„Der Krieg gegen den Mann“ von Bernhard Lassahn

von Dr. Bruno Köhler

„Der Krieg gegen den Mann“ ist ein Buch des bekannten Autors Bernhard Lassahn. Es ist der erste Teil einer „Trilogie zur Rettung der Liebe“. MANNdat hat eine ausführliche Rezension geschrieben. 

Bernhard Lassahns Buch „Der Krieg gegen den Mann“ ist Teil 1 einer „Trilogie zur Rettung der Liebe“ mit dem Titel „Frau ohne Welt“ aus der Edition Sonderwege des Verlags Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Thomas Hoof KG, Waltrop und Leipzig 2013. (14,90€)

Das Buch hat 176 Seiten und ist gegliedert in 28 Kapitel, jedes drei bis zehn Seiten lang. Durch diese kurzen Kapitel und die Handlichkeit des Buches ist es auch hervorragend geeignet für ein Lesen zwischendurch in der Bahn oder im Bus. Das Buch ist auch als eBook und als ePDF erhältlich.

Wie die Fülle der Schlagwörter in den Titeln schon vermuten lässt (Krieg, Liebe, Frau, Mann), geht es um Mann und Frau und die Beziehung zwischen Frauen und Männern. Trotz der eher weiblichen Themen ist es aber kein Frauenbuch, sondern ein Buch für Frauen und Männer. Und genau das soll es auch sein. Kernthema des Buches ist der Feminismus und seine Auswirkung auf die Beziehung von Mann und Frau zueinander. Und diese Auswirkung ist, nach der Bilanz von Lassahn zu urteilen, nicht gut, denn der Feminismus entzweit die Geschlechter. Er macht Frauen unzufrieden und Männer zu pauschal Schuldigen. Er baut Mauern auf, obwohl er vorgibt, diese abbauen zu wollen. Er polarisiert, separiert und selektiert, obwohl er behauptet, gleichstellen zu wollen.

Es ist ein feminismuskritisches Buch. Und da macht Lassahn keinen Hehl draus:

„Die Welt der Feministen […] ist nicht nur kinder- und männerfeindlich, sondern auch kulturfern und geschichtslos, sie ist zweidimensional und horizontal. Ihre Welt ist flach. Ihre Welt ist eine Scheibe. Deshalb ist jede Kommunikation so schwierig. Die Plattheit ist der „Vorteil“ ihres Weltbildes: Es ist so primitiv, auf den ersten Blick einleuchtend und hochgradig infektiös. Es hat den „betörenden Glanz der Dummheit“, wie Esther Vilar das nennt.“ (S.104)

Menschen, die sich also eine kritische Distanz zu den Dogmen des Feminismus bewahrt haben, werden sich mit ihren Erfahrungen durch das Buch vollauf bestätigt fühlen.

Bernhard Lassahn ist bekannter Buchautor, insbesondere bekannt für seine „Käpt’n Blaubär-Geschichten“, die über die „Sendung mit der Maus“ Berühmtheit erlangten. Das prägt auch dieses Buch. Nicht etwa, dass uns Lassahn mit dem Buch einen blauen, lila oder sonst wie gefärbten Bären aufbinden will. Vielmehr ist hier der für jedermann verständliche Sprachstil des Autors gemeint. Und das ist für ein Buch über den Feminismus schon bemerkenswert, erliegen doch viele Autoren, die die bewusst unverständliche Sprache feministischer Theorien kritisieren, selbst der Faszination des Gebrauchs unverständlicher Floskeln. Nicht so Bernhard Lassahn. Er benutzt z. B. nur ein einziges Mal in dem Buch ganz am Ende die in geschlechterpolitischen Debatten so gerne gebrauchte, ebenso nichtssagende wie hochtrabende Floskel „Struktur“, worauf er Stolz und mit Augenzwinkern auch bewusst hinweist.

