Männer werden gefeuert – Frauen werden gefördert.

von MANNdat

Die Wirtschaftskrise treibt die Arbeitslosenzahlen in die Höhe. Vor allem diejenige der Männer: „Die Zahlen der Bundesagentur zeigen, dass bislang vor allem Männer ihre Stelle verlieren. Frauen dagegen finden immer noch Jobs,“ schrieb Spiegel Online am 30. April 2009. Weiter heißt es dort: „Während die Arbeitslosenquote bei Männern im April im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent stieg, ist sie bei Frauen um 2,8 Prozent zurückgegangen. In absoluten Zahlen heißt das:

Während 217.848 Männer ihren Job verloren haben, haben 46.939 Frauen sogar eine neue Stelle gefunden.“

Das ist für die offizielle Arbeitsmarktpolitik allerdings kein Grund, die Frauenförderung nun zurückzufahren und ihr Augenmerk auf die immer stärker betroffenen Männer zu richten. Der Europäische Sozialfond ESF weist darauf hin, dass „am Arbeitsmarkt benachteiligte Zielgruppen wie Frauen, Langzeitarbeitslose, Migrantinnen und Migranten sowie Jugendliche mit besonderen Integrationsproblemen unterstützt werden“.

Ein Beispiel für eine solche Fördermaßnahme: „Bei Solar City Leipzig beginnt am 3. Juli ein 100-prozentig ESF-geförderter Vollzeitkurs ‚Fachberaterin für Energiesparendes, Energieeffizientes und Solares Bauen’ für arbeitslose Frauen,“ wie die Leipziger Internet-Zeitung LIZ am 21. Juni 2009 meldete. Die Preisliste von Solar City verrät uns:

Frauen zahlen nichts für einen Kurs, der immerhin 1.920 Stunden umfasst, und der laut LIZ „äußerst gute Chancen“ bietet, in der Branche der Erneuerbaren Energien vermittelt zu werden.

Männer zahlen allerdings auch nichts für diesen Kurs, denn für sie wird er gar nicht erst angeboten. Obwohl sie immer häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, haben sie keine Möglichkeit, mit der Teilnahme an einer solchen Fortbildung ihre Chancen auf Beschäftigung in einer zukunftsträchtigen Wachstumsbranche zu erhöhen. Zwar können auch sie Kurse z. B. in „Solares Bauen“ belegen, die vom ESF gefördert werden. Allerdings nur, wenn sie denn zu den erwähnten Zielgruppen gehören, also etwa lange Zeit arbeitslos sind oder wenn es sich um Migranten handelt. In dürren Worten:

Für einen Kurs von gerade mal 100 Stunden müssen Männer einen Eigenanteil von immerhin 349 Euro selbst tragen.

Von Seiten der Politik und der Medien verlautet ständig, dass junge, gut ausgebildete Frauen massenhaft die neuen Bundesländer verlassen und anderswo ihr Glück suchen und finden, weil der Arbeitsmarkt im Osten für sie nicht genug gute Stellen bereit hält. Lobenswert, dass der ESF dem abzuhelfen versucht, indem er ihnen die Möglichkeit bietet, sich kostenlos zur Energie-Fachberaterin ausbilden zu lassen.

Warum die andere kritische Gruppe, die vielen arbeitslosen ostdeutschen jungen Männer ohne Perspektive auf dem Arbeitsmarkt, die sich immer mehr in Richtung Prekariat entwickeln, bei weitem nicht in den Genuss einer derart üppigen Förderung kommen dürfen, wird wohl für immer das Geheimnis unserer Gender-Bürokraten bei der EU und beim Bund bleiben.

Arbeitsmarktförderung sollte sich nach der Betroffenheit richten, nicht nach dem Geschlecht. Schluss mit der Benachteiligung männlicher Arbeitsloser!

Bildquelle: (c) S. Hofschläger/www.pixelio.de

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