Die Saarbrücker Zeitung ignoriert wieder Gender Mainstreaming
Am 31.8. hatte die Saarbrücker Zeitung eine dpa-Meldung abgedruckt „Mehr Hilfen zur Suizid-Vorbeugung gefordert“, nach der die Deutsche Stiftung Patientenschutz einen deutlich stärkeren Ausbau der Suizid-Vorbeugung fordert. Trotz deutlich höherer Betroffenheit von Jungen und Männer bleibt, wie üblich, der geschlechterspezifische Aspekt deshalb einfach ignoriert.
Gender Mainstreaming ist und bleibt in erster Linie eins – verlogen.
Ein Leserbrief eines unserer Mitglieder (Überschrift von der Leserbriefredaktion):
Suizid bei Männern wird ignoriert
Der Artikel macht die geschlechtsspezifische Empathielücke deutlich, die zu Lasten von Männern besteht. Der Geschlechterunterschied bei Suiziden ist gravierend, bleibt aber, wenig überraschend, unerwähnt: Seit Jahren gibt es bei Männern etwa 2,5-mal mehr Suizidtote als bei Frauen, in einigen Altersgruppen über viermal. Wäre das Verhältnis umgekehrt, wäre der Aufschrei riesig und der Ruf nach frauenspezifischen Gegenmaßnahmen spontan. Auch trotz feministisch geprägter Perspektive: Eine wirksame Prävention muss die besondere Betroffenheit von Männern sichtbar machen und gezielt behandeln.
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