Fördern Kinderrechtsorganisationen heutzutage Gewalt gegen Jungen? Teil 1
Fördern Kinderrechtsorganisationen heutzutage Gewalt gegen Jungen? – 1
Obwohl heute Jungen oft stärker von Bildungsarmut, Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung betroffen sind, fördern Kinderrechtsorganisationen wie PLAN, UNICEF, aber auch die Bundesregierung vorrangig Mädchen. Warum ist das so und warum will man darin nichts ändern und wie versuchen sich diese Organisationen aus ihrer Verantwortung zu nehmen und schließlich: Fördert dieses einseitige Fokussieren auf Mädchen die Gewalt gegen Jungen? Wir gehen diesen Fragen in dieser zweiteiligen Analyse nach.
Die Fakten zur Lage von Gewalt gegen Jungen weltweit
Kinderarbeit:
Der Bericht „Child Labour: Global estimates 2020, trends and the road forward“ zeigt,
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dass Anfang 2020 weltweit deutlich mehr Jungen als Mädchen Kinderarbeit verrichten (ca. 97 Millionen Jungen und 63 Millionen Mädchen; das sind 11,2 Prozent aller Jungen und 7,8 Prozent aller Mädchen),
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der Anteil der Jungen, die wegen Kinderarbeit nicht zur Schule gehen, höher als der der Mädchen (35 Prozent gegenüber 32,8 Prozent) ist,
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die Kinderarbeit von Jungen von 2016 zu 2020 sogar von 10,7 auf 11,2 Prozent gestiegen ist, während sie bei Mädchen von 8,4 auf 7,8 Prozent gesunken ist.
Sexueller Missbrauch von Jungen:
In der weltweiten Studie der Economist Intelligence Unit mit Unterstützung der World Childhood Foundation, der Oak Foundation und der Carlson Family Foundation, veröffentlicht unter „Out of the shadows: SHINING LIGHT ON THE RESPONSE TO CHILD SEXUAL ABUSE AND EXPLOITATION”, heißt es, dass
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sexueller Missbrauch von Jungen in vielen Ländern durch die Gesetze „kaum thematisiert“ wird,
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knapp die Hälfte der Länder keine Gesetze zum Schutz für Jungen hatte. In vielen Fällen waren die Gesetze spezifisch für Mädchen und erkannten Jungen nicht als Opfer an,
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nur 6 von 60 untersuchten Ländern überhaupt Prävalenzdaten über Jungen bezüglich sexueller Ausbeutung von Kindern führen.
Kindersterblichkeit:
Eine geschlechterspezifisch einseitige Entwicklungshilfepolitik ignoriert weiterhin, dass
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laut Newsletter von UNICEF auf United Internet for UNICEF vom 28.6.2018 in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern die Kindersterblichkeitsrate für Jungs höher ist. Die Ursachen und Zusammenhänge sind noch nicht erforscht,
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in fast allen Ländern mit verfügbaren Daten Jungen häufiger chronisch mangelernährt als Mädchen sind, auch hier sind die Ursachen und Zusammenhänge noch nicht erforscht,
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mehr Jungen als Mädchen einem aktuellen UNICEF-Report zufolge gewaltsam sterben: 36 pro 100.000 heranwachsende Jungen (10 bis 19 Jahre) sterben durch kollektive Gewalt im Mittleren Osten und Nordafrika, im Vergleich zu 24 Mädchen.
Laut Studie „Measuring Adverse Child Experiences Among Young Adolescents Globally: Relationships With Depressive Symptoms and Violence Perpetration“, März 2019, Journal of Adolescent Health 65(1); DOI:10.1016/j.jadohealth.2019.01.020 der John Hopkins Universität und der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health sind Jungen in armen städtischen Gebieten auf der ganzen Welt noch mehr als Mädchen unter Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung betroffen.
Körperverletzung an Mädchen durch Beschneidung ist insbesondere in Industrieländern geächtet, während diese Gewaltform an Jungen in Industrieländern sogar ausdrücklich legalisiert ist.
