Unser Dank zum Jahresabschluss – und einige unbequeme Fragen
Wir wünschen allen Mitgliedern, Spendern und Unterstützern von MANNdat, aber auch allen anderen Menschen, die ein Herz für Jungen und Männer haben, ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2012. Der Wunsch ist mit der Hoffnung verknüpft, dass unsere Arbeit auch weiterhin Unterstützung findet, in welcher Form auch immer.
Unsere Gedanken sind vor allem bei jenen Vätern, die das Weihnachtsfest mit ihren Kindern verbringen wollen, es aber nicht können, weil väterfeindliche Rahmenbedingungen in unserem Land dies verhindern.
Wenn wir auf das Jahr 2011 zurückblicken, gibt es immerhin eine positive Entwicklung festzustellen: Die Männerwehrpflicht wurde ausgesetzt. Natürlich nicht aus Gründen der Gleichberechtigung. So weit reicht Gleichberechtigung ja nicht, dass sie auch für Jungen oder Männer gelten würde. Sie wurde ausgesetzt aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. Trotzdem freuen wir uns darüber. Aber schon gibt es Stimmen, andere Männerzwangsdienste einzuführen. Es ist also Vorsicht geboten. Die Misandrie lebt weiter fort.
Eines der für uns prägendsten Ereignisse dieses Jahres war die Abberufung des israelischen Spitzenwissenschaftlers Martin van Creveld von seiner Dozentenstelle an der Universität Trier, weil er nicht ausreichend politisch korrekt war.
Noch prägender war für uns jedoch die Abberufung von Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar. Monika Ebeling hat den „Fehler“ gemacht, denjenigen zu glauben, die uns was von einer Gleichstellungspolitik für Frauen „und Männer“ vorheucheln, die uns weis machen wollen, dass „Gender Mainstreaming“ auch die Anliegen und Belange von Jungen und Männern berücksichtigen würde, die uns den Bären aufbinden wollen, Geschlechterpolitik wäre etwas anderes als ein Krieg gegen Jungen und Männer.
Kurz: Sie hat es gewagt, sich in ihrer Gleichstellungsarbeit auch für Jungen und Männer einzusetzen. Das war zu viel für die Politfeministinnen vor Ort.
Jetzt soll sie auch noch ihre Stelle als Kindergartenleiterin verlieren. Es hat den Anschein, als solle ein Exempel statuiert werden für alle Gleichstellungsfunktionärinnen, die es zukünftig wagen sollten, von der jungen- und männerfeindlichen Linie abzuweichen. Ihnen soll vermutlich klargemacht werden, dass Abweichlerinnen des geschlechterpolitischen Establishments nicht nur der Verlust ihrer Gleichstellungsstelle droht, sondern auch der Verlust ihres Arbeitsplatzes und damit der Verlust ihrer existentiellen Grundlage.
Selbst wir, die wir die Szene seit Jahren verfolgen, sind erschrocken, zu sehen, wie radikal, aggressiv und menschenverachtend der Politfeminismus heute schon agiert.
Von einer Geschlechterpolitik für Frauen UND MÄNNER, für Mädchen UND JUNGEN sind wir noch Lichtjahre entfernt. Geschlechterpolitik, egal wie man sie auch nennt, orientiert sich immer noch nur ausschließlich an der Frauenquote. Welche Probleme Jungen, Väter oder Männer haben, interessiert die „Genderblender“ nicht. Im Gegenteil. Ist nicht jeder Junge, der im Bildungssystem scheitert, jeder junge Mann, der als Arbeitsloser auf der Straße landet und auch jeder Vater, der nach Belieben „entsorgt“ und als reiner „Zahlvater“ benutzt werden kann, ein Gewinn für die Frauenquote? Warum wohl, hat man seit zehn Jahren nichts Effektives im Bereich Jungenleseförderung unternommen? Warum wohl will die Politik aller Parteien Vätern ein gleichberechtigtes Sorgerecht vorenthalten? Warum wohl gibt es trotz höher männlicher Arbeitslosigkeit nach wie vor ausschließlich geschlechterspezifische Arbeitsmarktprojekte nur für Frauen?
„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“, sagte Ingeborg Bachmann. Wir von MANNdat gehören zu den wenigen, die es wagen, nach der Wahrheit hinter einer geschlechterpolitischen Einheitskost zu erfragen, die uns seit Jahrzehnten vorgesetzt wird und die Jungen und Männer nur als Täter kennt. Deshalb braucht eine ehrliche Geschlechterpolitik MANNdat heute mehr denn je.
Liebe Grüße
Der MANNdat-Vorstand
„Jeder ist ein Teil vom Schicksal anderer,
Die vor ihm waren und die um ihn gehen,
Die auch nur einmal, eilige Weiterwanderer,
Den Weg ihm kreuzend, flüchtig bei ihm stehen.
Sie kommen, kommen ohne Zweck und Sinn.
Entfernen sich mit leichtem Wanderschritt.
Sie bringen alle etwas zu ihm hin.
Sie nehmen alle etwas von ihm mit.“
Alfred Lichtenstein
Bildquelle: (c) Gerd Altmann/www.pixelio.de
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