Eine Legende bröckelt – nun auch offiziell

von MANNdat

Die von Politikern, Journalisten, Gleichstellungsbeauftragten etc. gerne aufgestellte Behauptung, Frauen würden für die gleiche Arbeit 23% weniger Gehalt bekommen als Männer, steht nun kurz davor, auch offiziell ins Reich der feministischen Mythen und Märchen verbannt zu werden.

Studie des statistischen Bundesamtes: Maximal 8 Prozent Differenz

Am 25. Oktober 2010 veröffentlichte das Statistische Bundesamt erstmalig eine Studie, in der eine Vielzahl von objektiven Faktoren berücksichtigt wurde, die eine Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen sachlich begründen. Das Ergebnis: Der Verdienstunterschied reduzierte sich auf durchschnittlich 8 Prozent. Das ist auch noch viel, aber weit weg von der 23-Prozent-Legende.

Bemerkenswert und dem Amt hoch anzurechnen ist, dass in der zugehörigen  Pressemitteilung (eigentlich) unmissverständlich darauf hingewiesen wurde, dass diese 8 Prozent noch nicht das Ende der Fahnenstange sind. Wörtlich ist da zu lesen, Zitat:

Bezogen auf den für 2006 veröffentlichten Gender Pay Gap lag der um den Einfluss dieser Merkmale statistisch bereinigte Verdienstunterschied bei rund 8%. Dies bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde durchschnittlich 8% weniger als Männer verdienten. Dieser Wert stellt insofern eine Obergrenze dar, als einige weitere Faktoren, die zur Erklärung des Verdienstunterschieds beitragen könnten, in der Analyse nicht berücksichtigt werden konnten, da die entsprechenden Angaben nicht vorlagen.

Bemerkenswert ist an dieser Stelle eine kleine, aber bedeutende Ungenauigkeit, die vielen Menschen unterläuft: Es handelt sich bei der Berechnung nicht um gleiche Tätigkeiten unter gleichen Voraussetzungen in einer Firma (also gleiche Arbeit im eigentlichen Sinn), sondern lediglich um sogenannte „gleichwertige“ Arbeit, da der Vergleich Tätigkeiten in unterschiedlichen Firmen (mit gewisser Größe und Lage [Ost/West, Ballungsraum/kein Ballungsraum]) betrifft und die Arbeit selbst recht grob über sogenannte Leistungsgruppen verglichen wird.

Weitere Faktoren verringern den Abstand

Zu den Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können, weil die Daten beim Statistischen Bundesamt nicht vorhanden sind, nicht im Einflussbereich des Amtes liegen oder schlicht nur schwer quantifiziert werden können, die aber allesamt die Differenz weiter verringern würden, gehören beispielsweise folgende:

– Es wurden keine unbezahlten Überstunden einbezogen, da diese nicht erhoben werden. Unbezahlte Überstunden sind jedoch häufig ein starkes Argument, wenn über Lohnerhöhungen verhandelt wird, Arbeitgeber sehen sie als besonderes Engagement an, das bei Beförderungen ausschlaggebend sein kann, oder sie schlagen sich anderweitig nieder. Männer leisten bei den vom Statistischen Bundesamt erhobenen, bezahlten Überstunden deutlich mehr als Frauen. Es ist sicherlich richtig anzunehmen, dass es sich bei den unbezahlten Überstunden ähnlich verhält.

Verhandlungsgeschick, jüngst erst in einem „Spiegel“-Artikel ausführlich behandelt, ist ein wesentliches Kriterium für das Gehalt insbesondere in der freien Wirtschaft, und dies nicht nur beim Einstieg in Beruf bzw. Firma. Die im Durchschnitt geringeren Forderungen, die Frauen beim Gehalt stellen, können nicht nachträglich zu einer Frauendiskriminierung umgedeutet werden. Im Gegenteil: Die geringeren Lohnforderungen von Frauen führen langfristig zu einer Verringerung des Lohnniveaus für alle Beschäftigten, was ein Nachteil sowohl für Männer als auch für Frauen darstellt und eine wesentliche Ursache dafür sein dürfte, dass in Branchen mit hohem Frauenanteil tendenziell niedrigere Gehälter gezahlt werden.