Bildung:
Der Newsletter von UNICEF auf United Internet for UNICEF vom 28.6.2018 belegt, dass
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ebenso viele Jungen keine Grund- oder Sekundarschule wie Mädchen besuchen, nämlich über 60 Millionen,
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in der unteren Sekundarstufe 32 Millionen Jungen im Vergleich zu 30 Millionen Mädchen im entsprechenden Alter nicht zur Schule gehen.
Männliche Gewaltopfer:
Laut WHO-Bericht „Gewalt und Gesundheit“ von 2002 machen Jungen und Männer zwei Drittel aller Opfer von Tötungsdelikten aus (Weltbericht Gewalt und Gesundheit, WHO, „World report on violence and health: Summary 2002“, S. 9f.)
Der „UNICEF-Report: A FAMILIAR FACE Violence in the lives of children and adolescent (ISBN: 978- 2-806-4919-2)“ vom November 2017 kommt zum Ergebnis, dass
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heranwachsende Jungen viermal so oft Opfer eines Tötungsdeliktes wie Mädchen werden (S.8),
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Jungen im Alter von 8 Jahren durchweg häufiger über Erfahrungen mit körperlicher Züchtigung durch Lehrer berichteten als gleichaltrige Mädchen, und der Anteil der Schüler, die berichteten, dass sie in der Woche davor Zeuge der körperlichen Züchtigung anderer Schüler durch einen Lehrer waren, war sogar höher als die Berichte über direkte Erfahrungen (S.45),
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im Jahr 2015 bei den meisten jugendlichen Opfern durch Tötungsdelikte es sich um ältere Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren handelte, wobei die Wahrscheinlichkeit höher war, dass es sich um Jungen handelte.
Unter allen heranwachsenden Jungen (im Alter von 10 bis 19 Jahren) ist die weltweite Mordrate viermal so hoch wie die der Mädchen (S.51).
Jungen werden zudem weitaus häufiger als Kindersoldaten missbraucht als Mädchen, wie die UN in ihrem jährlichen Bericht aufführen. (Quelle: Children and armed conflict, 24 August 2017¸A/72/361–S/2017/821)
Selbstmordrate:
Weiterhin begehen weltweit pro Stunde 60 Männer Suizid , d.h. einer pro Minute! Jungen und Männer sterben weltweit laut WHO Gewaltbericht 2002 doppelt so häufig an Selbstmord als Mädchen und Frauen.
Warum finden Kinderrechtsorganisationen, wie PLAN oder UNICEF oder Regierungen Gewalt gegen Jungen als nicht so schlimm?
Gewalt und Missbrauch an Jungen werden oft durch tief verwurzelte gesellschaftliche Mythen und Geschlechterstereotype verharmlost, selbst von denen, die vorgeben, sich für Kinderrechte einzusetzen, wie z.B. PLAN, UNICEF oder sogar die Bundesregierung.
Beispiele für die Rechtfertigung und Bagatellisierung
Der Mythos der „Männlichen Unverletzlichkeit“: Jungen wird oft unterstellt, sie seien von Natur aus „robuster“ oder „härter“ als Mädchen. Körperliche Gewalt wird dann als notwendige „Härtung“ für das spätere Leben oder als Teil einer normalen männlichen Sozialisation (z. B. „Jungs raufen halt“) missverstanden.
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Sexualisierung als „positives“ Erlebnis: Bei sexuellem Missbrauch durch Frauen wird oft fälschlicherweise behauptet, der Junge habe davon „profitiert“ oder es sei eine Art „Initiation“ gewesen. Formulierungen wie „er war der perfekte Geliebte“ in alten Medienberichten illustrieren diesen gefährlichen Mythos, der das traumatische Machtgefälle ignoriert.
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Selbst-Bagatellisierung als Schutzstrategie: Betroffene Jungen nutzen Aussagen wie „Es war ja gar nicht so schlimm“ oft selbst als Bewältigungsstrategie, um ihre männliche Identität und ihr Selbstbild vor dem Gefühl der totalen Ohnmacht zu schützen. Die Umwelt nimmt dies fälschlicherweise als Bestätigung für die Harmlosigkeit der Tat wahr.
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Bagatellisierung im sozialen Umfeld: Gewalt wird häufig als „Spaß“ oder „Neckerei“ abgetan, besonders im schulischen Kontext oder in Peer-Groups, um nicht intervenieren zu müssen.
