Der Wal, die weibliche Wahlfreiheit und der Männerzwangsdienst
Der Wal, die weibliche Wahlfreiheit und der Männerzwangsdienst
Ein Wal rührt uns zu Tränen, während wir zusehen, wie in der Ukraine tagtäglich Väter und Söhne im Schlamm verheizt werden. Warum ist uns das Leben eines Mannes weniger wert als eine mediale Inszenierung? Ein schmerzhafter Blick in die hässliche Fratze der Doppelmoral unserer Zeit.
Wir halten kollektiv den Atem an, wenn eine mediale Inszenierung uns das Einzelschicksal eines verirrten Wals als humanitäre Pflicht verkauft. Wir weinen vor Bildschirmen um das Tier, wir spenden, wir fühlen uns „menschlich“. Es macht uns traurig, aber zugleich auch glücklich, denn es bestätigt uns: Wir sind die „Guten“, wir sind moralisch überlegen, wir sind ethisch rein. Kein Zweifel, an unserem Wesen sollte die Welt genesen.
Gleichzeitig lässt es uns völlig kalt, wenn in der Ukraine zehntausende Väter, Söhne und Brüder in einem industriellen Fleischwolf verheizt werden. Dort werden seit vielen Jahren tagtäglich Männerleben auch zwangsrekrutiert massenhaft vernichtet. Es sind Menschen, die nicht gefragt wurden, ob sie in diese Welt gesetzt werden wollen. Es sind Menschen, die nicht gefragt wurden, mit welchem Geschlecht man sie in die Welt setzten soll. Es sind Menschen, die nur ihr Leben leben wollen, aber die keine Wahl haben, die aus ihrem Alltag gerissen und in den Schlamm geworfen wurden, um für geopolitische Machtspiele zu krepieren. Dass wir dieses massenhafte Sterben mit der statistischen Distanz eines Börsenberichts quittieren, entlarvt unsere moralische Überlegenheit als hohle menschenverachtende Fassade.
„Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ schrieb der preußische Generalmajor und Militärtheoretiker Carl von Clausewitz in seinem postum veröffentlichten Hauptwerk „Vom Kriege“ (1832–1834).
Man kann das auch anders definieren. Krieg ist das, was passiert, wenn Diplomaten und Chefdiplomatinnen kläglich versagen. Es ist das, was passiert, wenn man die große Chance, die sich nach Ende des Kalten Krieges für Europa 1990 ergeben hat, unfähigen Politikern in die Hand gibt. Und den Preis für dieses klägliche Versagen der Diplomaten, Chefdiplomatinnen und Politiker zahlen Männer mit ihrem Leben. Das ist Krieg.
Die Leichen der Männer, soweit man sich die Mühe macht, ihre Überreste auf den Schlachtfeldern zusammenzuklauben, werden als „Mahnmal gegen den Krieg“ in Soldatenfriedhöfen aufgebahrt. Aber kaum einer geht hin, weil uns deren Schreie dort in unserem Gefühl der moralischen Reinheit und Überlegenheit stören.
Und so überrascht nicht, dass wir auf den Krieg in der Ukraine nicht mit Entrüstung, sondern mit Wiederaufrüstung reagieren.
Über ein halbes Jahrhundert wird uns das hohe Lied der Gleichberechtigung, ja sogar der Gleichstellung, in unsere Gehirne eingebrannt. Und jetzt plötzlich heißt es einfach knapp und mit einer unglaublich maximalen Empathieferne, Zitat Bundeswehrprofessorin Frau Dr. Groh: „Die Wehrpflicht für Männer ist eben eine Ausnahme zum Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter.“ So einfach ist das.
Die „Begründung“: Weil Männer angeblich „nur“ etwa 40 % der freiwilligen Care-Arbeit leisten, sei es ein „gerechter“ Ausgleich, dass wir 100 % Männer, notfalls auch zwangsrekrutiert, in den Schützengraben pressen und dort verrecken lassen.
