Gratulation: 100 Jahre allgemeines Wahlrecht
Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV)
Pressemitteilung v. 05.11.2018
Frauen und auch Männer erhielten 1918 das allgemeine Wahlrecht
Berlin. „Gratulation: Frauen haben in Deutschland seit 100 Jahren das aktive und passive Wahlrecht – wie auch Männer“ formuliert die Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV). Sprecher Gerd Riedmeier weist darauf hin, dass bis 1918 in großen Teilen Deutschlands (Preußen) galt: Das Recht zu wählen war nicht vordringlich abhängig vom Geschlecht. Vielmehr war das Wahlrecht an Kriterien ausgerichtet wie Standeszugehörigkeit, Besitz und Steuerleistung.
Auch in Bayern besaßen noch im 19. Jahrhundert nur 1,2 % der Bevölkerung das aktive Wahlrecht; lediglich 0,7 % der Bevölkerung konnten überhaupt gewählt werden. Hauptkriterium war dabei die Zugehörigkeit zu den Ständen Adel, Klerus, Großgrundbesitz. Diese schickten ihre – männlichen – Vertreter zu den Urnen.
Das allgemeine und gleiche Wahlrecht erreichten Männer und Frauen in Deutschland in der Folge der Revolutionen im Jahr 1918 und der Gründung der Weimarer Republik. Ein Grund zum Feiern, meint die IG-JMV und wundert sich über den heute erlebbaren ausschließlichen Fokus auf das Wahlrecht für Frauen. Diesen Ansatz hält die IG-JMV für überzogen und als der geschichtlichen Entwicklung nicht angemessen.
Die IG-JMV begrüßt die Tatsache, Frauen können heute die gleiche Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben ausüben wie Männer. „Sie müssen es jedoch auch tun“, meint Riedmeier. Niemand hindere sie an der politischen Teilhabe und verweist auf ein Phänomen: Frauen wählten mehrheitlich Männer in die politische Verantwortung.
Kritisch sieht die IG-JMV die Tatsache, dass es heute Männer sind, denen in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen die Teilhabe verweigert wird. So verwehrt das Bundesgleichstellungsgesetz (BGlG), neu gefasst unter Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD), Männern in allen Bundesbehörden das aktive und das passive Wahlrecht. Männer werden ausgeschlossen. „100 Jahre Frauenwahlrecht und dann so ein Gesetz?“ fragt die IG-JMV.
Die einseitige Entwicklung mit nahezu ausschließlichem Fokus auf dem weiblichen Geschlecht setzt sich fort: Männer- und Väterverbände werden von der Politik vom Diskurs praktisch ausgeschlossen. Der vorwiegend weiblich dominierte Familienausschuss des Bundestages verwehrt ihnen den Vortrag. Der Dt. Frauenrat erhält unbegrenzt Rederecht. Die Vorsitzende des Ausschusses Sabine Zimmermann (Die Linke) begründet die Diskursverweigerung mit dem Argument, der Frauenrat „vertrete bereits die Vielfalt im Diskurs“.
Die IG-JMV weist darauf hin, das Wahlrecht für Frauen wurde vorwiegend von Männern erkämpft: von Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten. Viele dieser Männer ließen dabei ihr Leben, so in den Kämpfen um die Gründung der Räterepubliken in Deutschland 1918 und 1919.
Andere Länder führten das Wahlrecht für Frauen deutlich später ein als Deutschland. In der Schweiz war das Wahlrecht bis 1971 an Pflichten gekoppelt – an die Pflicht zur Landesverteidigung. Im Zuge der Wahlrechtsreform erhielten die Frauen das neue Recht ohne jedoch die Pflicht übernehmen zu müssen.
Die IG-JMV plädiert für einen sachlicheren und differenzierteren Umgang mit dem Thema. 100 Jahre allgemeines Wahlrecht für Frauen und Männer ist ein Grund zum Feiern. Gleichzeitig muss die zunehmend erfahrbare Diskriminierung von Männern in der deutschen Geschlechterpolitik thematisiert werden. Die IG-JMV fordert in Bezug auf das BGlG gleiche Rechte für Frauen und Männer ein.
