„Für gewalttätige Männer werden Trainingskurse angeboten“

von MANNdat

Da es nach der feministischen Ideologie grundsätzlich die Männer sind, die zuschlagen, gibt es Trainingskurse für häusliche Gewalttäter, in denen sie ihrer Aggressionen Herr werden können, logischerweise fast ausschließlich für Männer. Da die Gewalt von Frauen extrem tabubewehrt ist, wird die Frau als Täterin gar nicht erst in Erwägung gezogen. So finden gewalttätige Frauen, die von sich aus ihre Gewalttätigkeit beenden möchten, nur schwer Unterstützung und professionelle Beratung. „Konzepte für die Arbeit mit Täterinnen häuslicher Gewalt und für Trainingskurse für gewalttätige Frauen sind selbst Professionellen, die zu häuslicher Beziehungsgewalt arbeiteten, weitgehend unbekannt,“ schreiben die Autoren des Buchs „Gewalt gegen Männer“ (Verlag Barbara Budrich, 2007, S. 176). Ausgerechnet feministisch inspiriertes Handeln bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt sorgt somit für eine nicht unerhebliche Benachteiligung von Frauen.

Aber auch die „Hilfe“ für den männlichen Täter hat einen Beigeschmack, wenngleich häufig betont wird, dass man Männer keineswegs vernachlässige und ihnen dabei helfen wolle, die Gewaltspirale zu durchbrechen. Geholfen wird Männern durchaus, an Geld, Therapeuten und entsprechenden Projekten mangelt es nicht. Aber dies gilt nur, solange sie der Erwartung entsprechen und als Täter in Erscheinung treten. Für männliche Opfer hingegen gibt es vielerorts kaum geeignete Beratungsmöglichkeiten, von sicheren Unterkünften ganz zu schweigen.

Reinhart Stölzel merkt in seinem Beitrag „Täter und Opferinnen“ hierzu an: „Auch wenn es für Frauen oft schwierig scheint, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen (…): am Zustandekommen und evtl. Fortbestand der Gewaltbeziehung sind sie als erwachsene Menschen ebenso beteiligt wie ihre Partner. Niemand scheint aber von ihnen zu verlangen, sich im Anschluss an Gewalterfahrungen mit ihrem Anteil an Verantwortung daran auseinanderzusetzen, geschweige denn (wie verurteilte Männer, die gewalttätig waren) soziale Trainingskurse zu besuchen, um diesen Anteil für sich erfahrbar und damit künftig vermeidbar zu machen. Die Unterstützungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen beruhen auf deren ausschließlicher Wahrnehmung als Opfer der Gewaltbeziehung, während die Interventionskonzepte für Gewalt ausübende männliche Beziehungspartner ausschließlich repressive, also sanktionierende Antworten vorsehen.“

Erst langsam beginnt sich so etwas wie ein Bewusstsein dafür herauszubilden, dass auch für gewalttätige Frauen Beratungsangebote notwendig sein können, und nachdem es solche Angebote bis vor kurzem so gut wie gar nicht gab, tut sich auf diesem Gebiet inzwischen einiges. Unter der Adresse http://taeterinnen.de/institutionen sind diverse Anlaufstellen für Täterinnen aufgeführt.

Man kann allerdings darüber streiten, ob es sinnvoll ist, gewalttätige Männer oder Frauen – auch gegen ihre Absicht – in Trainingskurse zu stecken, in denen sie über die Hintergründe ihres aggressiven Verhaltens nachdenken sollen und für sich persönlich Wege aus der Gewalt zu finden. Auf der Internetseite taeterarbeit.eu lesen wir in einem Kommentar zu einem entsprechenden Gesetzentwurf aus Rheinland-Pfalz: „Die Justiz denkt schon seit langer Zeit, dass Täter (Täterinnen werden ausgeblendet) nur dann zur Verantwortung gezogen würden, wenn sie mit gerichtlichen Auflagen, staatlichen Kontrollen und ‚konfrontativen‘ Programmen dazu gezwungen würden. Dass dies geradezu dem Sinngehalt des Wortes widerspricht, scheint offenbar niemandem so recht auffallen zu wollen. Bei einigem intensiven Nachdenken müsste es aber fast jedem einleuchten. Man kann niemanden zur Verantwortung ziehen, der das gar nicht will.“

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Bildquelle: (c) S. Hofschläger/www.pixelio.de

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