Dass Lassahn also für jedermann verständlich schreiben kann, ist bekannt. Aber nicht nur das. Er bringt die trockene Materie Feminismus auch sehr interessant und kurzweilig herüber. Lassahn benutzt dabei auch immer wieder anschauliche Vergleiche, z. B. wenn er am Ende resümiert: 

„Männer und Frauen sind verschieden. Sie sind komplementär. Auch wenn es Feministen gibt, die das abstreiten. Frauen und Männer brauchen einander, wie Yin und Yang. […] Für den Hausgebrauch tut es vielleicht diese Metapher: der Mann ist wie ein CD-Player, die Frau ein CD-Player mit Radio. Allerdings ist der CD-Player nicht besonders gut. Er kann nicht betrieben werden, wenn gerade das Radio läuft. Oder noch technischer: Es gibt unterschiedliche Hardware und unterschiedliche Software, die für verschiedene Funktionen ausgelegt sind. Auch die Netzspannung ist unterschiedlich, ebenso die Lebensdauer und Reparaturanfälligkeit. Nur für halbblinde Schnäppchenjäger, die ausschließlich auf den Preis starren, sieht alles irgendwie gleich aus. (S.170f.)

Analytisch bringt er viele neue Sichtweisen in das Geschlechterverhältnis á la Feminismus, beispielsweise beim Scheidungsrecht:

„Das Schuldprinzip wurde nicht abgeschafft; vielmehr wurde der Mann aus Prinzip zum Schuldigen. Er wird heute so geschieden, wie früher nur Männer geschieden wurden, die tatsächlich schuldig waren. (S.24)“

Oder zur Sexismus-Debatte:

„Der Sexismus-Vorwurf wird […] paradoxerweise von Leuten erhoben, die ihrerseits sexistisch denken und handeln, bei denen die geschlechtliche Zugehörigkeit im Mittelpunkt ihrer Selbst- und Fremdbilder steht […] Die „Femen“ kommen selbst mit jener Aufdringlichkeit und Aggression daher, die sie anderen unterstellen.“ (S.44).

Dabei hält sich Lassahn nicht immer vornehm zurück und kann sich schon mal in Rage schreiben:

„Sexisten sind Super-Rassisten. Sie befolgen die Gebote der Rassisten nicht nur, sie vollenden sie geradezu:

Es wird brutal getrennt.

Es wird bis zur Totalität verallgemeinert.

Es wird ein grotesker Vergleich angestellt.

Es wird die Überwindung des ‚Feindes‘ angestrebt“ (S. 62)

Das zeigt, dass Lassahn über ein Thema schreibt, das ihn wirklich berührt. All diese Punkte kann Lassahn übrigens an praktischen Beispielen beim Feminismus nachweisen, bis hin zum allseits bekannten misandrischen Parteiziel der SPD, nach dem die menschliche Gesellschaft nur der erreichen kann, der die männliche überwindet – siehe das vierte Gebot.

Dabei schreckt er auch nicht vor Tabuthemen zurück, wie z. B. häusliche Gewalt gegen Männer, die bei der Einführung und Anwendung des Gewaltschutzgesetzes aus opportunistischen Gründen unter den Teppich gekehrt wurde:

„Man kann den Frauen von Rot-Grün, die dieses Gesetz durchgebracht haben, den Vorwurf nicht ersparen: Sie haben getreu der feministischen Unart des Wegguckens gehandelt, und allen Forschungen, die belegten, dass häusliche Gewalt zu gleichen oder sogar größeren Teilen von Frauen ausgeht, unter den Tisch fallen lassen. Sie kannten die Studie. Sie wussten, was sie tun.“ (S.150)

Er beschreibt die Funktionsweise des Feminismus von seinen Anfängen bis hin zu dem heute ausgeprägten Genderwahn, der vor allem so fruchtbar in den Hochschulen Einzug gefunden hat:

„Wir leisten uns ca. 230 Lehrstühle im Bereich „Gender-Studies“, deren Inhaber sich dankbar zeigen und nun pseudowissenschaftliche Expertisen produzieren.“ (S.40)

Der berüchtigten Pekinger Frauenkonferenz 1995, in der das ebenso berüchtigte „Gender Mainstreaming“ „erfunden“ wurde, hat Lassahn ein eigenes Kapitel gewidmet und den Kern der Veranstaltung treffend auf den Punkt gebracht:

