ServusTV und die kranken wehrpflichtigen Männer in Österreich
ServusTV und die kranken wehrpflichtigen Männer in Österreich
Zuschauerbrief an die Redaktion ServusTV – Blickwechsel (blickwechsel@servustv.com) vom 13.5.2026
Hintergrund: Es geht um einen Beitrag, der den Gesundheitszustand junger Männer in Österreich thematisiert und warum fast jeder Vierte bei der Stellung des Bundesheeres als untauglich eingestuft wird. In Österreich gibt es auch nur eine reine Männerwehrpflicht – Männer müssen kämpfen, Frauen lassen kämpfen. Interessant: Es fällt auf, dass die Ausbilder der zwangsverpflichteten Männer weibliche Stimmen haben.
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Verein, der sich für Jungenförderung einsetzt, verstehen wir Ihren Titel „Blickwinkel“ bei dem Beitrag „Jung, männlich, krank? Untauglich für den Wehrdienst!“ nicht. Wir freuen uns zwar über den Beitrag, der den psychischen und physischen Zustand der jungen Männer thematisiert.
Was überhaupt nicht thematisiert wurde, ist, dass dies genau die jungen Männer sind, die man haben wollte. Wir erinnern: Man hat sogar eine eigene Krankheit namens ADHS eingeführt, um den Bewegungsdrang von Jungen zu pathologisieren. Jetzt hat man zunehmend Jungs, die sich – wie gewünscht – nicht mehr bewegen wollen, noch nicht einmal einen Purzelbaum können. Doch jetzt wird nicht nur wieder herum gejammert, sondern die Schuld wieder den Jungs in die Schuhe geschoben. Und die Politik stiehlt sich mit dem gleichen Argument aus ihrer Verantwortung, wie sie es immer bei ihrer Jungenverliererpolitik macht: „Kann man nichts machen. Da sind die Jungs selber schuld, Pech gehabt.“ Deshalb verstehen wir nicht, warum man das unter der Reihe „Blickwechsel“ veröffentlicht, wenn doch wieder nur die standardisierten Politikerausreden kolportiert werden. Das würde eher zu einer Reihe „Mainstream“ passen.
Passend dazu ist aber, dass man das erst merkt, wenn es um die Benutzbarkeit der jungen Männer als Waffe geht. Es ist schade, dass man nach jahrzehntelanger Geschlechterpolitik jungen Männern nichts anderes zu bieten hat als das, was man schon unseren Urgroßvätern angeboten hat – den Schützengraben. Übrigens: Man hat Jungen im Gegensatz zur Mädchenförderung in der Förderung zurückgelassen, ihnen also einseitig den Generationenvertrag gekündigt, legt ihnen aber immer noch die alleinige Pflicht der Landesverteidigung auf die Schultern. Ist das die „Gleichberechtigung“, von denen man den jungen Männern immer vorschwärmt, die ja „auch für Männer gut wäre“, oder ist das nicht einfach stinknormale Ausbeutung?
Quelle Beitragsbild: computer-comic_fotolia_vladwel
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