Zum Wahljahr: Buben in Baden-Württemberg – Fragen an die Politik
2011 ist Wahljahr in Baden-Württemberg. Die PISA-Studie hat festgestellt, dass sich in den letzen neun Jahren an den eklatanten Nachteilen von Jungen im Lesen nichts geändert hat. Der Anteil der Jungen, die auf höchstem Leistungsniveau lesen können, sank sogar um fast die Hälfte von 7% auf 4%. Der Anteil der Mädchen blieb auf 11%. Ein Viertel der Jungen gehört zu den Risikoschülern. Der Rückstand der Jungen im Lesen beträgt etwa ein Jahr. Dies zeigt deutlich, dass bislang kein echter Wille der Bildungspolitik existierte, die Nachteile von Jungen im Bildungswesen abzubauen.
Im Gegenteil. Im Jahr 2009 wurden in den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg neun neue reine Mädchenförderprojekte im MINT-Bereich implementiert, unterstützt vom Land mit 1,5 Millionen Euro. Jungenförderung, z.B. in den Bereichen Lesen, Feinmotorik, Sprachentwicklung, ist in den Pädagogischen Hochschulen bis heute ein Fremdwort.
Es ist deshalb an der Zeit, die Bildungspolitik zu fragen, wie ihr Streben nach Gleichberechtigung dort aussieht, wo es Nachteile und Benachteiligungen von Jungen gibt. MANNdat e.V. fragt deshalb anlässlich der fragwürdigen Ergebnisse der PISA-Studie 2009 die führenden Bildungspolitiker der verschiedenen Parteien in Baden-Württemberg nach deren vorgesehener Jungenbildungsförderung.
Brieflich wurde am 08.01.2011 bei folgenden Fachleuten der Parteien angefragt:
Frau Prof. Marion Schick (CDU) – Kultusministerin des Landes BW
Frau Dr. Birgit Arnold (FDP) – bildungspolitische Sprecherin
Herr Dr. Frank Mentrup (SPD) – bildungspolitischer Sprecher
Frau Renate Rastätter (Die Grünen) – bildungspolitische Sprecherin
Herr Erhard Korn (Die Linke) – Ansprechpartner der LAG Bildungspolitik und Vorsitzender der Fachgruppe Hauptschulen der GEW Baden-Württemberg
Wir sind gespannt auf die Antworten.
Bildquelle: (c) Dieter Schütz/www.pixelio.de
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