„Claudia Nolte von der CDU bezahlte seinerzeit „ihre“ Leute und schickte sie zu einem Luxusurlaub nach Peking, wo sie sich als unabhängige Basisbewegung tarnten. In Amsterdam wurde kurzerhand aus den Empfehlungen eine „Verpflichtung“ gemacht, und die Frauen von Rot-Grün übernahmen begeistert, was „ihre“ Leute von langer Hand vorbereitet hatten.“ (S.108)

Der Sprachfeminismus nimmt natürlich eine wichtige Rolle in dem Buch ein. Es ist verständlich für einen wortgewandten Sprachkünstler wie Lassahn, dass ihm diese Vergewaltigung der deutschen Sprache sehr zuwider ist. Und nicht nur das. Sie dient nach seiner Auffassung der Diskriminierung des Mannes.

„Bei jeder nur möglichen Gelegenheit sollen wir dem Mann klarmachen, dass er kein vollwertiger Mensch sei. Das ist das Ziel. Luise Pusch hat es verraten, als sie fragte: „Wie können wir aus Männersprachen humane Sprachen machen?“ (S.74)

Die Realität hat Lassahn mittlerweile nicht nur bestätigt, sondern sogar überholt. Just zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches verkündete die Universität Leipzig, dass sie generell die Belegschaft und die Studenten nur noch mit der weiblichen Form anspricht. Viele andere werden folgen. Es ist der Beleg für die Aktualität des Buches. Von wegen Gleichberechtigung. Es geht nur um die Lust am Diskriminieren von Jungen und Männern. Das macht Lassahn klar.

Man sieht an solchen Beispielen, dass es Lassahn nicht um ein bloßes Philosophieren über den Feminismus geht. Er bringt durchaus wichtige und interessante Informationen. Das sind zum Teil konkrete Daten und Zahlen, aber vor allem Zitate aus Medien und von feministischen Persönlichkeiten, die das wahre, jungen- und männerfeindliche Wesen eines heutzutage in der Öffentlichkeit verklärten Feminismus in einer Klarheit belegen, welche nur noch diejenigen abstreiten können, die entweder bewusst lügen oder sich bewusst belügen lassen wollen. Zum Beispiel, wenn es um die Wissenschaftsfeindlichkeit des Feminismus geht:

„Die feministische Theoretikerin Elisabeth Fee erklärt es so: „Wissen wurde als ein aggressiver Akt geschaffen – eine passive Natur musste vom Mann verhört werden, entkleidet, penetriert und gezwungen, ihre Geheimnisse zu enthüllen“( S.117)

Zu Catharine MacKinnon: „Zusammengefasst heißt es bei ihr, dass für Männer „wissen so viel wie ficken bedeutet“ (S.118)

oder

Die Professorin Sandra Harding, die eine feministische Erkenntnistheorie entwickelt, meint: Newtons Gesetze der Mechanik hätte man ebenso gut „Newtons Vergewaltigungshandbuch“ nennen können. (S. 118)

Lassahn fasst aber auch grundlegende Aussagen des Feminismus unter Benennung deren geistiger Verursacher informativ zusammen, z. B. wenn er über Sally Miller Gearhart schreibt:

„Darin beschreibt sie die Rolle der Männer in der weiblichen Zukunft. Sie sollten, wenn es nach ihr ginge, nicht etwa – wie es Valerie Solanas vorschwebte – völlig ausgerottet werden. Ihr Anteil sollte auf zehn Prozent limitiert werden und ihre Lebensdauer auf 50 Jahre.“ (S.84)

Auf Grund dieser vielen Zitate wäre es gut gewesen, wenn der Autor ein Stichwortregister beigefügt hätte, wie dies z. B. Dr. Eugen Maus in seinem „Handbuch für Männer in Zeiten von Aids und Feminismus“ getan hat. Dann könnte man es effizienter als Nachschlagewerk nutzen.

Am Ende des Buches versucht Lassahn in den letzten Kapiteln diese Entwicklung zu einer jungen- und männerfeindlichen Gesellschaft zu erklären. Wie kann heute noch eine Ideologie, die dermaßen von widersprüchlichen Dogmen geprägt ist, so gut funktionieren?

