Gendermedizin Teil 1 – Nutzen oder Schaden für Männergesundheit?
Warum diese Studie?
In einer Sendung bei SR Kultur am 15.02.2026 war Frau Professor Dr. Sandra Eifert zu Gast und sprach über Gendermedizin und Frauengesundheit. Auf die Hörerfrage, ob man aufgrund der signifikant niedrigeren Lebenserwartung von Männern dort stärker etwas tun müsste, antwortete die Expertin, Männer seien biologisch „nicht für ein langes Leben ausgelegt“, und tat die 5-Jahres-Lücke mit einem „Tut mir leid“ als hormonelles Schicksal ab.
Frau Prof. Dr. Eifert stellt damit den Sinn und Zweck von Gendermedizin auf den Kopf. Der Sinn und Zweck von Gendermedizin besteht ja gerade darin, zweifellos existierende biologische Unterschiede von Mann und Frau auf daraus resultierende geschlechterspezifische Gesundheitsrisiken zu erforschen und daraus medizinische und gesundheitspolitische Maßnahmen abzuleiten, die helfen, gesundheitliche Nachteile daraus soweit wie möglich abzubauen und nicht einfach als Gott gegebenes Schicksal hinzunehmen. Eine solche Aussage einer renommierten Gendermedizinerin auf einer weitreichenden Hörerplattform konterkariert natürlich männergesundheitliche Bemühungen und hat uns schockiert.
Wir haben Frau Prof. Dr. Eifert diesbezüglich angeschrieben. Zum anderen haben wir den SR angeschrieben und auf die Problematik hingewiesen und gebeten, diese Aussage durch einen Zusatz zu relativieren, damit beim männlichen Publikum keinesfalls der Eindruck entsteht, Präventionsangebote, Früherkennung oder ein gesunder Lebensstil seien aufgrund einer „biologischen Vorbestimmung“ wirkungslos. Eine solche Fehlvorstellung kann in der Konsequenz Menschenleben kosten, da sie die Motivation zur medizinischen Vorsorge aktiv untergräbt.
Wir haben von Frau Prof. Dr. Eifert keine Rückantwort erhalten. Und auch der Saarländische Rundfunk hat diese Aussage unrelativiert so stehen lassen. Diese Ignoranz und dieses Negativbeispiel für Gendermedizin hat uns veranlasst, der Frage nachzugehen, ob Gendermedizin der Männergesundheit nutzt oder wie im beschriebenen Fall sogar schadet.
Problemstellung und Relevanz des Themas
Die Lebenserwartung von Männern in Westeuropa liegt im Durchschnitt vier bis fünf Jahre unter der von Frauen. Trotz dieser biologischen und statistischen Evidenz ist der wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurs im Bereich der Gendermedizin von einer bemerkenswerten Asymmetrie geprägt: Der Begriff wird in der Praxis und in den Medien hochentwickelter Industrienationen nahezu synonym für Frauenheilkunde oder Frauenförderung in der Wissenschaft verwendet.
Als primäre Rechtfertigung für diese Fokussierung dient der sogenannte „Male Bias“. Historisch wurden in klinischen Arzneimittelstudien der Phase I und II primär männliche Probanden oder männliche Tiermodelle eingesetzt, um hormonelle Schwankungen und das Risiko von Fruchtschädigungen auszuschließen [Regitz-Zagrosek]. Aus diesem unbestreitbaren Defizit der pharmakologischen Grundlagenforschung wurde in den letzten Jahrzehnten ein allumfassendes gesellschaftliches Narrativ konstruiert: Die moderne Medizin sei von Männern für Männer gemacht und Frauen würden systematisch benachteiligt.
