Die männerpolitischen TOP-10-News der Woche aus Genderama (KW24)

von Dr. Bruno Köhler

Genderama ist die wichtigste deutschsprachige Nachrichtenseite zu den Rechten von Jungen, Vätern und Männern. MANNdat bringt die Top-10-Beiträge der Woche, mit freundlicher Genehmigung des Autors Arne Hoffmann.

Die Beiträge sind original aus Genderama übernommen. Die Überschriften sind von MANNdat. Ansonsten sind zusätzliche MANNdat-Kommentare gekennzeichnet.

10. Gotthardtunnel kostet neun Männerleben

Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet über „die toten Arbeiter vom Gotthard“: “Beim Bau des ersten Gotthardtunnels gab es 199 Todesfälle, der neue Tunnel forderte 9 Todesopfer.”

Derjenige, der Genderama diesen Link zusandte, merkt dazu an: „Und wieder kein Wort davon, dass es sich ausschließlich um Männer unter den Toten handelt. Ich stelle mir gerade die Reaktionen vor, wenn nur Frauen betroffen gewesen wären.“

9. Wie Feministinnen sich selbst belügen, berichtet Anna Maltsev in der Neuen Zürcher Zeitung

Im Verlauf des Artikels stellt Anna Maltsev auch die folgende Frage:

Wenn Feministinnen die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau als Ziel haben – warum ist dann bis heute noch nie eine Feministin auf die Idee gekommen, gegen Wehrpflicht, für gleich hohe Rentenalter oder gegen die Benachteiligung der Männer nach Scheidungen oder beim Sorgerecht zu protestieren?

[MANNdat] …oder auch gegen alles Andere, was hier aufgeführt ist.

8. Artikel entpuppt lächerliches Strafmaß für Falschbeschuldigerinnen

Es gibt wenig, was eine Frau davon abschrecken könnte, fälschlich zu behaupten, dass ein Mann sie zum Beispiel „gefesselt und vergewaltigt“ habe. Das aktuelle Strafmaß für eine solche Verleumdung in Deutschland: Zwei Monate, selbstverständlich auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte lediglich eine Geldstrafe von 500 Euro als Spende für eine gemeinnützige Organisation gefordert. Ist schließlich auch keine große Sache, und mehr als dass sich ein beschuldigter Mann nach einem solchen Rufmord umbringt, kann dabei auch nicht passieren.

7. Schwesigs nächstes Gesetz zur Einschränkung der Grundrechte von Männern?

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hält es für „eine große Ungerechtigkeit in unserem Land“, dass Frauen nicht wissen dürfen, was genau ihr Kollege verdient. Aktuell soll sich der Koalitionsauschuss mit dem von Schwesig dafür vorgelegten Gesetzesentwurf beschäftigen.

[MANNdat] Dass Männer nicht wissen dürfen, was ihre Kollegen oder ihre Kolleginnen verdienen, findet Schwesig natürlich nicht ungerecht. Aber Manuela Schwesig ist ja bekannt für ihr ausgeprägt ambivalentes Gerechtigkeitsverständnis. Gerecht wäre, wenn alle wissen würden, was Männer und Frauen wirklich verdienen. Aber dann würde ja die Gender Pay Gap-Lüge relativ schnell auffliegen. Das will unsere doppelmoralinsauere Ministerin für alle außer Männer natürlich nicht.

6. Warum wählen junge Männer konservativ, fragt Prof. Hollstein

„Wir müssen die Protestgründe verstehen“ fordert der Männerforscher und Professor für Soziologie Walter Hollstein im Berliner Tagesspiegel. Im Anreißer des Artikels heißt es:

“Viele junge Männer wählen rechts. Denn das traditionelle Männerbild wird überall kritisiert, Männer werden als Defizitwesen hingestellt. Es ist höchste Zeit, die Geschlechterpolitik kritisch zu hinterfragen.”

5. Wie „rechts“ ist die Männerrechtsbewegung wirklich?

[MANNdat] Nein, keine Sorge, es geht diesmal nicht um eine von einem inkompetenten Journalisten verzapfte und von der Friedrich-Ebert-Stiftung als “Expertise” verkaufte neue jungen- und männerfeindliche Hirnblähung und auch nicht um eine neue vom Frauenministerium mit Steuergeldern mitfinanzierte Hintertreiberaktion des Bundesforums Männer.

Um das herauszufinden, hat das Blog Phaislum diverse Maskulisten auf dem politischen Kompass verortet: Ein Instrument, mit dem jeder herausfinden kann, wo er im politischen Spektrum steht, indem er einige Fragen beantwortet. Die übergroße Mehrzahl der befragten Maskulisten findet sich im Quadranten „linkslibertär“.

4. Südafrikanische Männer wehren sich

Ein Gericht in Südafrika hat den Weg für die bisher größte Sammelklage von 69 lungenkranken Männern, die unter Tage arbeiten, gegen 32 Bergbauunternehmen freigegeben.

3. Haben die Grünen endlich ausgeschlafen?

Unter der Überschrift „Ihnen das Messer wegnehmen“ hat der Grüne Ulf Dunkel einen Vortrag Dr. Christoph Kupferschmids vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland zum Thema Genitalverstümmelung („Beschneidung“) bei Jungen online gestellt:

Die große Mehrheit der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland ist anderer Meinung als die Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages. Eltern sollen nicht ohne zwingende medizinische Gründe darüber entscheiden dürfen, ob ihre Söhne beschnitten werden oder nicht.