Aktiver Gewaltakt der Entmenschlichung
Die Behauptung, Gewalt gegen Jungen sei „weniger schlimm“, ist jedoch nicht nur sachlich falsch, sondern ein aktiver Gewaltakt der Entmenschlichung.
Traumata kennen kein Geschlecht: Psychische und physische Folgen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder ein massiv erhöhtes Suizidrisiko sind bei Jungen ebenso gravierend wie bei Mädchen. Das Nervensystem und die menschliche Psyche reagieren auf Schmerz und Ohnmacht nicht „männlich“ oder „weiblich“, sondern schlicht menschlich.
Machtmissbrauch bleibt Machtmissbrauch: Jeder Übergriff ist eine Verletzung der menschlichen Würde und der körperlichen Unversehrtheit. Die Verharmlosung schützt ausschließlich die Täter und zementiert Strukturen, die Missbrauch erst ermöglichen.
Die toxische Falle der „Stärke“: Wer Jungen Leid abspricht, verwehrt ihnen den Zugang zu Heilung. Die gesellschaftliche Erwartung, „stark“ sein zu müssen, führt dazu, dass Jungen seltener Hilfe suchen und Traumata tief verinnerlichen, was Gewaltspiralen oft erst in Gang setzt. Narrative wie „Jungs weinen nicht“ oder „Männer sind biologisch unantastbar“ sind soziale Konstrukte. Diese Mythen dienen nicht dem Schutz der Kinder, sondern der Aufrechterhaltung von Machtstrukturen und der Entlastung von Tätern.
Fazit: Eine Gesellschaft, die Leid nach Geschlecht hierarchisiert, handelt zutiefst unethisch. Gewalt ist niemals „nicht so schlimm“ – sie ist ein Bruch mit der Menschlichkeit, der bei jedem Kind gleichermaßen scharf verurteilt und geahndet werden muss. Jede Rechtfertigung, die Gewalt gegen Jungen als „weniger schlimm“ darstellt, ist ein Rückfall in eine gefährliche Ignoranz. Sie ignoriert Fakten, bricht ethische Grundsätze und verlängert das Leid der Betroffenen, indem sie ihnen die Anerkennung ihres Schmerzes verweigert. Wahre Menschlichkeit zeigt sich darin, Verletzlichkeit dort anzuerkennen, wo sie existiert – ohne Vorurteile.
Das Glaubwürdigkeitsproblem der Kinderrechtsorganisationen
Der moderne ethische Standard besagt unmissverständlich, dass Menschenrechte unteilbar sind. Sobald Schutzmaßnahmen an das Geschlecht gekoppelt werden und dadurch Schutzlücken für eine andere Gruppe (in diesem Fall Jungen) entstehen oder sich sogar vergrößern, bricht das System mit seinem eigenen moralischen Fundament.
Betrachtet man den aktuellen Zustand der Institutionen, sehen wir folgende Probleme:
Versagen der Universalität: Wissenschaftlich betrachtet ist die einseitige Fokussierung auf eine Gruppe bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber der anderen eine Form von institutioneller Diskriminierung. Wenn die UN oder NGOs die Umschichtung von Kinderarbeit von Mädchen auf Jungen schweigend hinnehmen, handeln sie nicht mehr nach dem Prinzip der Bedarfs- oder Notorientierung, sondern nach einer ideologisch oder finanziell gesteuerten Selektion.
Ethische Dissonanz: Eine „Menschenrechtsorganisation“, die die Rekrutierung 16-Jähriger legitimiert, opfert ethische Prinzipien der politischen Zweckmäßigkeit. Das ist ein logischer Bruch mit dem Kinderschutzgedanken. Aus Sicht einer konsequenten Ethik ist ein Kind mit 16 Jahren immer noch ein Kind und kein legitimes Werkzeug für staatliche Gewaltinteressen.
Wissenschaftliche Blindheit: Der wissenschaftliche Konsens in der Psychologie und Soziologie bestätigt längst, dass Jungen spezifische Vulnerabilitäten haben. Wenn das globale Hilfssystem diese Erkenntnisse ignoriert, arbeitet es unwissenschaftlich. Es ersetzt Fakten durch Narrative, um Fördergelder zu sichern.
