Männergrippe, Frauenhumor und Pharmakasper. Männer und Grippe – die Fakten

von MANNdat

Bild: AdobeStock 136041584 @photophonie
Empathie statt Hass und Häme: Ist ein einfaches „gute Besserung“ auch für Männer wirklich so schwer?

2014: Eine US-Beobachtungsstudie, die die Influenza-Mortalität von 1997 bis 2007 untersuchte, zeigte, dass Männer höhere Influenza-assoziierte Sterberaten aufweisen als gleichaltrige Frauen.

Ebenfalls 2014 zeigten Forscher der Stanford-Universität in Kalifornien anhand von Studien, dass Grippeimpfungen bei Frauen offenbar eine bessere Wirkung erzielen als bei Männern.

2015 veröffentlichten Wissenschaftler der John Hopkins Universität in Baltimore im „American Journal of Physiology – Lung Cellular and Molecular Physiology“ das Ergebnis ihrer Studie, die bewies, dass Männer auch wegen ihres Hormonhaushalts stärker von Erkältungen und Grippen betroffen waren als Frauen.

2016 konnte eine Studie von Forschern der Universität von Pennsylvania in Philadelphia zeigen, dass Männer ein schlechteres Immunsystem aufweisen als Frauen.

Jährlich sterben weltweit an der Grippe 250.000 bis 500.000 Menschen. Sie ist in Deutschland die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen.

Man sieht: Grippe ist eine Herausforderung für die Pharmaindustrie, auch eine geschlechterspezifische Herausforderung.

Die Klosterfrau Healthcare Group hat sich dieser Herausforderung auf ihre Weise gestellt und initiierte 2015 eine Männergrippe-Kampagne, in der sie Männer mit Grippe ins Lächerliche zieht. Und dies ausgerechnet (oder absichtlich?) im gleichen Jahr, in dem in Bristol ein Mann gestorben ist, nachdem ihm Notärzte erklärten, dass er nur die „Männergrippe“ hätte.

Wir, MANNdat e.V. – Geschlechterpolitische Initiative, nehmen Stellung zu dieser Werbung und kommen zu folgendem Fazit:

Fazit

  1. Humor ist subjektiv. Männergrippewitze dürfen Sie lustig finden, aber Sie dürfen Männergrippewitze auch nicht lustig finden. Lassen Sie sich dabei nicht von irgendwelchen Leuten beeinflussen, die meinen, Sie erziehen und beleidigen zu müssen – etwa weil Sie eine eigene Meinung haben, die nicht in deren begrenzten Horizont passt.
  2. Frauenfeindliche Witze werden geächtet, männerfeindliche Witze werden prämiert. Die Männergrippe-Kampagne spiegelt damit trefflich die Schräglage der geschlechterpolitischen Lage in unserer Gesellschaft und somit deren geschlechterspezifische Doppelmoral wieder.
  3. Unterschätzen Sie nie eine Erkältung! Lassen Sie sich nicht von findigen Werbestrategen übers Ohr hauen. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie sich nicht gut fühlen. Alles andere nützt nicht Ihrer Gesundheit, sondern der Gesundheit der Bankkonten von OTC-Pharmakonzernen (OTC = rezeptfreie Medikamente).
  4. Die Männergrippe-Kampagne konterkariert das männergesundheitspolitische Bestreben, Männer stärker zum Gang zum Arzt zu bewegen.
  5. Nutzen Sie die Männergrippe-Kampagne, um zwischen seriösen Apotheken, die Sie als Kunden mit Ihren Anliegen ernst nehmen, und Pharmakaspern, die Sie als Kunden im Interesse von Pharmakonzernen ins Lächerliche ziehen, zu unterscheiden. Bei Selbstmedikation sind Apotheken die einzigen Fachleute, die Sie über Gefahren, Risiken und Nebenwirkungen beraten können. Die Männergrippe-Kampagne ist deshalb ein idealer Indikator für die Seriosität von Apotheken.

Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen zur Männergrippe-Kampagne haben, scheuen Sie sich nicht, direkt unter mit dem Pharmakonzern in Kontakt zu treten. Aber passen Sie auf! Er versteht nicht so viel Spaß, wie seine Prämierung vermuten lassen könnte, sondern reagiert erfahrungsgemäß sehr, sehr „Mimimimi“. Wenn Sie wissen wollen, wie wir auf dieses Fazit kommen, lesen Sie weiter.

Die Werbekampagne

Die Klosterfrau Healthcare Group ist nach eigenem Bekunden führender Anbieter im Bereich der Selbstmedikation. „Die Männergrippe“ heißt die prämierte Werbekampagne der MCM Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH. Männer mit Erkältungen werden dabei als jammernde Trottel dargestellt. Man nimmt dann einfach die beworbenen Produkte ein und am nächsten Morgen ist alles wieder gut. Die Werbung ist gezielt auf Frauen als Zielgruppe ausgelegt. Geschickt schwimmt der Pharmakonzern in Zeiten von #killallmen und #menaretrash auf der männerfeindlichen Welle in unserer Gesellschaft mit. So legt der Pharmakonzern in einem Interview dar:

Die Kampagne ist von Anfang an darauf ausgelegt, die jüngere, weibliche Zielgruppe anzusprechen. Die Fans der Seite zeigen deutlich, dass das perfekt funktioniert. Hauptzielgruppe der Facebook-Seite sind Frauen zwischen 20 und 45 Jahren.

Dies ist nicht verwunderlich, hat man doch längst festgestellt, dass Frauen mehr für Konsum ausgeben als Männer. Sie sollen offenbar die Produkte des Pharmakonzerns kaufen, für sich selbst und vermutlich auch für ihre Partner. Männer sollen anscheinend indirekt gewonnen werden, indem man sie gezielt als unmännlich darstellt, wenn sie bei Erkältungssymptomen einen auf krank machen, anstatt einfach Klosterfrau-Produkte zu konsumieren.

Beispiele der Klosterfrau-Werbung, die uns, laut Klosterfrau, einen interessanten Einblick in den Humor von jungen Frauen gibt:

„Männern mit Männergrippe rate ich immer, sich mit kalter, feuchter Erde einzureiben. Hilft zwar nicht, aber sie gewöhnen sich schon mal daran.“

„Spiel mir das Lied von der Männergrippe: Mimimimimi.“

„Mann, heul leise“

„Er nimmt seine Medizin nur, wenn ich so tue, als ob der Löffel ein Bagger ist.“ „Süß, wie alt ist er denn?“ „43“.

„M A N N: Machtlos, Ahnungslos, Nutzlos, Nichts ohne seine Frau“

„Niemand leidet unter einer Grippe so schlimm wie ein kleines Kind. Außer einem erwachsenen Mann natürlich.“

„Schatz, kann ich dir noch etwas bringen? Orangensaft? Tee? Deine Eier?“

„Ich mag Menschen, die Eier in der Hose haben. Nur schade, dass es meistens Frauen sind.“

„Männer und Frauen unterscheidet vor allem eins: Männer sind Besserwisser. Frauen sind Alleswisser.“

Männergrippewitze dürfen Sie lustig finden, müssen es aber nicht.

Was seit undenkbaren Zeiten nicht vorgekommen ist:
Eine junge Frau, die auf dem Schoß ihres Ehemannes nicht furzt.

Na, haben Sie sich jetzt vor Lachen fast weggeschmissen oder haben Sie eher die Stirn gerunzelt?

