„Feministisches Sprachhandeln“ als genderpolitische Nebelkerze

von MANNdat

Feministisches SprachhandelnFeministisches Sprachhandeln: Dieser Begriff und der dahinter stehende Unfug dürften den meisten Menschen bisher unbekannt gewesen sein. Doch am 22.04.2014 berichtete zuerst die „Bild“-Zeitung über einen neuen genderistischen Husarenstreich, dieses Mal an der Humboldt Universität Berlin (auch Focus,  freiewelt.net und andere berichten darüber). Es geht um einen Vorstoß zur „gendergerechten Sprache“, der von einem eigens dafür aktiven Gremium (der sogenannten „AG feministisches Sprachhandeln“ unter Führung der Gender Studies Professorin Laan Hornscheidt) unterbreitet wurde. Ziel des Ganzen sei es, Behinderte, Ausländer und vor allem Frauen, die sich nicht der „Zwei-Geschlechter-Norm“ unterwerfen wollen, vor „gewaltvoller“ Sprache zu schützen.

Was damit gemeint ist, findet man beispielsweise im Glossar des „Sprachleitfadens“ der AG feministisches Sprachhandeln, wo man unter der Überschrift „Geschlecht, Gender, Genderung“ lesen kann:

Die anmaßende Idee, alle könnten einem, und nur einem Geschlecht zugeteilt werden, ist an Irrsinn nicht zu überbieten! Die Annahme, es gäbe nur zwei Geschlechter, ist absurd und aberwitzig zugleich. Absurd, weil dieses System keineswegs auf alle zutrifft. Absurd auch, weil jede Abweichung immer nur als Ausnahme und folglich als Bestätigung des Systems gelesen wird. Aberwitzig und absurd ist, dass dieses blödsinnige System als so selbstverständlich gilt, dass wir Unmengen an Energie darauf verschwenden, es aufrecht zu erhalten! Wir fordern: Stellen Sie diesen offensichtlichen Unfug ab! Stellen Sie diese empörende Energieverschwendung ab! Verabschieden Sie sich von diesem wahnwitzigen System, das vielen schadet und keinem nützt!“ (Roßhart, Julia; Jacke, Katharina; Huber, Jamie; Kämpf, Katrin, 2009, S. 2)

Nun könnte man einwenden, dass die Ansicht, was Unfug ist und was nicht, doch sehr vom Standpunkt abhängt und dass geschätzte 99,99% aller Menschen in diesem Land überhaupt keine Energie darauf verschwenden. Interessanter ist jedoch, wie die Abstellung der „empörenden Energieverschwendung“ nach Meinung der Fans des feministischen Sprachhandelns aussieht.

Feministisches Sprachhandeln äußert sich beispielsweise darin, dass alles an Männer Erinnernde getilgt werden soll. Das betrifft nicht nur diesen übel sexistischen Artikel „der“, sondern auch alle Worte, die auf „er“ enden. Das ist dann gendergerecht auszuXen, mit dem Klammeraffen zu versehen oder durch ein „a“ zu ersetzen. Ja, da gibt es ja nun wohl genügend Möglichkeiten, sich gendergerecht auszudrücken, beispielsweise so (Seite 22 dieses Pamphletes):

„Unsa Lautsprecha ist permanent auf Demos unterwegs. Ea erfreut sich hoher Beliebtheit.“

Ja, da lacht doch das Herz eines jeda. Zumindest bei der AG feministisches Sprachhandeln.

Aber es geht noch weiter: „Man“ hat zwar nichts mit „Mann“ zu tun (genauso wenig wie das englische Wort „human“), könnte aber von genauso ungebildeten wie engagierten Genderisten mit solchem verwechselt werden. Deshalb soll es zukünftig m@n heißen (oder „hum@n“). Ist doch eigentlich ganz simpel, oder?

An der Stelle fragt sich jeder Mensch mit klarem Verstand, ob selbiger bei den Genderisten der AG feministisches Sprachhandeln vorliegt oder ob sie einfach nur bescheuert sind.