Doch dort, wo Männer die Mehrheit der Care-Arbeit leisten, wie z. B. bei der Feuerwehr, sind sie auch nicht erwünscht. Dort müssen sie als „Anerkennung“ für ihre Care-Arbeit sich noch Vorträge über ihre „toxische Männlichkeit“ anhören. Das entlarvt diese „Begründung“ endgültig als das was es ist, nämlich eine billige Ausrede dafür, dass uns Jungen und Männer schlichtweg egal sind, sonst nichts.
Wo waren die ganzen Gender-Blender, als man die Rückkehr zum Männerrollenbild des Kriegers vollzog? Erst jetzt, nachdem man die Pflicht der Landesverteidigung wieder einmal ausschließlich den Männern zugewiesen hat, kriechen sie wieder aus ihren Löchern und dreschen auf Jungen, Väter und Männer ein, wie ein Suchtkranker nach einer längeren Entzugsphase.
Das zeigt nicht nur die moralische Bankrotterklärung unserer Gesellschaft, das zeigt auch, dass wir sogar noch stolz darauf sind. So verwundert es nicht, dass Männerfeindlichkeit und Männerhass heute zu einem Wirtschaftszweig geworden sind.
Verlage, Medienhäuser und künstlich geschaffene Funktionsstellen in Verwaltung und Politik verdienen prächtig an Büchern und Kampagnen, die das Bild des Mannes als „toxischen Störfaktor“ zementieren.
Hass und Hetze haben angeblich in „unserer Demokratie“ keinen Platz. Tatsächlich werden Bücher wie „Ich hasse Männer“ nicht nur angepriesen, sondern sogar zu Verkaufsschlagern. Und alle tun so, als würden sie den rosa Elefanten im Raum dieser abgrundtiefen Verlogenheit nicht sehen.
Mit Schlagworten wie #killallmen oder einer Pädagogik, die Jungen nur noch als „Problemfall“ begreift, wird männliches Leben als minderwertig ausselektiert oder in Revolverblättern, die früher einmal als „Sturmgeschütz der Demokratie“ galten und heute mit medialer Lychjustiz an Männern ihren Reibach machen, gleich als Krankheit pathologisiert. Der Widerspruch, dass sich ein Land bei ihrer Landesverteidigung auf angeblich „Kranke“ verlässt, bestätigt die normative Kraft der misandrischen Wirklichkeit unserer verlogenen Gesellschaft.
In Grundsatzprogrammen von Regierungsparteien wird Männlichkeit kurzerhand als nicht menschlich zementiert. Das macht es den Vollstreckern des Entzugs von Menschenrechten bei Männern einfach. Wer nicht als menschlich und damit nicht als Mensch gilt, hat auch keinen Anspruch auf Menschenrechte und auch nicht auf Grundrechte unterer Verfassung, die ja auf den Menschenrechten basiert.
Artikel 12a im Grundgesetz, in der die reine Männerwehrpflicht verankert wurde, ist der von der Politik unangetastete „Heilige Gral“.
Die Exekutive kann mit dieser verfassungsrechtlichen Pervertierung von Menschenrechten den Männern Grundrechte nach eigenem Ermessen beschneiden oder gar ganz ausfallen lassen. Die Legislative will daran nichts ändern, weil sie von den gleichen Parteien gestellt wird, die in der Exekutive davon profitieren. Und die Judikative wäscht ihre Hände in Unschuld, denn sie kann darauf verweisen, dass sie nach Gesetz und nicht nach Gewissen oder modernen Rollenbildern zu entscheiden habe.
Und selbst die Geschlechterpolitik hat an diesem grundgesetzlich zementierten, altmodischen Sexismus nie etwas geändert oder ändern wollen, der zu einer Zeit eingeführt wurde, in der man meinte, Frauen könnten auf Grund ihres Körperbaus gar kein Fußball spielen und in der Frauen ohne Einverständnis ihres Mannes noch nicht einmal einen Arbeitsvertrag unterschreiben durften. Denn, und hier zitieren wir nochmals Frau Bundeswehrprofessorin Dr. Groh:
Jetzt ist die Situation aus meiner Sicht für Frauen eigentlich total fantastisch. Frauen können jetzt freiwillig Dienst mit der Waffe tun, können in den Streitkräften alles werden, wenn sie entsprechende Tests bestehen – aber Frauen dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.
