Toleriert PLAN Gewalt gegen Männer? – ein Leserbrief

von Manndat

Ein Leserbrief von Herrn Knappe zu PLAN, einer Kinderrechtsorganisation, zu deren sehr einseitigen Sichtweise von Toleranz bei Gewalt in Abhängigkeit vom Geschlecht der Opfer, den wir hier veröffentlichen dürfen. Zuvor jedoch erst einige wichtige Hintergründe dazu.

Hintergrund: Warum wir PLAN, also eine Organisation, die sich für Kinderrechte einsetzt, kritisieren:

PLAN ist eine Organisation, die sich offiziell für Kinderrechte einsetzt, bei Aktionen aber Jungen daraus oft ausgrenzt, wie z.B. „Mädchen brauchen Ihre Unterstützung!“, „Because I am a Girl“ oder „Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen“. PLAN setzte sich auch wesentlich für die Einführung eines Internationalen Mädchentages der UN ein. Ein Internationaler Jungentag gibt es nicht und wird von PLAN auch nicht gefordert.

Zweifellos ist es wichtig, dass sich Organisationen für Mädchen einsetzen. Wenn eine Organisation, die vorgibt, alle Kinder zu schützen, Jungen systematisch ausschließt, schafft dies jedoch gefährliche Leerstellen:

Normalisierung von Gewalt: Wenn Schutzprogramme Jungen ignorieren, entsteht der gesellschaftliche Eindruck, dass Jungen weniger verletzlich seien oder „Schmerz aushalten müssen“. Das stigmatisiert männliche Opfer und lässt Gewalt als „normales“ männliches Aufwachsen erscheinen.

Fehlende Meldeketten: Ohne spezifische Anlaufstellen und Kampagnen für Jungen wissen betroffene Kinder oft nicht, dass das, was ihnen widerfährt, Unrecht ist. Täter nutzen dieses Informationsvakuum gezielt aus, da sie weniger Entdeckung fürchten müssen.

Präventionslücke: Gewaltprävention funktioniert nur ganzheitlich. Wenn Jungen keine Hilfe bei eigenen Gewalterfahrungen erhalten, steigt statistisch das Risiko, dass sie später selbst Gewalt anwenden (Transgenerationale Weitergabe). Einseitiger Schutz unterbricht diesen Teufelskreis nicht.

Ressourcenentzug: Durch das offizielle Label „Kinderrechte“ blockiert die Organisation Gelder und Aufmerksamkeit, die eigentlich für alle Kinder gedacht sind. Da die Not von Jungen so unsichtbar bleibt, werden keine alternativen Hilfssysteme für sie aufgebaut.

Gefühl der Rechtlosigkeit: Jungen, die merken, dass Institutionen sie im Stich lassen, verlieren das Vertrauen in den Rechtsstaat. Diese Isolation macht sie anfälliger für die Rekrutierung durch radikale Gruppen oder kriminelle Milieus, die ihnen vermeintlichen „Schutz“ oder „Stärke“ biete.

Dass dies keine bloße Theorie ist, zeigte schon der Bericht „Child Labour: Global estimates 2020, trends and the road forward“. Danach sind es Anfang 2020 weltweit deutlich mehr Jungen als Mädchen Kinderarbeit verrichten (11,2 Prozent aller Jungen und 7,8 Prozent aller Mädchen). Der Anteil der Jungen, die wegen Kinderarbeit nicht zur Schule gehen, ist höher als der der Mädchen (35 Prozent gegenüber 32,8 Prozent). Und schließlich:

Die Kinderarbeit von Jungen ist von 2016 zu 2020 von 10,7 auf 11,2 Prozent gestiegen ist, während sie bei Mädchen von 8,4 auf 7,8 Prozent gesunken.

Die derzeitige Praxis der weltweiten Kinderschutzpolitik, die Jungen häufig gezielt ausgrenzt, führt durch die Marginalisierung von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung von Jungen nicht zur Beseitigung von Kinderarbeit, sondern dazu, einfach kinderarbeitende Mädchen durch kinderarbeitende Jungen zu ersetzen. Wir halten Organisation, wie PLAN, dafür mitverantwortlich.

Der Text von Herrn Knappe:

Vor einiger Zeit erschienen die Ergebnisse einer Umfrage der Organisation PLAN als Artikel in meiner Zeitung. Ich habe wie folgt in einem Leserbrief zu dem Artikel Stellung genommen:

Betr.: Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen
Die Hilfsorganisation PLAN International Deutschland hat die Ergebnisse einer Umfrage unter 1000 Männern und 1000 Frauen unter dem Titel „Spannungsfeld Männlichkeit- so ticken junge Männer zwischen 18 und 35 in Deutschland“ veröffentlicht. Darin wird behauptet, dass jeder dritte Mann es akzeptabel findet, wenn ihm im Streit mit der Partnerin die Hand ausrutscht. PLAN ist auf der ganzen Welt aktiv und hilft und unterstützt benachteiligte Kinder. Bis vor nicht allzu langer Zeit gehörte es zu ihrem Konzept, ausschließlich Mädchen zu unterstützen. In Not geratene Knaben schien es aus ihrer Sicht nicht zu geben oder die schienen ihnen nicht wichtig genug zu sein, um ihnen zu helfen. Dies hat PLAN nun formal geändert. Defacto ist es aber immer noch so, dass ihre Hilfs -und Förderangebote sich fast ausschließlich an Mädchen und junge Frauen richten. Es ist davon auszugehen, dass die Umfrage im Geiste dieser diskriminierenden Grundhaltung initiiert wurde und deswegen durch die entsprechenden Fragestellungen das Ergebnis der Umfrage schon vorher feststand. Gewalt zwischen den Geschlechtern ist mittlerweile keine Einbahnstraße mehr. Statistisch belegt, nimmt männliche Gewalt gegen Frauen ab, wenn man Männer mit Migrationshintergrund herausrechnet und Gewalt, die von Frauen ausgeht nimmt zu. Solche Umfragen sind die Spenden nicht Wert, durch die sie finanziert wurden und gehören in den Papierkorb und nicht in die Zeitung.

Zur Ergänzung: Eine aussagekräftige, repräsentative Studie, die explizit in Zahlen beziffert, wie viel Prozent der Frauen Gewalt von Frauen gegen Männer akzeptabel oder lustig finden, existiert aktuell nicht. Auch PLAN hat dies nicht getan (oder nur nicht veröffentlicht?) Es wäre durchaus interessant gewesen, wie häufig junge Frauen zwischen 18 und 35 Gewalt von Frauen gegen Männer, z.B. Ohrfeigen oder „Eiertritte“, akzeptabel finden. So wenige dürften das nicht sein, denn sonst wären solche Szenen nicht häufige Stilmittel in Werbungen oder Filmen, und zwar humoristische Stilmittel.

Die Frage bleibt: Warum fordert eine Organisation, die satzungsgemäß sich für Kinder unabhängig von Geschlecht einzusetzen vorgibt, lediglich „Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen“, aber nicht auch „Null Toleranz bei Gewalt gegen Männer“ und welche Folgen hat diese Einseitigkeit von PLAN für die Akzeptanz von Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch von Jungen und Männer? Schreiben Sie ihre Meinung in die Kommentare.

 

Quelle Beitragsbild: AdobeStock_349823229

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