Fazit: Das aktuelle System ist nicht integer. Ein Kinderschutz, der Leid hierarchisiert oder wegsieht, wenn die „falsche“ Gruppe betroffen ist, verliert seine moralische Autorität. Er schützt nicht mehr die Menschlichkeit, sondern verwaltet lediglich politische Prioritäten.
„Geldsteuerung“ im humanitären Sektor
Wie oft auf der Welt, regiert auch im „humanitären“ System Geld die Welt. Nehmen wir als Beispiel die UN.
Da die UN und ihre Programme (wie UNICEF) auf freiwillige und pflichtgebundene Beiträge der Mitgliedstaaten angewiesen sind, entsteht ein Interessenskonflikt. Staaten, die Kinderrechte verletzen, können durch Mittelkürzungen oder politischen Druck versuchen, unliebsame Berichterstattung zu beeinflussen.
Die UN kann keine Gesetze in souveränen Staaten erzwingen. Instrumente wie das Monitoring- und Reporting-Verfahren (MRM) dienen zwar dazu, schwere Verstöße wie die Rekrutierung von Kindersoldaten zu dokumentieren, doch die Sanktionierung obliegt oft dem Sicherheitsrat, in dem eben jene mächtigen Staaten sitzen.
Es ist eine bittere Realität: Ein System, das von den Akteuren bezahlt wird, die es überwachen soll, hat eine eingebaute Tendenz zur Kompromissbildung. Auf der Strecke bleiben dabei oft die Jungen, eben weil es einen „Konsens“ gibt, bei Jungen sei es nicht so schlimm. Wenn die Mächtigen dieser Welt Gewalt gegen Mädchen abbauen, haben sie ihre Schuldigkeit in Sachen Kinderrechte getan, bei Gewalt gegen Jungen schaut man dann im Gegenzug dann nicht mehr so genau hin. Die oben genannte Entwicklung der Kinderarbeit zeigt dies. Kinderarbeit wird nicht beseitigt, es werden nur kinderarbeitende Mädchen durch kinderarbeitende Jungen ersetzt.
Marktlogik des Leids
Was bei der UN gilt, gilt ähnlich auch in der Förderpolitik der EU oder sonstiger Länder. Da staatliche und private Großspender ihre Mittel oft an spezifische, politisch populäre Zielgruppen binden (wie die fokussierte Mädchenförderung), passen sich NGOs und internationale Organisationen an, um möglichst viel Fördermittel zu erhalten. Dies führt zu einer Marktlogik des Leids:
Monokultur der Förderung: Themen, die nicht in das aktuelle Förderprofil passen, werden „unfinanzierbar“. Organisationen, die dennoch darauf hinweisen, riskieren den Entzug von Mitteln.
Moralisches Outsourcing: Staaten kaufen sich durch die Finanzierung von Projekten, die statistisch „schöne“ Erfolge (wie sinkende Zahlen bei arbeitenden Mädchen) produzieren, von der Verantwortung für die Gesamtsituation frei. Dass die Last dabei auf Jungen verschoben wird, erscheint in keinem Hochglanzbericht.
Das Schweigen der Experten: Wer innerhalb dieses Systems Karriere machen will, lernt schnell, welche blinden Flecken erwünscht sind. Kritische Stimmen, die auf diese Schieflage hinweisen, werden nicht etwa widerlegt, sondern schlicht ausgehungert und ignoriert.
Im zweiten Teil zeigen wir, wie Kinderrechtsorganisationen heutzutage Gewalt gegen Jungen zumindest mittelbar fördern, kritisieren das systemische Versagen der Kinderrechtsorganisationen, zeigen, inwiefern auch die aktuellen Entwicklungen in der Wehrpflicht die Erkenntnisse widerspiegeln, legen dar, wie die Kinderrechtsorganisationen sich aus der Verantwortung herausnehmen wollen, und zeigen, wie die Realität unsere Analyse bestätigt. Zudem kommen wir noch zu einem Fazit und führen noch einige Quellen auf.
Quelle Beitragsbild: KI generiert mit Google Gemini
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