Wollen wir etwa, dass unsere Töchter in den Krieg ziehen müssen? Nein, das ist die falsche Frage. Die Frage, die sich die Gesellschaft stellen müsste, aber es nicht tut, weil sie Angst davor hat, sich ihrer moralischen Doppelmoral zu stellen ist:
Warum ist es für uns völlig in Ordnung, dass wir so selbstverständlich unsere Söhne in den Krieg schicken?
Man hat unsere Söhne im Bildungswesen zurückgelassen, weil man sagte, sie seien an ihren schlechten Bildungsleistungen selber schuld, weil sie nicht von ihren alten Rollenbildern lassen wollten. Die schnelle Rückkehr zum Männerrollenbild des Kriegers ohne großen Aufschrei der Gender-Blender zeigt, dass das nicht stimmt. Politik, Medien und Gesellschaft sind es, die von Jungen und jungen Männern immer wieder die uralten Männerrollenbildpflichten einfordern. Es war wieder eine Lüge, weil man Lügen immer nur mit neuen Lügen aufrechterhalten kann.
Die Beibehaltung des reinen Männerzwangsdienstpflicht belegt auch jedem noch so naivem Mann unmissverständlich, dass es der Geschlechterpolitik nie um Gleichberechtigung oder Gleichstellung ging.
Wir leben in einer Gesellschaft, die ihre Töchter zu sehr liebt, um sie auf dem Schlachtfeld krepieren zu lassen, und die ihre Söhne nicht ausreichend genug liebt, um diese nicht auf dem Schlachtfeld, notfalls auch mit Zwang, krepieren zu lassen.
Und unsere Gesellschaft hütet sich davor, eine solche Liebe zu ihren Söhnen zu entwickeln. Dieser Zustand ist nämlich kein Zufall, sondern das Ergebnis einer systematischen Abwertung. Die Gesellschaft hat sich im Laufe der Evolution darauf spezialisiert, den Mann im Frieden zu „demontieren“ und ihre Söhne in der Erziehung entsprechend passend zu konditionieren, um ihn im Krieg als „seelenlose Ressource“ ohne Gegenwehr und mit völliger Empathielosigkeit verheizen zu können. Darauf beruht der Wohlstand unserer Gesellschaft – auf den Leichen von Männern.
Unsere verlogene Gesellschaft erteilt sich damit selbst die Absolution. Das ist praktisch: Wer sich täglich mit #menaretrash eintrichtert, Männer seien ohnehin nur „menschlicher Müll“ oder „systemischer Ballast“ und sogar kleinen Jungs die Schuld für die Vernachlässigung unserer Fürsorgepflicht in die Schuhe schiebt, schafft sich ein gutes Gewissen, wenn man seine eigenen Söhne aus Gründen der eigenen Bequemlichkeit bereitwillig zum Verheizen freigibt. Wir maskulinisieren den Tod wieder und bereiten den mentalen Boden, um die nächste Generation von Söhnen klaglos für das Verrecken im Dreck zu konditionieren. Es fehlt nur noch die in den beiden letzten Weltkriegen beliebte Lüge, unseren Söhnen wieder einmal einzureden, dass dies nun jetzt aber wirklich der allerallerletzte Krieg wäre, um alle Kriege zu beenden.
Und, was vielleicht sogar das Schlimmste ist, wir lassen unseren Söhnen gar keine andere Möglichkeit, dieses verlogene Geschwätz zu glauben und sich das selbst noch einzureden. Sie wissen instinktiv, dass wir sie belügen, aber sie wissen auch, dass wenn sie an der Oberfläche kratzen, auf eine Wahrheit stoßen könnten, die schlimmer ist als ein toter Wal.
Fazit
Wir rüsten nicht nur Panzer auf, wir rüsten unsere Herzen ab. Wer um einen Wal weint, Männer als Sündenböcke missbraucht und sie dann als namenlose Statistik im Krieg verrecken lässt, ist nicht fortschrittlich und schon gar nicht moralisch oder ethisch. Eine solche Gesellschaft ist zutiefst krank.
Quelle Beitragsbild: kommentar_admin-ajax
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