Tschüss, Killers!

von Matt Alder

KillersBST080717-65, @Raph_PH
Müssen Männer heute wirklich Feministen sein? Frontmann von „The Killers“ verstört mit Aussage.

Die amerikanische Band „The Killers“ hat ein neues Album veröffentlicht. Unser Kolumnist Matt Alder war bislang Fan dieser Band, ist aber mit den neuesten Ansichten des Frontmanns Brandon Flowers nicht einverstanden.

Lieber Brandon Flowers,

als ich neulich in unserer Lokalzeitung las, dass die „Killers“ ein neues Album rausbringen, mit reflektiertem Inhalt in Sachen Liebe und Mannsein, wollte ich es sofort downloaden. Dann habe ich den Bericht doch noch zu Ende gelesen und es ganz schnell bleiben lassen. Denn da stand ein Satz von dir, den ich nicht verstehe: „Ich denke, Männer müssen heute Feministen sein.“ Warum? Ich bin kein Feminist und liebe meine Frau trotzdem, und sie mich auch – sagt sie mir auch immer wieder, ohne dass ich sie danach fragen muss. Weißt du, ich finde es toll, dass du erwachsen geworden bist und einen kritisch-ironischen Blick auf deine Sturm-und-Drang-Zeit hast. Das hat wirklich etwas von Reife. Aber muss ein cooler Typ wie du sich ausgerechnet beim Feminismus anbiedern? Ich werde „Human“ nie mehr anhören können, ohne an diesen Satz zu denken. Wahrscheinlich wechsle ich künftig den Sender, wenn der Song im Radio läuft.

Möglicherweise reden wir aber auch von unterschiedlichen Dingen. Ich weiß nicht, wie das bei euch drüben in Las Vegas so ausschaut. Aber was auch immer man hier in Deutschland von Feministinnen hört – das Wort „Liebe“ ist nie dabei. Ich glaube, das kennen die hier gar nicht mehr. Zumindest das Thema scheint sie nicht sonderlich zu interessieren. Stattdessen müssen wir uns permanent einschenken lassen, was für furchtbare Schweinehunde wir Männer alle seien. Ist das wirklich deine Meinung? Vielleicht solltest du einfach mal bei Cassie Jaye vorbeischauen, auf einen netten Filmabend mit „The Red Pill“ – wenn deine Frau nichts dagegen hat (die Cassie ist nämlich ziemlich hübsch!). Falls doch, besucht ihr sie gemeinsam – schaden kann das nicht.

Lieber Brandon, ihr von „The Killers“ macht Rockmusik; vor ein paar Jahrzehnten war das mal Ausdrucksform der Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge. Sicher, das ist lange her. Ich würde mich trotzdem freuen, wenn in euer nächstes Album ein paar Erkenntnisse aus dem Film einfließen würden, gewissermaßen als Rebellion gegen das feministische Establishment. Ich kaufe es dann auch, versprochen!

Herzlichst, dein Matt Alder

Hinweis der Redaktion: Matt Alder ist das Pseudonym eines Vereinsmitglieds, weshalb seine Artikel für den derzeit laufenden Autorenwettbewerb nicht zugelassen sind.

Bildquelle:
KillersBST080717-65,@Raph_PH

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  1. Von Marc Prager

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