Bei dem Zitat handelt es sich jedenfalls um den angeblich ältesten überlieferten Witz der Welt. Er „ist Teil einer Reihe von sumerischen Sprichwörtern, die in Keilschrift auf einer Tafel verewigt wurden und wohl dem Altbabylonischen Reich zuzurechnen sind, das von etwa 1900 bis 1600 vor unserer Zeitrechnung dauerte.“

Dieser älteste Witz der Welt macht zwei Dinge deutlich. Witzigkeit ist zeitgeistabhängig. Und zum anderen ist Humor subjektiv. Letzteres stellt schon Arthur Koestler in „Der Mensch – Irrläufer der Evolution. Die Kluft zwischen unserem Denken und Handeln – eine Anatomie menschlicher Vernunft und Unvernunft.“ klar. Ebenso klar ist die Tatsache, dass die Mehrzahl des derzeit humor-gesteuerten Lachens oder Lächelns im Alltag auf Beschämung, Erniedrigung oder Kleinmachen der anderen aus ist.

Humor ist also subjektiv. Auch Sie als Mann haben deshalb das Recht, einen Witz nicht lustig zu finden.

Männergrippe-Kampagne spiegelt Schräglage der geschlechterpolitischen Lage wider

„Die Klosterfrau nimmt ihre gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Verpflichtungen sehr ernst.“ (Spruch der Klosterfrau Group)

Die Männerfeindlichkeit der Kampagne kommt in den Medien gut an. So schmunzelt man über die Werbung mit den „potentiell tödlichen Gefahren“:

Die Strategie kommt trotz ihrer diskriminierenden Natur gut an, konnte die Kampagne bereits einige Preise gewinnen: Im Sommer ging der Deutsche Preis für Wirtschaftskommunikation 2016 in der Kategorie Digital an die federführende Agentur, weitere Auszeichnungen erhielt ‚Die Männergrippe‘ mit dem Healthcare Award 2016, dem Deutschen Preis für Online-Kommunikation sowie dem Ad.Vision Award 2016.

Was der eine als lustig empfindet, empfindet der andere als geschmacklos. Das ist so und wird immer so bleiben. Und der Humor in unserer Zeit ist zweifellos ein sehr genderspezifischer und damit, wie immer bei Gender, ein sehr doppelmoralischer. Ein ungeschicktes, läppisches Dirndl-Kompliment eines älteren FDP-Politikers führt zu einem #Aufschrei, der hohe politische Wellen schlägt. Als „frauenfeindlich“ definierte Werbung wurde in vielen Städten untersagt und soll sogar bundesweit per Gesetz verboten werden. Ein männerfeindlicher „Humor“ erhält Preise.

Die Kernfrage beim Thema Männergrippe ist deshalb gar nicht, ob sie witzig ist oder nicht. Die Kernaussage für uns als geschlechterpolitische Initiative ist: Frauenfeindliche Sprüche gelten kollektiv als sexistisch und werden gesellschaftlich und medial geächtet und verboten. Dagegen gelten männerfeindliche Sprüche kollektiv als witzig und werden gesellschaftlich akzeptiert und medial prämiert. In einem Youtube-Beitrag beschäftigt sich der Persönlichkeits-Coach Peter Frahm mit der Doppelmoral in unserer Geschlechterkultur in der für ihn typischen unterhaltsamen Weise: Männer schlagen & Penisse abschneiden ist witzig!

Es ist diese Doppelmoral, die das „Männergrippe“-Thema als Paradebeispiel für geschlechterpolitische Betrachtungen so interessant macht.

Unterschätzen Sie nicht die Anzeichen einer Erkältung

„Wir möchten, dass Sie Ihr Leben länger und gesünder genießen können. … Denn nichts ist wichtiger, als gesund zu bleiben oder zu werden.“ (Aus dem Leitbild der Klosterfrau Healthcare Group)

Es geht aber nicht nur um Geschlechterpolitik. Es geht auch um die konkreten Gefahren, die eine Verharmlosung grippaler Infekte nach sich ziehen können. Wir warnen Sie deshalb ausdrücklich vor der Verharmlosung von Symptomen einer Erkältung. Wer die Symptome einer Erkältung ignoriert und sich während der akuten Phase nicht angemessen schont, kann sie „verschleppen“. Ein verschleppter grippaler Infekt (Erkältung) ist nämlich keineswegs so harmlos oder gar witzig, wie uns der Pharmakonzern unter viel Kostenaufwand suggeriert.

Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. zur Männergrippe-Kampagne

Wir haben bei der DGMG, der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit, angefragt, was sie von der Werbekampagne hält. Die DGMG will u. a. Männer zu einem häufigeren Gang zum Arzt motivieren. Eine Intention, die durch die Männergrippe-Kampagne konterkariert wird. Doch die DGMG bedauert in ihrer Antwortmail vom 2.2.2018, dass sie „aus organisatorischen Gründen … bedauerlicherweise nicht in der Lage“ sei, „zu allen Anfragen Stellung zu beziehen.“ Die DGMG bedankt sich dennoch für unsere Information.

Apothekerverbände

Auch die beiden Apothekerverbände, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und der Bundesverband Deutscher Apotheker e.V. (BVDA), haben wir angefragt und wollten wissen, wie diese zu der Männergrippewerbung stehen, da einige Apotheken die Klosterfrau-Männergrippe-Kampagne kolportieren. Zwar antwortete uns die Geschäftsführerin des BVDA, Alexandra Lehmann, mit Mail vom 18.1.2018, aber sie antwortete an unserem Anliegen vorbei. Sie meinte, der BVDA wäre nicht der richtige Ansprechpartner, wenn es um Nebenwirkungen von Arzneimitteln ginge. Wir haben daraufhin nochmals dargelegt, dass es uns nicht um Nebenwirkungen von Klosterfrau-Produkten ginge, sondern um die „Nebenwirkungen“ der Männergrippe-Werbung. Darauf haben wir keine Antwort mehr erhalten.

Die ABDA war zu keiner Stellungnahme bereit.

Deutscher Werberat unter feministischer Kontrolle?

Wir haben natürlich auch beim Werberat angefragt: Der Werberat gilt vielen als das Gremium für die Verfolgung sexistischer Werbung schlechthin. Das ist aber sachlich nicht begründbar, denn der Werberat ist kein objektives Gremium, sondern ein Gremium von Vertretern der Werbebranche. Vorrangiges Ziel ist deshalb, die Anliegen der Mitglieder, also der Werbebranche, zu vertreten, nicht die Interessen der Beworbenen. Die Erfahrung zeigt, dass sogar gewaltverherrlichende Werbung vom Werberat geduldet wird, solange die Geschlechterrollen des Opfers und der Täterin politisch korrekt verteilt sind, wie z. B. bei der Otto-Werbung. Mehr siehe unter www.faktum-magazin.de

Einer der Träger des Deutschen Werberats ist übrigens der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).

Seit 2017 steht zudem der Deutsche Werberat offenbar unter Einfluss der Frauenpolitik. Die Feministin Dr. Stevie Meriel Schmiedel, promovierte Dozentin für Genderforschung, Erste Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführerin und Pressesprecherin bei Pinkstinks soll im Auftrag des Bundesfrauenministeriums den Werberat kontrollieren:

Jetzt hat Schmiedel von der deutschen Familienministerin Manuela Schwesig den Auftrag erhalten, ab August 2017 zwei Jahre lang ein gezieltes Monitoring des deutschen Werberates – des freiwilligen Kontrollorgans der deutschen Werbewirtschaft – durchzuführen.

Dem Werberat kommt diese „Kontrolle“ offenbar nicht ungelegen. Schon lange bildeten Schmiedel und die Geschäftsführerin des Werberats, Julia Busse, ein Team, das schon öfters in der bewährten „Good Cop – Bad Cop“ Manier aufgetreten ist:

Schmiedel und Julia Busse, die Geschäftsführerin des Werberats, diskutierten in der Vergangenheit immer wieder auf Podien über Sexismus in der Werbung. Laut dem deutschen ‚Handelsblatt‘ kam Schmiedel dabei die Rolle der nervigen Aktivistin zu, während Busse die ‚besonnene Kontrollinstanz‘ gegeben habe.