PRESSE-INFO +++ IG Jungen, Männer und Väter +++ PRESSE-INFO
Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV):
Website: www.ig-jungen-maenner-vaeter.de | Email: presse@ig-jungen-maenner-vaeter.de
Sprecher: Gerd Riedmeier | Tel. +49 (0) 176 – 611 123 57
Forum Soziale Inklusion e.V. | www.forum-social-inclusion.eu
Manndat e.V. | www.manndat.de
Trennungsväter e.V. | www.trennungsvaeter.de
Väteraufbruch für Kinder Köln e.V. | www.vafk-koeln.de
Bild: fotolia.com, Urheber:Rawpixel
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Wenn ich Kurt Tucholsky glauben darf, wurden Männer weiterhin ausgeschlossen. Er schrieb 1920 in der Gegenwartsform „Deutsche Soldaten dürfen nicht wählen“, und eben darüber, das ausgerechnet jene, die ihr Land verteidigen sollen, kein Recht haben, darüber mitzubestimmen.
Und das, obwohl das Wahlrecht am Zwangswehrdienst hing (der aber, den Frauen zuliebe, den Männern vorbehalten war). https://alternativlos-aquarium.blogspot.com/2016/08/was-nicht-im-geschichtsbuch-steht.html
Gratulationen sind Fehl am Platze.
Ich habe sachlich versucht auf der Facebook-Seite von Ministerin Giffey darauf hinzuweisen dass 1918 kein Frauenwahlrecht sondern ein „Allgemeines Wahlrecht“ -überwiegend von Männern- erkämpft wurde und dass auch die Mehrheit der Männer zuvor nicht wählen durfte.
Dieser mein sachlicher und höflicher Hinweis wurde binnen weniger Minuten für andere Besucher der Facebookseite als nicht lesbar gestellt. Ähnliches erlebe ich bei Kommentaren zu Männerdiskriminierung, Gender-Mainstreaming, Väterdiskriminierung, etc.. Alle meine Kommentare waren stets sachlich und mit keinem Wort beleidigend. Dennoch werden sie überwiegend nach kurzer Zeit für Dritte unsichtbar gemacht. Das beobachte ich nicht nur bei Frau Giffey sondern in allen linken, grünen und feministischen Kreisen. Andere Meinungen werden nicht geduldet und sollen nicht sachlich diskutiert werden. Mit Demokratie, Meinungsfreiheit und/oder sachlichem Austausch von Argumenten hat das schon lange nichts mehr zu tun! Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich!
Hallo Bernd,
danke für die Info. Das ist natürlich skandalös. Ich kenne mich mit Facebook nicht aus, aber hast du noch Zugriff auf deine Facebook-Nachricht und eine Kopie der Nichtlesbarkeit deiner Nachricht? Wenn ja, kannst du es uns mal zuschicken und – wenn du einverstanden bist – können wir daraus vielleicht einen Beitrag machen.
@Bernd und Bruno
Richtig. Von so etwas sollte man nach Möglichkeit Screenshots machen. Und auch kritisch nachfragen bei der Moderation und dies dann dokumentieren.
Das Internet entwickelt sich immer mehr zur Demokratie-Maschine. Diese Dinge müssen einfach online einsehbar sein, und der Rest entwickelt sich von selbst. Es muß einfach nur „da“ sein. Politiker und etablierte Medien sind völlig überfordert von dieser „Anarchie“. Ironischerweise entwickeln sich deren Presse- und Online-Organe immer mehr zu Filterblasen. Man muß immer wieder den Kopf schütteln, wenn man Politiker und Journalisten über „Filterblasen“ schwadronieren hört.
Wir wissen ja, Journalisten von „Spiegel“, „Taz“, „Süddeutscher“ und „Zeit“ lesen regelmäßig auch die „Junge Freiheit“, „Cicero“ und kritische Blogs, um freiwillig ihren Horizont zu erweitern. Denn Journalisten dulden keine Filterblasen!
Es wäre ja gelacht …
Für Wahlrechtsforscher und Kenner,
Null Bock auf Alte Weiße Männer:
https://twitter.com/KathaSchulze/status/1059726525782745088
Das ist die Frau, die fast immer lacht,
ich habe sie live heute im BR gesehen.
Da hat sie es oft bei der Rede gemacht,
danach hat sie sogar noch öfters gelacht.
Es konnte manchen das Lachen vergehen,
was sie gern aus dem Land Bayern macht,
dass es an allen Ecken und Enden kracht,
und das mit %en neunzehn_komma_acht.
An Manndat-Männer hat sie wenig gedacht,
und zu der Aussage vom Wahlrecht gelacht,
quasi mit einem Tenor, es wäre ja gelacht …,
wenn nicht mindestens 1 Lila Pudel mitmacht.