Feministisches Sprachhandeln: Diskriminierung als Gleichberechtigung deklariert

Nein, bescheuert sind sie nicht, denn bei genauer Betrachtung fällt noch etwas auf. Auf Seite 13 dieser „Anregung“ findet man folgende Tabelle:

feministisches Sprachhandeln

Bemerkenswert ist, dass diese angeblich um Gleichberechtigung in der Sprache Bemühten der AG feministisches Sprachhandeln offensichtlich keine Probleme damit haben, das Personalpronomen „sie“ alleine zu verwenden. Man findet in dieser Genderschrift (der „Sprachleitfaden“, auf den wir ganz bewusst nicht verlinken) auch keinen Hinweis, dass das „sie“ an Wortenden, beispielsweise bei Poesie, verstümmelt werden soll. Außerdem empfindet man das „generische Femininum“ als geschlechtergerecht und mit der Gleichberechtigung vereinbar – nachdem exakt dieselben Leute jahrzehntelang genau das Gegenteil vom generischen Maskulinum behauptet haben.

Und eben an dieser Stelle dürfte wohl des Pudels Kern liegen. Man versucht, über die AG feministisches Sprachhandeln eine Definition der gendergerechten Sprache zu installieren, die praktisch unanwendbar ist, um sich anschließend – natürlich aus Vernunftsgründen und der Lesbarkeit wegen – auf einen „Kompromiss“ zu einigen: Das generische Femininum. Offensichtlich gab es im Gegensatz zur Uni in Leipzig und Potsdam bisher an der Humboldtuniversität noch Widerstände dagegen, die so gebrochen werden sollen. Das Ganze wird man dann als „Konsens“ verkaufen, weil man ja „zurückgesteckt“ hat. In Wahrheit ist es weder ein Kompromiss noch ein Konsens. Dieser Vorstoß ist vermutlich nichts weiter als ein Trojanisches Pferd, um das generische Femininum als Standard durchzusetzen.

Gleichgültig wie man zum generischen Maskulinum steht: Wenn man es für frauenfeindlich erachtet, so wie es die Sprachpseudogerechten (auch die in der AG feministisches Sprachhandeln) immer taten, muss zumindest diesen Leuten das generische Femininum als männerfeindlich erscheinen. Sie wollen es dennoch bewusst durchsetzen, was auf einen tiefliegenden Sexismus gegen Männer schließen lässt.

Stattdessen könnte man ja nach unabhängigen Kriterien suchen, beispielsweise dem Alphabet, dessen Geschlechtsneutralität nicht einmal die Genderisten von der AG feministisches Sprachhandeln leugnen könnten: Dann würde es nach wie vor heißen „Frauen und Männer“ (F vor M) und „Damen und Herren“, aber eben auch „Jungen und Mädchen“, „männlich und weiblich“ oder auch „Irgendwas und Irgendwas-innen“. Es wäre aber natürlich zu viel der Gleichberechtigung, denn wenn Frauen zurückstecken müssen, und sei es in noch so geringem Umfang, ist das natürlich „diskriminierend“.

Doch für diese Leute ist „Gleichberechtigung“ oder auch „Gleichstellung“ ohnehin nur ein Vehikel zu Vorteilsgewinnen und Rosinenpickerei. Deshalb ziehen sie derartige Dinge nicht einmal in Erwägung (und verwenden übrigens die beiden inhaltlich völlig verschiedenen Begriffe auch regelmäßig synonym).

Anstatt sich jedoch über diesen Unfug des feministischen Sprachhandels aufzuregen, wird es Zeit, diese „Anregung“ aufzugreifen, um eine öffentliche Diskussion über die Verschwendung von Steuergeldern durch die Finanzierung derartiger „Arbeitsgemeinschaften“ und über andere staatlich finanzierte Männerdiskriminierungen in Gang zu bringen, die man auf eine Diskussion über die Finanzierung von Gender Studies im Allgemeinen ausdehnen muss.

Das ist die einzig sinnvolle Antwort auf einen derartigen Kulturterrorismus.

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Lesermeinungen

  1. Von Mark A.

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