Den Preis der Reform zahlen die Väter

von MANNdat

Zur Reform des Unterhaltsrechts oder:  Risiko Vaterschaft – Wer braucht einen Zeugungsstreik, wenn es die Zypries gibt?

Die Reform des deutschen Unterhaltsrechts ist beschlossene Sache, sie wird in der Öffentlichkeit dank der Berichterstattung der Medien überwiegend positiv, wenn auch nicht enthusiastisch aufgenommen. Von den Verbesserungen für Zweitfamilien und Kinder ist die Rede, von den Lasten der Ex-Ehefrauen. Und von den Unterhaltspflichtigen, meist Vätern und (Ex)Ehemännern?  Nun, für die müsste dies doch immense Vorteile nach sich ziehen. Oder? Indessen ist davon explizit nur selten die Rede.

»Stellung der Kinder wird gestärkt« heißt es etwa beim »Spiegel«, dabei wird dies inzwischen sogar vom Deutschen Anwaltverein (DAV) nach Meldung des »Focus« bezweifelt, da die Umverteilung bei der Gewichtung der Bezüge für eine alleinerziehende Mutter mit Kind zwar nominell aber nicht faktisch ins Gewicht falle: »ein Nullsummenspiel«, so I. Groß vom DAV zurecht, da in diesem nicht seltenen Falle das Geld seiner Bestimmung nach zwar umetikettiert wird, aber doch immer noch auf ein und demselben Konto landet.

Scheint man über den Gewinner der Reform also noch einigermaßen im Unklaren zu sein, so steht indessen die Verliererin offenbar fest: »Die Verliererin dieser neuen Regelung ist die Erst-Frau« lamentieren die »Lübecker Nachrichten« und weiter noch: »Damit hat die Ehe als Versorgungsinstitution endgültig ausgedient«, als gehe es um eheliche Pflichten, wenn doch gerade nacheheliche Ansprüche in Frage stehen. Geradezu grotesk nimmt sich das Bedauern der »Stuttgarter Nachrichten« aus, das sich damit verknüpft, dass nun »für viele Frauen […] all die Zumutungen von Hartz IV gelten. Sie werden künftig jede Tätigkeit aufnehmen müssen.« Als sei dergleichen »Ungemach« in einer gleichberechtigten Gesellschaft nur Männern zuzumuten. Doch darf gemutmaßt werden, dass sich auch für die Erst-Frauen, vorausgesetzt, sie haben »klugerweise« die Kinder an sich gebunden, eher wenig ändert.

»Eine Chance für die zweite Chance« jedoch wittert der »Mannheimer Morgen« und spielt damit auf die Gründer einer Zweitfamilie an, denen freilich so weiterhin unhinterfragt die Versorgerrolle zugewiesen wird. Sind aber Zweitfamilien und deren Väter durch die Zypriesschen Reformen nun wirklich durchweg besser gestellt? Ist durch die Umschichtung und Umetikettierung für diejenigen, die unter den Kosten des deutschen Unterhaltsrecht mit all seiner Gesetzesakrobatik seit Jahren stöhnen und ächzen, wenn sie sich nicht – wie so viele – längst in die private Insolvenz zurückgezogen haben – kurz: ist für Männer und Väter irgendeine Verbesserung erreicht worden? Weil selbst Frau Zypries längst zugegeben hat, dass sie sich von der Reform vor allem »psychologische« Effekte erhoffe, darf dies wohl getrost bezweifelt werden.

Lesen Sie dazu hier eine kritische Analyse der neuen Gesetzeslage.

Das Ergebnis – dies sei noch vorweggenommen – fällt ernüchternd aus. Tatsächlich dürften die wirklichen Verlierer der Reform wieder einmal die Väter sein, und insbesondere die unverheirateten. Mehr Lust auf Kinder wird diese Reform den Männern sicher nicht machen. Damit wächst der bevölkerungspolitische Negativeffekt der deutschen Familienpolitik einmal mehr. Die deutsche Politik wäre gut beraten gewesen, gerade auch in diesen Dingen den Blick einmal von den Frauen weg auf die Männer zu richten. Diese Chance ist indessen wieder einmal vertan worden.

Sehen wir zu.

Bildquelle: (c) S. Thomas/www.pixelio.de

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