Dem SPIEGEL mag so etwas gefallen. Das sichert Klicks auf werbefinanzierte Seiten. Dass er einen solchen hetzerischen Artikel veröffentlicht, zeigt aber wieder einmal exemplarisch die Degeneration der Medien. Bezahlte Zeilenschinder verkaufen dort ihre „kruden“ politischen Beliebigkeiten als journalistische Beiträge, mit einem Jargon und Tricksereien, die an Infamie nichts übrig lassen. Es wird „skandalisiert“, was das Zeug hält und das liest sich dann etwa so:

„Die Münchner Bundeswehr-Uni ist wegen der eigenen Studentenzeitschrift alarmiert: In dem Blatt werden krude Thesen über den Militärdienst von Frauen verbreitet. Dazu erscheint die Anzeige einer fragwürdigen Organisation. Die SPD verlangt eine Klarstellung des Verteidigungsministers.“

Daran stimm so gut wie nichts. „Krude“ und „fragwürdig“ sind vor allem die Ergüsse von SPIEGEL-Redakteur Björn Hengst. Und zum Einsatz gelangen notorisch zwei Standardwaffen linker Polemik: Der Vorwurf der Rechtslastigkeit, hier sogar als rechtsextreme Tendenzen aufgemotzt, und das Sakrileg der Frauenfeindlichkeit.

Dass der CAMPUS eine (thematisch durchaus nahe liegende) Werbeanzeige aufnimmt (Werbung für das Buch: Die Frau als Soldat), daran stört vor allem, dass das Buch im „Institut für Staatspolitik“ erscheint, das „zwar derzeit nicht vom Verfassungsschutz beobachtet würde“, und am neuen Chefredakteur Martin Böcker stört besonders, dass er „die Pressefreiheit schamlos ausnutzen“ will und sogar (Empörung, Empörung) für die JUNGE FREIHEIT schreibt. Ja so etwas aber auch! Willkommen im Club, lieber Kamerad Böcker! Auch der Verfasser (dieses MANNdat-Kommentars) hatte dort schon ein Interview gegeben und sich damit den Unwillen linker Berufsempörer zugezogen, die sich freilich nicht daran stören, dass an die zwei Dutzend prominente SPD-Politiker sich dort gleichfalls schon haben publizieren lassen.

Geht man nach diesen Zeitungsschmierern, dann darf Böcker die Integration von Frauen auch nicht für misslungen halten. Und der Kampfwert von Frauen darf auch nicht thematisiert werden, jedenfalls nicht kritisch.

Präsidentin ist gegen Frauenquote

Auch die Präsidentin der Universität Prof. Dr. Merith Niehuss hat sich möglicherweise auf ein Schlachtfeld drängen lassen, das nicht gerade ihre Domäne ist, geht man nach ihrer Habilitationsschrift „Familie, Frau und Gesellschaft. Studien zur Strukturgeschichte der Familie in Westdeutschland.“ Zwar schrieb sie – oder vielmehr legte Björn Hengst ihr in den Mund – „…dass zwar weder die „Junge Freiheit“ noch das „Institut für Staatspolitik“ derzeit vom Verfassungsschutz beobachtet würden: „Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass nach meiner Auffassung hier eine politische Nähe zum Rechtsextremismus nicht auszuschließen ist“.

Allerdings hat Frau Niehuss bei anderer Gelegenheit durchaus vernünftige Ansichten von sich gegeben: „DIE WELT: Und wo sollte es keine Quote geben? Merith Niehuss: Dort wo man Frauen mühsam suchen muss, um überhaupt solche zu finden, die auf gleichem Ausbildungs- und Leistungsniveau mit Männern liegen, scheint mir eine Quotierung unangemessen. So würde ich in meiner Universität keine Quote bei den Professuren für Ingenieurwissenschaften einführen, weil die Gefahr zu groß wäre, dass man, um die Quote zu erfüllen, auch weniger geeignete Kandidatinnen berufen müsste.“

Tja Frau Niehuss, was gibt es dann einzuwenden gegen eine Debatte über Frauen in der Bundeswehr, „wo man Frauen mühsam suchen muss, um überhaupt solche zu finden, die auf gleichem Ausbildungs- und Leistungsniveau mit Männern liegen?“

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Lesermeinungen

  1. Von Simon Godart

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