Richtig spenden – aber wie?

von MANNdat

Immer mehr Jugendhilfs- und Menschenrechtsorganisationen schließen Jungen und Männer aus ihren Projekten aus. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie dennoch mit einer Spende Gutes tun können.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Menschen in Not mit Spenden zu unterstützen, ist wichtig. MANNdat weist jedoch darauf hin, dass in den vergangenen Jahren einige Hilfsorganisationen verstärkt dazu übergegangen sind, Jungen oder Männer aus ihren Projekten auszugrenzen und damit deren spezifische Notlagen zu vernachlässigen.
Dazu gehören namhafte Jugendhilfsorganisationen wie die Kindernothilfe („Mädchen können mit uns rechnen“ – MANNdat fragt: „Wieso nicht auch Jungen?“) oder PLAN Deutschland („Mädchen brauchen Ihre Unterstützung“ – MANNdat fragt: „Jungen etwa nicht?“).

Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ legt dar, dass sie „Männer und Jungen bisher nicht als Opfergruppe ansieht, die aufgrund ihres Geschlechts von schweren Menschenrechtsverletzungen bedroht ist“. Das ist äußerst fragwürdig, denn gerade Menschenrechtsorganisationen müssten Genderzide, wie Massenerschießungen von Jungen und Männern in Kriegsgebieten, bekannt sein. Die bekanntesten entsprechenden Verbrechen neueren Datums sind zweifellos die Ermordung von etwa 8000 Jungen und Männern in Srebrenica während des Bosnienkrieges im Jahr 1995 oder die Massenermordungen von Jungen und Männern in Ruanda in den 90er-Jahren.

Kinderarbeit in Bergwerken oder Steinbrüchen oder die Rekrutierung von Kindern als Soldaten sind Beispiele für Vergehen, die vorwiegend Jungen betreffen. Offiziell erheben die Hilfsorganisationen zwar den Anspruch, Not, Armut, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen bei beiden Geschlechtern zu bekämpfen. In der Praxis aber messen sie den Problemen von Mädchen und Frauen weit mehr Bedeutung zu als denjenigen von Jungen und Männern. So wird etwa auch die Genitalverstümmelung von Mädchen geächtet, diejenige von Jungen geduldet.

Auch UNICEF grenzt im Jahresbericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2007“ Jungen als Gewaltopfer aus. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ruft dazu auf, „Mädchen vor Benachteiligung, Diskriminierung und Gewalt zu schützen“ (UNICEF – Brief 1/2007). Für Jungen stellt UNICEF diese Forderung nicht. Dies suggeriert, Jungen seien weniger von Gewalt betroffen als Mädchen.

Der „Weltbericht Gewalt und Gesundheit“ der Welt-Gesundheitsorganisation WHO zeigt jedoch, dass Jungen eher häufiger Opfer von Gewalt werden als Mädchen. So entfielen auf Jungen bis 14 Jahren im Jahr 2000 weltweit schätzungsweise 7,9 Tötungsdelikte pro 100.000 Menschen, bei Mädchen waren es 6,8.

Ein geschlechtersensibler Blick auf Not und Armut, Gewaltopfer und Menschenrechtsverletzungen ist ohne Frage sinnvoll. Aber geschlechtersensibel heißt, den Blick auf weibliche und männliche Betroffene zu richten.

Wenn Sie Mädchen und Jungen helfen möchten, ohne dabei Kinder auf Grund ihres Geschlechts zu benachteiligen, sollten Sie auf das Folgende achten:

– Informieren Sie sich vorher genau, welcher Hilfsorganisation Sie Ihre Spende zukommen lassen möchten.

– Fordern Sie von der Hilfsorganisation, an die Sie gespendet haben, einen Tätigkeitsbericht an, um zu prüfen, ob die Spendengelder geschlechtergerecht verwendet werden.

– Schreiben Sie die Organisation an, wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass dies nicht der Fall ist.

Es gibt genügend Wohltätigkeitsorganisationen, die Hilfsprojekte durchführen, ohne Jungen auszugrenzen, wie z. B.:

– Sahel e.V. – A.M.P.O., fördert Hilfsprojekte in Burkina Faso
(www.sahel.de/kinder)
– Salesianer – Don Bosco. katholische Ordensgemeinschaft, die jungen Menschen in schwierigen Situationen Hilfe bietet und Zukunftsperspektiven verschafft
(www.donbosco.de)

In diesem Sinne: Spenden Sie – mit Herz und Verstand!

Bildquelle: (c) Ernst Rose/www.pixelio.de

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