[…] Wir Kinder- und Jugendärzte sind überzeugt, dass die Menschenrechte an oberster Stelle unserer Werteskala stehen. Kinderrechte sind Menschenrechte. Das Recht eines Kindes auf einen unversehrten Körper zählt mehr als das Recht der Eltern auf die Erziehung. Das Selbstbestimmungsrecht des Kindes steht bei uns weit höher als das Bestimmungsrecht der Religionen. Niemand akzeptiert eine Prügelstrafe, nur weil manche Menschen es aus der Bibel lesen, dass Prügel notwendig sind für die Erziehung von Kindern. Wir Kinder- und Jugendärzte wollen, dass Jungen in unserer Gesellschaft die gleichen Schutzrechte genießen wie die Mädchen.

[MANNdat] Vier Jahre, nachdem sich in Deutschland der Bundestag mehrheitlich für eine Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung ausgesprochen hat und Jungen dabei ihre Grundrechte aus Artikel 1, 2 und 3 GG gleich mit beschnitten wurden, wobei sich gerade Grünenpolitiker wie Volker Beck und Cem Özdemir als besondere Befürworter für diese mit Gewalt verbundene Männlichkeitsinitiation hervorgetan haben, gibt es offenbar mittlerweile Grüne, die Jungen tatsächlich auch Grundrechte zugestehen wollen. Eine echte Wende oder nur ein einzelner, verlassener Abweichler eines jungen- und männerfeindlichen Politikverständnisses?

2. Demo von Väterrechtlern in Köln

Am 11. Juni demonstrieren Väterrechtler in Köln gegen die Diskriminierung von Scheidungsvätern, wenn es um den Kontakt zu ihren Kindern geht.

1. Rechtlose Kuckucksväter bleiben hartnäckig und schaffen es langsam, etwas zu bewegen

Nach hartnäckigem Argumentieren sogenannter Kuckucksväter spricht sich die Justizministerkonferenz der Bundesländer jetzt auf Antrag Bayerns für die gesetzliche Regelung eines Auskunftsanspruchs des Scheinvaters gegen die Mutter auf Benennung des leiblichen Vaters aus. Bislang hatte das Recht der Mutter, beispielsweise über einen Seitensprung keine näheren Informationen geben zu müssen, Vorrang vor dem Auskunftsinteresse des zahlenden Scheinvaters. Das Kuckucksvaterblog berichtet über die aktuellen Entwicklungen.

Und als Extra diesmal: Ist die Männerbewegung unpolitisch?

Fragt Lucas Schoppe in einem insgesamt lesenswerten Beitrag. Hauptsächlich geht es Schoppe in seinem Artikel um das Problem, dass die Männerrechtsbewegung aus ihrer Online-Filterbubble immer noch nicht herauskommt:

Erstens fehlt es an der allgemeinen Bereitschaft, für ein gemeinsames Ziel eigene Interessen zurückzustellen.

Zweitens sind nur wenige überhaupt damit beschäftigt, Kontakt zu etablierten politischen Institutionen herzustellen, mit ihnen in die Diskussion zu kommen, gar Lobbyarbeit zu betreiben. Das ist für eine politische Bewegung aber unverzichtbar – denn schließlich agieren wir nicht in einem offenen Terrain, sondern in einer rundum zugestellten politischen Landschaft. Wer dort Bewegungsräume haben möchte, wird sie ohne Kontakt zu bestehenden Institutionen nicht etablieren können.

[…] Ohnehin hat sich kaum etwas in dieser Männer-Bewegung institutionalisiert. Die wichtigsten Blogs – Arne Hoffmanns Genderama als wichtigste Informationsplattform, Christian Schmidts Alles Evolution als wichtigstes Diskussionsforum – sind Privatblogs. Wenn die Betreiber morgen keine Lust mehr hätten, sie weiter zu führen, dann würden diese zentralen Anlaufstellen einfach verschwinden, ohne dass irgendjemand bereit stünde, ihre Funktion zu übernehmen.

Das weist aber zugleich auch auf ein zentrales Problem hin: Da Männer und zunehmend auch Frauen hier eine Arbeit einfach selbst übernehmen, die von bestehenden Institutionen – Medien, Parteien, Universitäten, anderen staatlichen Institutionen – versäumt wird, da diese Menschen aber natürlich überhaupt nicht mit den dafür nötigen zeitlichen und materiellen Ressourcen ausgestattet sind, leisten sie diese Arbeit häufig am Rande ihrer Möglichkeiten.

[MANNdat] Lieber Herr Schoppe, wir stimmen Ihren Ausführungen in vollem Umfang zu.

Wir sind ein Verein,

  • dessen Mitglieder seit 2004 die Bereitschaft zeigen, eigene Interessen für ein gemeinsames Ziel zurückzustellen.
  • der sich politisch engagiert.
  • der Kontakte zu politisch Verantwortlichen sucht und knüpft.
  • in dem unsere Mitglieder ihre private Freizeit und ihr privates Geld einsetzen, um Aufgaben zu übernehmen, die von Medien, Parteien, Universitäten und anderen staatlichen Institutionen versäumt werden.

Hier ist unser Beitrittsformular.

Urheber: tolgatezcan / 123RF Lizenzfreie Bilder

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Lesermeinungen

  1. Von Mathias Frost

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  2. Von wolf

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