Das Ganze sieht also weniger nach „Kontrolle“ als mehr nach Kooperation aus. Pinkstinks macht dabei aus ihrer einseitigen Sichtweise auf frauenfeindliche Werbung keinen Hehl, wie Christian von Alles Evolution darlegt:

Andererseits scheint Pinkstinks ihr Werbeverbot auch gar nicht neutral fassen zu wollen. Ihr momentaner Vorschlag für eine Gesetzesänderung sieht wie bereits auch schon einmal, aber nur sehr kurz, angesprochen wie folgt aus:

㤠7a UWG Diskriminierende Werbung

(1) Eine geschäftliche Handlung, durch die Marktteilnehmende in diskriminierender Weise angesprochen werden, ist unzulässig, wenn nicht gewichtige verfassungsrechtlich geschützte Interessen ausnahmsweise überwiegen. Die Diskriminierung kann sich aus der Aussage einer Werbung, ihrem Gesamteindruck oder der Gesamtheit der einzelnen Teile einer Werbekampagne ergeben.

(2) Werbung ist geschlechtsdiskriminierend, wenn sie Geschlechtsrollenstereotype in Form von Bildern oder Texten wiedergibt oder sich in sonstiger Weise ein geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis zwischen den Personen in der Werbung oder im Verhältnis zu den von der Werbung adressierten Personen ergibt. Werbung ist insbesondere geschlechtsdiskriminierend, wenn sie

  1. Menschen aufgrund ihres Geschlechts Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf zuordnet oder
  2. sexuelle Anziehung als ausschließlichen Wert von Frauen darstellt oder
  3. Frauen auf einen Gegenstand zum sexuellen Gebrauch reduziert, insbesondere indem weibliche Körper oder Körperteile ohne Produktbezug als Blickfang eingesetzt werden oder der Eindruck vermittelt wird, die abgebildete Frau sei wie das Produkt käuflich.

Die Werberatkontrolleurin scheint offenbar alles andere als neutral und objektiv zu fungieren. 

Es ist deshalb keine Überraschung, dass uns der Deutsche Werberat in einer Mail vom 21.1.2018 antwortete, er würde Darstellungen und Aussagen über Männer und Frauen in der Werbung lediglich dann beanstanden, wenn sie herabwürdigend oder diskriminierend seien. Das sei hier, nach Meinung des Werberats, nicht gegeben. Vielmehr handle es sich im vorliegenden Fall lediglich um die vereinfachende und verallgemeinernde Reduzierung einer Erfahrung, Meinung oder Vorstellung auf ein Klischee. Eine ernsthafte Herabwürdigung von Männern sei nicht ersichtlich.

Ob für den Werberat bei folgenden Werbesprüchen analog Männergrippe-Kampagne auch keine ernsthafte Herabwürdigung von Frauen oder Ausländern ersichtlich wäre?

„Eine richtige Frau zittert, weil sie Angst vor ihrem Mann hat.“ (Original Männergrippe-Kampagne: „Ein richtiger Mann zittert, weil er Angst vor seiner Frau hat.“)

„Schatz, kann ich dir noch etwas bringen? Orangensaft? Tee? Deine Titten?“ (Original Männergrippe-Kampagne: „Schatz, kann ich dir noch etwas bringen? Orangensaft? Tee? Deine Eier?“)

„Menschen mit dunkler Hautfarbe rate ich immer, sich mit kalter, feuchter Erde einzureiben. Hilft zwar nicht, aber sie gewöhnen sich schon mal daran.“ (Original Männergrippe-Kampagne: „Männer mit Männergrippe rate ich immer, sich mit kalter, feuchter Erde einzureiben. Hilft zwar nicht, aber sie gewöhnen sich schon mal daran.“

Das ist zu bezweifeln.

Der Umgang mit Kunden – Gibt es wirklich einen Klosterfrau-Humor?