Diese pauschale Verallgemeinerung blendet jedoch die Realität der medizinischen Versorgungsinfrastruktur, die historische Entwicklung der Demografie und die Verteilung von Forschungsgeldern systematisch aus. Sie führt in der Konsequenz zu einem therapeutischen Nihilismus gegenüber spezifisch männlichen Pathologien. Biologische Startnachteile von Männern – wie das Fehlen eines natürlichen, hormonellen Gefäßschutzes vor den Wechseljahren [Aranzulla] wie bei den Frauen oder die Neigung zu schweren atherosklerotischen Gefäßverschlüssen [Regitz-Zagrosek] – werden oft als unveränderliches Schicksal hingenommen. Wenn dies von Gendermedizinern so kolportiert wird, wiegt dies besonders schwer, weil man das von einer Fachkraft natürlich auch bereitwillig glaubt und Männer so von sinnvoller Vorsorge abhält.
Eine Gendermedizin, die ihren eigenen Anspruch der geschlechtsspezifischen Chancengleichheit ernst nimmt, darf biologische Nachteile jedoch nicht deterministisch verwalten, sondern muss sie durch gezielte medizinische Maßnahmen ausgleichen. Das ist der Sinn und Zweck von Gendermedizin.
Zielsetzung der Arbeit
Das Ziel dieser Studie ist es, das herrschende Narrativ der deterministischen Lebenserwartung von Männern und der männlichen Privilegierung in der Medizin anhand von harten Struktur- und Leistungsdaten objektiv zu überprüfen. Die Arbeit verfolgt eine vierfache Zielsetzung:
Wie Gendermedizin Männern schadet: Durch falsche Propheten in der Gendermedizin wird behauptet, die Lebenserwartung von Männern sein determiniert. Wir zeigen die Hintergründe auf und legen dar, wie viele Lebensjahre ein solch medizinischer Fatalismus den Mann kosten kann.
Historische Rekonstruktion: Es wird nachgewiesen, dass der moderne Überlebensvorsprung von Frauen (Gender Lifetime Gap) das direkte Ergebnis einer der erfolgreichsten medizinischen Interventionen der Menschheitsgeschichte ist – der Institutionalisierung und Professionalisierung der Geburtsmedizin im 20. Jahrhundert.
Strukturelle Disparitätenanalyse: Die Arbeit stellt die institutionelle Verankerung der Gynäkologie (Frauenheilkunde) als ganzheitliches Primärversorgungsfach dem andrologischen Vakuum (Männerheilkunde) im aktuellen Gesundheitssystem gegenüber.
Finanzielle und bibliometrische Evaluierung: Es wird quantifiziert, in welchem Verhältnis staatliche Forschungsgelder und publizierte Studien tatsächlich zwischen Frauenmedizin, Männermedizin und echter geschlechtervergleichender Forschung aufgeteilt sind.
Daraus werden im abschließenden Teil der Arbeit konkrete, geschlechtsspezifische Handlungsempfehlungen für eine effektive Präventionsmedizin für Männer abgeleitet.
Das Narrativ vom Mängelwesen Mann
Das Narrativ vom „Mängelwesen Mann“ wird von Sachbüchern und Medienauftritten regelmäßig bedient. Ein Paradebeispiel für diesen pseudowissenschaftlichen Fatalismus ist das Buch „Keine Zukunft für Adam“ des britischen Humangenetikers Bryan Sykes. Seine Kernthese, dass das Y-Chromosom eine „degenerierte Variante“ des X-Chromosoms sei und der Mann evolutionär ohnehin ein Auslaufmodell darstelle, prägte jahrelang die mediale Berichterstattung.
Das international erfolgreiche Buch „The Better Half: On the Genetic Superiority of Women“ des Genetikers Dr. Sharon Moalem argumentiert ebenfalls rein deterministisch. Er bricht die Lebenserwartung radikal auf die zelluläre Ebene, nämlich auf das doppelte X-Chromosom der Frau, herunter.
Im SPIEGEL aus dem Jahr 2003, „Eine Krankheit namens Mann“, wurde unter dem Deckmantel der Genetik das männliche Geschlecht als „Mängelwesen der Natur“ skizziert und die geringere Lebenserwartung als folgerichtiges, evolutionäres Schicksal dargestellt. Journalisten, Politiker und leider auch Mediziner wissen, dass sie mit solch reißerischen Thesen in Talkshows, Podcasts oder Magazin-Interviews den männerfeindlichen Zeitgeist bedienen und so ihrer Popularität nutzen. Solche Aussagen sind aber nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch gefährlich.
