Väteraufbruch für Kinder Karlsruhe wurde 25 Jahre alt – Wir gratulieren

von Manndat

Der Väteraufbruch für Kinder – Kreisverein Karlsruhe – feierte vom 24. auf den 25.10.2026 sein 25-jähriges Jubiläum. Wir gratulieren. Das umfassende Rahmenprogramm reichte von regelmäßigen Musikdarbietungen bis hin zur Darstellung der Historie und Erfolge des Vereins in den letzten 25 Jahren. Zahlreiche Gäste, die im Bereich der Väterpolitik und Väterberatung waren eingeladen. Für den Verein MANNdat e.V. hielt Dr. Bruno Köhler die Festrede.

Der Redetext (es gilt das gesprochene Wort)

Liebe Mitglieder und Verantwortliche des VAfK Karlsruhe,

liebe Gäste und Mitstreiter,

25 Jahre VAfK Karlsruhe – das ist ein Vierteljahrhundert unermüdlicher Einsatz für das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: die untrennbare Verbindung zwischen Vätern und ihren Kindern. Ich stehe heute hier als Mitglied von MANNdat e.V., und wir blicken mit Stolz auf die vielen Jahre der erfolgreichen Kooperation mit euch zurück. Uns verbindet das gemeinsame Ziel, die Benachteiligungen von Jungen, Männern und Vätern in der geschlechterpolitischen Diskussion nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie endlich zu beseitigen.

Was ihr hier in Karlsruhe in den letzten 25 Jahren geleistet habt, ist tief beeindruckend. Vor allem in der harten, emotional aufreibenden Praxis zeigt sich der unschätzbare Wert eurer Arbeit. Wenn eine Trennung das Fundament des Lebens erschüttert, sind es oft eure Berater, die Trennungsvätern Halt geben. Ihr begleitet sie durch den oft unbarmherzigen Dschungel gerichtlicher Verfahren. Ihr sorgt dafür, dass Väter in diesen existenziellen Krisen nicht aufgeben, sondern um ihr Recht kämpfen, weiterhin liebevolle Erzieher für ihre Kinder zu sein. Für diese praktische und menschliche Überlebenshilfe gebührt euch tiefster Respekt und Dank.

Denn die Realität zeigt: Väteranliegen finden in der Politik heute immer noch erschreckend wenig Beachtung. Die Versprechen von Modernität und Gleichberechtigung entpuppen sich in der Familienpolitik allzu oft als hohle Phrasen.

Wir sehen es an konkreten Beispielen: Deutschland weigert sich nach wie vor beharrlich, die bezahlten Vätermonate aus der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie vollumfänglich umzusetzen. Und als im vergangenen Jahr 2025 das Gewaltschutzhilfegesetz ins Leben gerufen wurde, mussten wir erleben, dass männliche Opfer häuslicher Gewalt schlicht komplett ausgegrenzt wurden. Als gäbe es sie nicht. Als wäre ihr Schmerz weniger wert.

Man stelle sich das vor. Von den damals noch über 700 Mitglieder des Deutschen Bundestages gab es nicht einen Abgeordneten, der sich gegen ein Gesetz aussprach, das männliche Opfer von Gewalt bewusst ausgrenzt.

In der Familienpolitik wird der Vater nach wie vor vorrangig in seiner klassischen Versorgerrolle gesehen. Er soll zahlen. Doch als gleichwertiger Erzieher wird er rechtlich und gesellschaftlich immer noch nachrangig behandelt.

Eine solche Geschlechterpolitik ist nicht integer. Sie misst mit zweierlei Maß. Doch Fakten verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Diese Schieflage hat bittere Konsequenzen: Immer mehr junge Männer wenden sich frustriert und enttäuscht vom System ab. Sie spüren, dass Politik und Gesellschaft sie strukturell ins Abseits stellen und sie am Ende einfach im Stich lässt.

Genau deshalb ist der VAfK nicht nur als Beratungsstelle, sondern auch als geschlechterpolitischer Akteur so unglaublich wichtig! Ihr seid der lebende Beleg dafür, dass diese nicht integere Politik kein Naturgesetz und nicht Gott gegeben ist. Ihr zeigt den Männern, dass sie nicht ohnmächtig sind. Ihr beweist, dass man sich wehren kann – mit Argumenten, mit Herzblut und in einer starken Gemeinschaft. Ihr gebt den Betroffenen eine Stimme, die man im politischen Berlin und Stuttgart nicht mehr überhören kann.

Liebe Freunde, trotz all dieser dicken Bretter, die wir noch bohren müssen, blicke ich heute mit Zuversicht in die Zukunft. Warum? Weil sich das Bewusstsein der Menschen verändert. Die junge Generation von Vätern will sich nicht mehr auf die Rolle des Zahlmeisters reduzieren lassen. Sie wollen von Anfang an voll und ganz für ihre Kinder da sein – und sie lassen sich dieses Recht nicht mehr so leicht nehmen. Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten, weil die Liebe von Vätern zu ihren Kindern eine Kraft ist, die sich auf Dauer nicht wegregulieren lässt.

Ich möchte schließen mit einem tief empfundenen Dank an alle Verantwortlichen, an die Gründer, die Berater und jedes einzelne Mitglied des VAfK Karlsruhe. Ihr habt in 25 Jahren unendlich viel Trost gespendet, Familien gerettet und Gerechtigkeit erkämpft.

Herzlichen Glückwunsch zum 25-jährigen Jubiläum! Auf die nächsten 25 Jahre – für unsere Söhne, für uns Männer für unsere Partnerinnen und vor allem für das Wohl unserer Kinder.

Vielen Dank

 

 

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