Mensch, Olaf!

von Matt Alder

Wie sagte Joaquin Phoenix in dem Film „8 mm“ einmal so schön: „Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, veränderst du nicht den Teufel, der Teufel verändert dich“. In den letzten Wochen war zu sehen, wie der Beinahe-Chef der SPD zu einer Art modernem „Faust“ mutierte. Dann fuhr er zur Hölle und seitdem ist es merkwürdig still. Wo steckt er nur?

Lieber Olaf Scholz,

man kann Ihnen wirklich nicht vorwerfen, bei der Kandidatur um den Parteivorsitz nicht alles gegeben zu haben. Denn als nichts mehr half, als die Debatte nach monatelangem Tauziehen festgefahren war, da kam Ihnen der Geistesblitz, den „reinen Männervereinen“ die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Diese neue Regelung, von der Sie obendrein Frauenvereine ausnehmen wollten, sollte der Retter sein und Sie zum modern denkenden Chef der SPD machen. Am Ende gingen Sie leer aus; und jetzt fragen Sie sich, was in aller Welt Sie denn falsch gemacht haben.

Ach Olaf, wenn Sie es doch begreifen könnten: Sie haben nichts falsch gemacht, Sie sind falsch! Sie sind ein alter, weißer Mann. Dieser Makel klebt an Ihnen wie Scheiße am Schuh. Da können Sie ordentliche politische Arbeit liefern oder den letzten Bockmist, Hirngespinste von Randgruppen als neuen Denkanstoß in den Ring werfen oder den Mainstream bedienen, es nützt alles nichts – und was das Schlimmste für Sie ist: Sie gehören einer Partei an, die die Förderung einer solchen Kultur ausdrücklich in ihre Grundsatzpapiere geschrieben hat: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“

Sie, Herr Scholz, gehören nicht dazu. Die menschliche Gesellschaft von morgen gehört den Bashern des Establishments von heute: Den Mittelmeer-Kapitäninnen, die sich einen Dreck um das Seerecht scheren, den flennenden Teenies mit Beißreflex-Mimik, den Typen mit blau gefärbten Haaren, die Thesen raushauen, für die sie nicht gerade stehen müssen. Diese Leute sind es, die unsere Welt retten werden. Nicht Sie.

Sie gehören zum alten Eisen. Genießen Sie die Früchte Ihrer Arbeit und tragen Sie es mit Fassung.

Herzlichst,

Matt Alder

P.S.: Sie fragen sich, was denn mit diesem Walter-Borjans ist? Keine Sorge. Der kommt auch noch dran.

Bild: wikipedia

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