Ignoranz gegenüber der Sozialepidemiologie: Die Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen unmissverständlich, dass der Großteil der Frühsterblichkeit durch kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs (Späterkennung) und Suizide entsteht – allesamt Bereiche, die durch Prävention, Psychotherapie und Lebensstil massiv beeinflussbar sind.
Politischer Nutzen: Wenn der frühe Tod des Mannes als „hormonelles Schicksal“ abgetan wird, legitimiert das die Trägheit von Politik und Krankenkassen bei der Entwicklung geschlechtsspezifischer Vorsorge- und Therapieprogramme für Männer.
Die „Pech gehabt“-Rhetorik: Indem die Lücke als rein hormonell deklariert wird, wird dem Mann suggeriert, Vorsorge sei im Grunde Kosmetik an einem ohnehin sinkenden Schiff. Das führt nachweislich zu gesundheitlicher Resignation (Disengagement). In der Gesundheitspsychologie und der Sozialepidemiologie wird dieses Phänomen unter dem Fachbegriff „Medizinischer Fatalismus“ (engl. medical/health fatalism) erforscht.
Studien zum medizinischen Fatalismus
Die Altersforscherin Becca Levy (Yale University) konnte in einer wegweisenden Langzeitstudie nachweisen, welchen messbaren Unterschied die bloße psychologische Einstellung zum Altern und zur eigenen Gesundheit macht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit einer optimistischen Einstellung und einer hohen gefühlten Selbstwirksamkeit im Schnitt 7,5 Jahre länger lebten als diejenigen, die eine fatalistische Einstellung („Es ist eh alles biologisch/genetisch vorherbestimmt“) besaßen. Chronischer Fatalismus führt zu permanentem unbewusstem Stress (höherer Cortisolspiegel), beschleunigt die zelluläre Alterung und schwächt das Immunsystem.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat in einer groß angelegten epidemiologischen Auswertung genau berechnet, wie viele Jahre die einzelnen, oft fatalistisch beibehaltenen Verhaltensweisen kosten:
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Rauchen: Kostet im Schnitt 7 bis 10 Jahre Lebenszeit.
Starker Alkoholkonsum: Reduziert die Lebenserwartung bei Männern um ca. 3,1 Jahre.
Ungesunde Ernährung / Starkes Übergewicht: Minus von 3,1 bis 3,5 Jahre
Der Kumulationseffekt: Ein Mann, der aufgrund seiner fatalistischen Einstellung raucht, stark übergewichtig ist, viel Alkohol trinkt und viel rotes Fleisch isst, verliert im Vergleich zu Männern mit einem gesunden Lebensstil bis zu 17 Jahre seiner Lebenserwartung.
Im Bereich der Krebsfrüherkennung und Herz-Kreislauf-Diagnostik lässt sich der Verlust ebenfalls in Jahren ausdrücken. Nehmen wird das Beispiel Darmkrebs: Wird ein kolorektales Karzinom durch regelmäßige Vorsorge (Darmspiegelung) im Frühstadium entdeckt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 90 %. Wird die Vorsorge aus fatalistischen Gründen ignoriert und der Tumor erst spät entdeckt, sinkt diese Rate auf unter 15 %. Das bedeutet im Ernstfall den Verlust von 10 bis 20 potenziellen Lebensjahren.
Während wissenschaftliche Berechnungen zeigen, dass die reine biologische Genetik bei Geburt ein gewisses „Fenster“ vorgibt, raubt der daraus resultierende Verhaltensfatalismus Männern die Chance auf ein langes Leben. Er führt im Schnitt zu einem Verlust von 7,5 Jahren (durch die Einstellung selbst) bis hin zu 17 Jahren (durch die Summe der ungesunden Lebensweisen).
Fazit :
Wenn Gendermediziner in den Medien behaupten, die kürzere Lebenszeit von Männern sei ein unabwendbares Hormonschicksal, dann ist das kein theoretischer Diskurs. Diese Aussagen zerstören die gesundheitliche Selbstwirksamkeit von Männern. Wer Männern die Hoffnung auf Veränderung nimmt, der stiehlt ihnen statistisch rund 7,5 Jahre bis 17 Jahre ihres Lebens – Jahre, die sie durch gute Vorsorge, psychische Gesundheit und einen bewussten Lebensstil gemeinsam mit ihren Familien verbringen könnten.
