Erste internationale Organisation zu Forschung und Praxis der Paritätischen Doppelresidenz gegründet

von MANNdat

Im Februar 2014 wurde in Bonn von 26 Fachleuten aus unterschiedlichen Ländern die erste internationale Organisation zu Forschung und Praxis der Paritätischen Doppelresidenz (Wechselmodell) gegründet. Die Vereinigung will wissenschaftliche Erkenntnisse über die Paritätische Doppelresidenz verbreiten und entsprechende Empfehlungen für Gesetzgebung, Rechtsprechung und die Praxis geben.

Am 22. Februar 2014 wurde der Internationale Rat für die Paritätische Doppelresidenz (International Council on Shared Parenting – ICSP) in Bonn gegründet. Die gemeinnützige Organisation wurde von führenden Vertretern aus Wissenschaft, familialen Professionen und Zivilgesellschaft aus 11 Ländern gegründet und will sich der Forschung und Praxis der Paritätischen Doppelresidenz (Wechselmodell) als Betreuungslösung für Kinder getrennt lebender Eltern widmen und diese fördern. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Rechte von Kindern getrennt lebender Eltern zu verbreiten und weiterzuentwickeln. Auch sollen anhand dieser Erkenntnisse Empfehlungen zur Umsetzung der Paritätischen Doppelresidenz in der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Praxis gegeben werden. Als Präsident der Organisation wurde Prof. Dr. Edward Kruk von der University of British Columbia (Kanada) gewählt.

Konferenz zur Paritätischen Doppelresidenz

Der neu gegründete ICSP organisiert vom 9. bis 11. Juli 2014 die Internationale Konferenz zur Paritätischen Doppelresidenz. Die Veranstaltung wird im Wissenschaftszentrum Bonn stattfinden und Teilnehmer aus verschiedenen Ländern der Welt zusammenbringen, um einen internationalen Austausch zu fördern.

Die Paritätische Doppelresidenz

Die Paritätische Doppelresidenz, oft auch als Wechselmodell bezeichnet, ist ein Betreuungsmodell von Eltern nach einer Trennung bzw. Scheidung, das eine paritätische, also zeitlich gleichverteilte, Betreuung ihrer Kinder beinhaltet und somit die Aufrechterhaltung und Förderung der Beziehung der Kinder zu beiden Elternteilen gewährleistet. Dies ist für die Entwicklung der Kinder sehr förderlich, wie bisherige wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben.

Die zunehmenden Erfahrungen mit der Paritätischen Doppelresidenz, insbesondere auch aus Ländern, in denen diese bereits weit verbreitet ist, zeigen, dass dieses Betreuungsmodell im Allgemeinen die beste Lösung ist. Die Kinder können so weiterhin ein Familienleben mit beiden Eltern nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Alltag führen. Der Gefahr einer Eltern-Kind-Entfremdung (Parental Alienation Syndrome) mit der Folge von oft erheblichen psychischen und gesellschaftlichen Schäden für die Kinder wird so im Ansatz entgegengewirkt.

Das in Deutschland noch weit verbreitete Residenzmodell, bei dem die Kinder bei einem Elternteil (meist der Mutter) leben und der andere Elternteil (meist der Vater) oft nur recht geringe Umgangszeiten hat, hat gegenüber der Paritätischen Doppelresidenz viele Nachteile und wirkt sich nachteilig für die Kinder aus.

Wir fordern daher, dass die Paritätische Doppelresidenz als vorrangiges Betreuungsmodell nach einer Trennung der Eltern in Gesetzen, Rechtsprechung und Praxis etabliert wird, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist.

Literatur

Das erste deutschsprachige wissenschaftliche Buch zum Thema Paritätische Doppelresidenz wurde von Frau Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf geschrieben. Es trägt den Titel „Wechselmodell: Psychologie – Recht – Praxis“ und ist im Verlag Springer VS erschienen. Das Buch ist ein umfangreiches Standardwerk zum Thema und kann zur Vertiefung in die Thematik empfohlen werden.

Manndat

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Lesermeinungen

  1. Von Konstantinos Alexiadis

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