„Der Geschlechterrassismus ist nicht als plötzlich aufbrausender Sturm über uns gekommen, sondern als schleichende Verunreinigung des Bewusstseins. […] Manch einer hat sich vielleicht gedacht: „Nun ja, , so reden Frauen. Die beißen nicht, die wollen nur spielen.“ So wurde das Grundrauschen immer lauter und schließlich zu einem „anschwellender Ziegengesang“ – um eine Überschrift von Botho Strauß abzuwandeln, an die sich manch einer möglicherweise noch erinnert.“ (S.168)

Schade ist, dass die Diskriminierung von Jungen (Jungen können sich nicht wehren und die Politiker zeigen für die Anliegen von Jungen kein Verantwortungsbewusstsein, was sich zeigte, als der Bundestag im Eilzugtempo Jungen ihre Grundrechte auf Gleichberechtigung und körperliche Unversehrtheit aus Lobbyinteressen durch ein Beschneidungsgesetz im wahrsten Sinn des Wortes beschnitt) als subtilste Form der „Frauenförderung“ im Buch kaum zur Sprache kommt. Das kommt aber vermutlich noch in einer der Fortsetzungen der Trilogie, in der es dann auch einmal speziell um den Krieg gegen Kinder gehen soll.

Auch wirft der Autor Gender Mainstreaming und Genderideologie durcheinander, was aber insgesamt der Sache nichts abtut, denn selbst wenn man die männerfreundlichste Interpretation von Gender Mainstreaming zugrunde legt, nämlich dass damit die Anliegen und Belange beider Geschlechter berücksichtigt werden sollen, ist die Krux dabei natürlich, dass die Belange der Männer in der Praxis eben nicht berücksichtigt werden. Das Gender Mainstreaming-Referat auf Bundesebene wurde ausgerechnet im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingerichtet, also genau dem Ministerium, von dem die damals zuständige Ministerin von der Leyen selbst voller Inbrunst bestätigt:

„Für kinderlose Männer zwischen 25 und 50 bin ich nicht zuständig.“ (S.76)

Damit belegt die Ministerin gleichzeitig auch die ganz normale Verlogenheit von Geschlechterpolitik.

Lassahn, das wird klar, ist nicht gegen Frauen, er ist gegen die Männerfeindlichkeit des Feminismus, weil er gegen den Geschlechterkrieg ist.

„Wenn wir die Arbeit am Bildschirm beenden wollen, bietet uns der Computer auf die frage „Wollen Sie das Programm wirklich beenden?“ die Klickfelder „Ja, „Nein“ und „Abbrechen“ zur Auswahl. Wenn mir jemals die Frage gestellt werden sollte. „Wollen Sie den Sexistischen Krieg beenden?“ gehe ich sofort auf „Ja“. Meine pazifistischen Träume sind zwar strapaziert worden, aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben.“ (S.171)

Empfehlung

Das Buch ist absolut zu empfehlen. Nicht nur denjenigen, die sich über den Feminismus und seine Ideologie, jenseits von seiner medialen Verklärung durch seine fanatischen Anhänger, informieren möchten, sei deshalb dieses Buch ans Herz gelegt. Das Buch ist für Einsteiger wie Kenner der Materie geeignet, aber auch für Leute, die mit der Thematik wenig am Hut haben, sich einfach mal kurzweilig unterhalten wollen und die noch den Mut zu einer eigenen Meinung entgegen dem Mainstream haben. Lassahn zu lesen macht einfach Spaß. Fanatische Feministen werden Probleme mit dem Buch und dem Autor haben. Aber das haben sie ohnehin mit allem, was nicht Jungen und Männer hasst.

Auch wenn wir heute feststellen, dass der Feminismus unser Leben, Tun und Wirken nachhaltig durchdringt, macht das Buch auch Hoffnung. So sagt der Autor:

„Es gibt ein Leben nach dem Feminismus. Und dieses Leben beginnt mit der Liebe. Denn mit der Liebe beginnt die Zukunft.“ 

Ich freue mich auf die weiteren Teile.

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Lesermeinungen

  1. Von C. Müller

    Antworten

    • Von M. Patler

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