Der historische Wandel der Lebenserwartung (1850–2020)
Während die Lebenserwartung beider Geschlechter um 1850 in Westeuropa noch nahezu gleichauf lag, war das biologische Überlebensrisiko von Frauen durch eine Müttersterblichkeit von rund 0,5 % pro Geburtsvorgang drastisch maskiert [Loudon, 1992; Woods & Shelton, 1997]. Erst die gezielte Institutionalisierung und der hygienische Strukturwandel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ließen die Müttersterblichkeit einbrechen und legten den Grundstein für den heutigen Gender Lifetime Gap [Human Mortality Database, 2025; Riley, 2001].
Phase 1: Die Ausgangslage um 1850 bis 1900 (Gleichauf im Überlebenskampf)
Um 1850 gab es in Westeuropa einen Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern von etwa 3 Jahren. In Deutschland betrug sie im späten 19. Jahrhundert für Männer etwa 36 Jahre und für Frauen 39 Jahre.
Eigentlich besitzen Frauen aufgrund von Genetik (zwei X-Chromosomen) und Hormonen (Östrogenschutz vor Herzerkrankungen) einen biologischen Überlebensvorteil. Dieser Vorteil wurde im 19. Jahrhundert fast vollständig durch die extrem hohe Müttersterblichkeit ausgelöscht. Schätzungen zufolge starben im 18. und frühen 19. Jahrhundert etwa 400 bis 1.000 von 100.000 Müttern pro Geburt. Da Frauen damals im Schnitt 5 bis 8 Kinder zur Welt brachten, lag das Lebenszeitrisiko einer Frau, im Kindbett zu sterben, historisch bei fatalen 5 bis 10 Prozent.
Gleichzeitig wurde die Lebenserwartung von Männern durch die ihnen von Politik und Gesellschaft aufgedrängte zugeschriebene Männerpflicht als Krieger in den kriegerischen Zeiten und die starke Ausbeutung als Arbeiter während der damaligen Industrialisierung stark mitgeprägt.
Eine junge Frau hatte statistisch ein ähnliches Sterberisiko durch Schwangerschaften wie ein junger Mann durch Kriege oder riskante körperliche Arbeit.
Phase 2: 1900 bis 1950 (Die medizinische Großoffensive für die Frau)
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts explodierte die Lebenserwartung beider Geschlechter durch die Eindämmung von Infektionskrankheiten und verbesserte Hygiene.
Für die Männer blieb aber durch die ihnen zugewiesenen Männerpflichten als Soldat in der ersten Hälfte des Jahrhunderts durch die Weltkriege hier ein wesentlicher Sterblichkeitsfaktor erhalten.
Bei den Frauen kam jedoch ein massiver, staatlich organisierter Strukturwandel hinzu: Die Institutionalisierung der Geburtsmedizin. Die Durchsetzung antiseptischer Maßnahmen (nach Ignaz Semmelweis) und die Entdeckung des Penicillins (1928) drängten das bakterielle Kindbettfieber fast vollständig zurück.
Die Geburt wurde flächendeckend professionalisiert. Staatliche Hebammenlehranstalten und spezialisierte Frauenkliniken wurden zur Norm.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts sank die Müttersterblichkeit in Industrieländern um das 50- bis 100-Fache. Frauen wurden schlagartig von ihrer historisch größten, geschlechtsspezifischen Todesursache befreit.
Phase 3: 1950 bis 1990 (Der Peak des Gender Lifetime Gap)
Überraschenderweise driftete gerade nach Ende der Weltkriege, also nach Wegfall einer der großen Sterblichkeitsrisiken für Männer durch die ihnen gesellschaftlich auferlegte Pflicht des Kriegers, in dieser Phase die Lebenserwartung extrem auseinander. In den 1970er bis 1990er Jahren erreichte der Gender Lifetime Gap in Westeuropa seinen historischen Höchststand: Frauen lebten plötzlich 6 bis 7 Jahre länger als Männer.