– Die Berufserfahrung, in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes als „potenzielle Berufserfahrung“ bezeichnet, wird bei Frauen deutlich zu hoch angesetzt, da nur ein Schätzwert verwendet wird, der eine ununterbrochene Erwerbsbiographie voraussetzt (Studienseite 7 (pdf: Seite 14), Fußnote 16).

– Bei den Arbeitnehmern wurden folgende Bereiche nicht mit berücksichtigt: Land-und Forstwirtschaft, Fischerei- und Fischzucht sowie „öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung“. Gerade die Nennung der letzten Gruppe ist bemerkenswert. Wird doch genau der Bereich, in dem seit Jahrzehnten mit Hilfe bewusster Diskriminierung von Männern Frauen massenhaft in Führungsebenen getragen werden, gezielt ausgeschlossen. Ebenfalls zum Nachteil der Männer ist der Ausschluss des Bereiches Verteidigung, denn für die Bezahlung der Zwangsdienstleistenden ist selbst der Begriff „Lohndiskriminierung“ Schönfärberei. Die Einbeziehung dieser Branchen würde – wie auch in der Studie zu lesen – zu einer Verringerung der Differenz führen. Das Statistische Bundesamt ist an der Regelung unschuldig: Der Ausschluss dieser Branchen erfolgt per Gesetz!

Die „23-Prozent-bei-gleicher-Arbeit“-Lüge ist auch frauenfeindlich

Ungeachtet dieser methodenbedingten Unschärfen ist diese Studie von großer Bedeutung. MANNdat kämpft schon seit Jahren gegen die gezielte und politisch motivierte Fehlinterpretation der statistischen Daten zur Gehaltsdifferenz. Diese Lüge von der 23%-Differenz „bei gleicher Arbeit“ und „nur auf Grund des Geschlechts“ ist nicht nur männer-, sondern auch frauenfeindlich. Sie ist männerfeindlich, weil damit Männer ungerechtfertigt zu „Bevorzugten auf Grund des Geschlechts“ stilisiert werden und diese Differenz immer wieder als Argument für die Implementierung von staatlichen und gesetzlichen Frauenbevorzugungen (und damit Männerdiskriminierungen) herhalten muss.

Diese Lüge ist jedoch auch frauenfeindlich, weil sie den Frauen suggeriert, keine Möglichkeit zu besitzen, dasselbe Gehalt wie Männer zu bekommen, weil sie das „falsche“ Geschlecht hätten. Frauen werden damit in die Passivität gedrängt, obwohl sie durch geeignete persönliche Entscheidungen durchaus die Möglichkeit haben, dasselbe Geld wie Männer zu verdienen. Die Studie zeigt gleichzeitig, wie falsch die Aussagen von Gleichstellungsbeauftragten und Gleichstellungspolitiker(innen) sind, die behaupten, sie würden für die Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit erkämpfen, denn die wesentlichen Einflussfaktoren liegen bei den Frauen selbst und nicht bei der Politik. Es wäre ehrlicher und einer Angleichung der Gehälter von Männern und Frauen dienlicher, wenn man die Fakten klar benennen und damit den Frauen die Gelegenheit geben würde, sich entsprechend zu verhalten. Es bleibt der Verdacht, dass den Verfechter(innen) der „23-Prozent-bei-gleicher-Arbeit“-Lüge die eigene Daseinsberechtigung weitaus wichtiger ist als die Interessen der Frauen, die sie vorgeben zu vertreten. Aus diesem Grund steht zu befürchten, dass sich die mediale und politische Aufmerksamkeit für die Studie in engen Grenzen halten wird.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Ergebnisse der bereinigten Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern (bereinigtes „Gender Pay Gap“) in Zukunft zusammen mit der Zahl der unbereinigten Differenz veröffentlicht werden, was auf Dauer der richtigen Interpretation der statistischen Daten hoffentlich zum Durchbruch verhelfen wird.

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Lesermeinungen

  1. Von Von Romberg

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