„Der Kontakt mit unseren Kunden bereichert ungemein…Als Pharmaunternehmen nehmen wir die Verantwortung unseren Kunden und Verwendern gegenüber sehr ernst.“

und

„Bedürfnisse aus erster Hand erfahren – Klosterfrau schätzt den Kontakt zu dem Kunden.“ (Sprüche Klosterfrau Healthcare Group; wechselnde Einblendungen am Ende der Seite)

Wir wollten wissen, ob es ihn wirklich gibt, den prämierten Klosterfrau-Humor. Dazu drehten wir den Spieß kurzerhand um: Wenn Klosterfrau Witze über Männer macht, können wir Männer schließlich auch Witze über Klosterfrau machen. Dazu formulierten wir einige Werbetexte, in denen wir den Pharmakonzern auf die Schippe nahmen und zwar genau im Stil der Männergrippe-Kampagne. Diese präsentierten wir dem Pharmakonzern und schrieben, wir wollen damit eine Kampagne machen. Ob man uns erlauben würde, wie in der Männergrippe-Kampagne, Vertriebsprodukte auf die Plakate zu positionieren? Achtung, Satire:     

Tatsächlich antwortete uns der Pharmakonzern und ließ uns durch seine Digital Marketing Managerin Andrea Lemcke mit Mail vom 11.1.2018 ausrichten:

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Es sollte nicht überraschen, dass wir Ihre Texte nicht für humorvoll halten, wir uns vielmehr eine weitergehende externe Prüfung vorbehalten.

Unsere Zustimmung wird hiermit ausdrücklich verwehrt!

Wir bitten, von weiteren Nachfragen hierzu abzusehen.

Wie man sieht, haben wir exakt den Schwachpunkt des „Klosterfrau-Humors“ getroffen. Es gibt nämlich keinen. Von wegen: „Bedürfnisse aus erster Hand erfahren – Klosterfrau schätzt den Kontakt zu dem Kunden.“ Mit unserer Fake-Werbeaktion entpuppt sich der vielfach prämierte Humor des Pharmakonzerns als Potemkinsches Dorf. Damit war zu rechnen. Die Aggressivität, mit der der Pharmakonzern Kunden gegenübertritt, hat jedoch selbst uns überrascht. Wenn man sich die Palette anschaut, welche die Klosterfrau Healthcare Group vertreibt, kann man davon ausgehen, dass jeder Mann schon einmal so etwas zu sich genommen hat.

Zur Klosterfrau-Gruppe gehören unter anderem die Unternehmen Divapharma GmbH (Berlin) und die Cassella-med GmbH & Co. KG (Köln). Neben den bekannten Klosterfrau-Produkten wie Klosterfrau Melissengeist, Klosterfrau Mobilind Franzbranntwein und dem Sortiment von taxofit®-Produkten werden insgesamt noch über 200 weitere Produkte von Klosterfrau vertrieben. Zum umfassenden Angebot der Cassella-med GmbH & Co KG zählen so bekannte Präparate wie neo-angin® Halstabletten, nasic®, Soledum® und Bronchicum®. Hinzu kommen Kooperationen mit namhaften Handelspartnern wie der Schweizer Ricola AG. Im Juni 2006 kaufte die Klosterfrau Gruppe die Produkte der Lichtwer Healthcare. Neben den Marktführern Hepar SL forte, Ameu und Kwai zählen bekannte Marken wie Jarsin, Euminz oder Bedan zu den erworbenen Produkten.(Quelle: www.klosterfrau-group.de)

Mit „eine weitergehende externe Prüfung vorbehalten“ sollen vermutlich rechtliche Schritte angedroht werden. Es zeigt, wie hauchdünn die teuer erkaufte Publicity-Fassade des coolen, „humorvollen“ Pharmakonzerns ist. 

Was halten Sie von unseren Klosterfrau-Sprüchen? Haben Sie gute Klosterfrau-Sprüche auf Lager? Schreiben Sie sie in die Kommentare.

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  1. Von Jherek Carnelian

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