Dieser gewaltige Vorsprung der Frauen entstand durch das Zusammentreffen zweier Dynamiken:
Frauen profitierten maximal vom medizinischen Schutz: Die Geburtsmedizin hatte Schwangerschaften sicher gemacht, während chronische Krankheiten der Frau (z. B. Osteoporose oder Brustkrebs) zunehmend eigene medizinische Fachgebiete erhielten.
Männer liefen ungebremst in die Wohlstandskrise: Während die größte Todesursache der Frauen eliminiert war, stiegen die männlichen Todesursachen massiv an. Durch den Siegeszug des industriellen Tabakkonsums, Alkohol, ungesunde Ernährung und die Belastung durch die Arbeitswelt kam es zu einer Epidemie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern. Die Medizin bot Männern zu dieser Zeit kaum andrologische Präventionskonzepte.
Phase 4: 1990 bis 2020 (Die langsame Angleichung)
Seit der Jahrtausendwende schrumpft die Lücke in Westeuropa wieder leicht und liegt heute im Schnitt bei ca. 4,5 bis 5 Jahren.
Frauen rauchen und trinken heute im historischen Vergleich mehr als früher und passen sich teilweise dem männlichen Stress- und Risikoprofil an. Der Rückgang der männlichen Sterblichkeit in den letzten 30 Jahren liegt vor allem an der verbesserten Kardiologie (z. B. Betablocker, Herzkatheter) – ein Bereich, von dem Männer extrem profitierten, weil sie die größte Patientengruppe stellten.
Das Male-Bias-Narrativ mit Blick auf die Historie:
Allein schon dieser Blick auf die Historie zeigt, dass sich das Argument, die moderne Medizin habe Frauen pauschal vernachlässigt („Male Bias“), nicht halten lässt. Die westlichen Gesundheitssysteme haben im 20. Jahrhundert eine der erfolgreichsten und ressourcenintensivsten Rettungsaktionen der Menschheitsgeschichte vollzogen, um Frauen vor der Sterblichkeit im Kindbett zu bewahren.
Fortsetzung
In Gendermedizin Teil 2 stellen wir die Asymmetrien zuungunsten der Männer im Gesundheitssystem vor, indem wir die ungleiche Gesundheitsangebote von Frauen und Männer aufzeigen, auf das strukturelle Präventions-Vakuum bei jungen Männern eingehen und die Ungleichverteilung von Forschungsgeldern für Frauengesundheit und für Männergesundheit aufzeigen. Weiterhin zeigen wir, warum Männer aufgrund biologischer Mechanismen und Risikofaktoren im Nachteil sind und gehen in einer Diskussion auf das systemische und konzeptionelle Versagen der Gendermedizin ein
In Gendermedizin Teil 3 zeigen wir die erforderlichen gesundheitspolitischen Maßnahmen auf, die erforderlich sind, um aus einer Gendermedizin, die bislang vorrangig reine Frauenmedizin ist, zu einer echten Gendermedizin zu gestalten, die die gesundheitlichen Herausforderungen im Bereich der Männergesundheit ebenso angeht wie die der Frauengesundheit
Quellen
Levy, B. R., Slade, M. D., Kunkel, S. R., & Kasl, S. V. (2002). Longevity increased by positive self-perceptions of aging. Journal of Personality and Social Psychology, 83(2), 261–270. Abstract auf APA PsycNet.: Die Yale-Langzeitstudie belegt, dass eine optimistische und selbstwirksame Einstellung gegenüber der eigenen Gesundheit und dem Altern die Lebenserwartung im Schnitt um 7,5 Jahre erhöht.
Kaaks, R., et al. / Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). (2014). Lebensstil und Lebenserwartung. Veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt sowie als präventiver Fachbericht des DKFZ. Volltext/Bericht des DKFZ:Die Heidelberger EPIC-Kohortenstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) schlüsselt die exakten Lebensjahre auf.
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Luy, M. (2002). Warum Frauen länger leben: Erkenntnisse aus einer Studie über die Sterblichkeit von Ordensmitgliedern. Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 27(2), 145–173. Projektübersicht des Autors / Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung: Marc Luys berühmte „Klosterstudie“ deutet darauf hin, dass bei nahezu identischer Lebensweise von Mönchen und Nonnen die Lebenserwartung auf knapp 1 bis maximal 2 Jahre zusammenschrumpft.
Loudon: Loudon, I. (1992). Death in childbirth: An international study of maternal care and maternal mortality 1800–1950. Oxford University Press.
Woods & Shelton: Woods, R., & Shelton, N. (1997). An atlas of Victorian mortality. Liverpool University Press.
Riley, J. C. (2001). Estimates of regional and global life expectancy, 1800–2001. Population and Development Review, 27(1), 1–45. doi.org
Regitz-Zagrosek, V., & Kararigas, G. (2023). Mechanistic pathways of sex and gender differences in cardiovascular disease. Nature Reviews Cardiology / PubMed, 20(4), 211-224. Cross-referenced in PubMed, 36316574. PubMed Link (Das kardiologische Standardwerk der Gendermedizin zur Interaktion von biologischem Geschlecht und Pathogenese).
Aranzulla, T. C. (2026). Primary prevention of cardiovascular disease in women. Part 1: Gender and cardiovascular risk factors. CardioPractice / European Society of Cardiology (ESC), 24(12). ESC Journal Link (Belegt den hormonellen Schutz der Frau vor der Menopause und verhaltensbedingte Risikounterschiede).
Destatis: Sterbefälle und Lebenserwartung – Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland; seit 1871/1881https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbetafel.html
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Loudon, I. (1992). Death in Childbed: From the Eighteenth Century to 1935. Oxford University Press. Cross-referenced in Cambridge Medical History. Cambridge Core Link (Das internationale medizin-historische Standardwerk zur Quantifizierung der historischen Müttersterblichkeitsrate von 400–500 Todesfällen pro 100.000 Geburten im 19. Jahrhundert).
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Riley, J. C. (2001). Rising Life Expectancy: A Global History. Cambridge University Press. Cross-referenced in Our World in Data. Our World in Data Link (Liefert die umfassende historische Evidenz für Phase 2 und 3, insbesondere, wie der flächendeckende Strukturwandel und die Institutionalisierung der klinischen Geburtshilfe ab 1900 die Mortalitätskurven veränderten).
Woods, R., & Shelton, N. (1997). An Atlas of Victorian Mortality. Liverpool University Press. Cross-referenced in PubMed Central. PMC Link (Belegt detailliert für Phase 1 das epidemiologische Phänomen, dass das biologische Sterberisiko junger Frauen durch Schwangerschaften statistisch dem Risiko von Männern durch Kriege oder Schwerstarbeit entsprach).
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Die These von Sandra Eifert muss wegen ihrer Unsinnigkeit nicht weiter kommentiert werden. Beim Rest des Artikels erkenne ich aber keine stringente Logik in den Argumenten.
Für die erwähnten Hauptfaktoren Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung sind die Männer selbst verantwortlich, nicht das Gesunheitssystem. Hinzufügen würde ich noch Suizid, Depression, Riskosportarten, gefährliche Jobs. Zu nichts davon ist ein Mann gezwungen.
Die extreme Reduzierung der Müttersterblichkeit ist keineswegs ressourcenintensiv. Einfache Handhygiene dürfte den größten Teil ausmachen. Das war eine Frage des Wissens, nicht der Ressourcen. Sehr viel teurer sind Diagnostik und Therapie des (ungeborenen) Kindes.
Kein Mann muss Dachdecker werden. Wer als durchtrainierter und braungebrannter 20jähriger auf dem Gerüst steht, darf sich aber der Blicke der Frauen sicher sein. Das kann ein Vorteil bei der Partnersuche sein.
Das gilt auch für einen Workaholic mit 60-Stunden-Woche. Der eigene Wert auf dem Heiratsmarkt wird dadurch deutlich verbessert. Das kann man bescheuert finden. Das müssen aber Frauen und Männer unter sich ausmachen.