Der Mann als Randgruppe? Eindrücke von einer Veranstaltung des „Bundesforum Männer“

von MANNdat

Das „Bundesforum Männer e. V.“ empfing in Berlin unter dem Motto: „Männer und soziale Lage“. Die Eingangsfrage: „Weiß, deutsch, hetero, Mittelschicht: Lassen sich so die Adressaten der aktuellen männerpolitischen Gleichstellungspolitik zusammenfassen?“ Das Ergebnis in einem Wort: Nein! Für das Bundesforum, seine Geldgeber und seine assoziierten Vereine taugt diese Gruppe allenfalls als Schreckgespenst. Lesen Sie dazu unsere Eindrücke und Kommentare.

Schon 2012 befand der Bund der Steuerzahler, die Finanzierung des Bundesforum Männer (kurz Bufo) sei Verschwendung von Steuergeldern. Das BuFo  disqualifizierte diese Kritik damals umgehend als „politisch einseitige und undifferenzierte Instrumentalisierung“ eines „sich selbst erteilten Kontrollauftrages“ des Bundes der Steuerzahler, im gleichen Atemzug, wie es die „sogenannten Männeraktivisten“ zum „unglaubwürdigen maskuli(ni)stischen Lager“ herabgewürdigte.

Große Erwartungen

Nunmehr, im September 2018: „Bundesforum Männer …  Politischer Jahresempfang … Quadriga Forum in Berlin …“ Da blickt die Männerwelt erwartungsvoll nach Berlin. Gibt es noch Hoffnung für ihre Anliegen? Wieder nur Schelte für böse Männerrechtler? Oder die jährliche Alibi-Veranstaltung zur Rechtfertigung von Steuerverschwendung?

In seiner Begrüßungsrede sprach Stephan Buttgereit (stellvertretender Vorsitzender des BuFo, Generalsekretär des katholischen „Fachverbandes für Menschen am Rande“) über Halle (Saale) und eine dortige Pegida-Demo, mit etlichen jungen und mittelalten Männern. Ein aufschlussreicher Einstieg, nur leider kein Wort über die männlichen Missbrauchsopfer seiner Kirche. Sind Pegidademonstranten jetzt die neuen Adressaten des BuFo? Oder sind die legitimen Interessen von Jungen, Männern und Vätern nur Probleme von Menschen „am Rande“?

Dann das politische Grußwort der Leiterin der Abteilung Gleichstellung im BMFSFJ, Christine Morgenstern. Sie erwähnt die Sexismusdebatte, beschwert sich, dass Vergewaltigungsopfer eine höhere Beweislast als Opfer einer Kneipenschlägerei hätten, aber kein Wort über männliche Opfer von Falschbeschuldigungen, fragt allen Ernstes, ob es denn DIE Männerbewegung überhaupt gibt. Da müssen wir uns natürlich – allen Ernstes – fragen, ob WIR stumm sind oder ob Frau Morgenstern taub ist.

Neue Männerbewegung und abgehängte weiße Männer

Morgenstern weiter: Es gehe NICHT um das biologische, sondern um das soziale Geschlecht (aber kein Wort zur Diskriminierung des „biologischen“ Mannes durch Frauenquoten). Dann ihr Feindbild: Eine Opposition, die gegen die NEUE Männerbewegung und gegen die Frauenbewegung ist! Bemerkenswert: Die Subventionsritter des BMFSFJ sind für Morgenstern offenbar die „Neue Männerbewegung“. Für deren Opposition sei der Mann dagegen der Verlierer. Sie hält das für mehr als eine Rollenverunsicherung, das sei gefährlich. Das sei der Zorn der „weißen Männer“ – sie verbessert sich, offenbar, weil diesmal anstelle der üblichen Frauenbeauftragten fast nur „weiße Männer“ anwesend sind – der abgehängten weißen Männer.

Zwar fordert sie, Kinderwagenmänner hervorzuheben, denn immer mehr Männer nähmen Elternzeit wahr, aber sogleich verfällt sie wieder in den feministischen Klagegesang: Große Baustellen seien das Entgelt, Frauen und Männer seien gefangen im Geschlechterstereotyp, weniger Frauen säßen im Parlament usw. Nun wissen wir also, wofür sie kämpft. Wir wissen freilich immer noch nicht, warum sie dazu ausgerechnet vom „Dachverband für Jungen, Männer und Väter“ eingeladen wurde, aber wir ahnen es dumpf: Weil sie die Geldgeberin des BuFo, also das BMFSFJ vertritt, die logischerweise die Linie vorgibt.

Dann kommt sie zu den geflüchteten Männern. Hier müssen Perspektiven für ein neues Leben her. Für DIESE Zielgruppe scheint das biologische Geschlecht dann doch wieder wichtig. Sie rühmt sich, international habe man die Gleichstellung von Männern auf die Agenda gesetzt. Da werden sie sich aber freuen, die geflüchteten Männer. Warum sollten sie sonst nach Deutschland gekommen sein, wenn nicht, um gleichgestellt zu werden.

Fleischkonsum – Männersache

Es folgt eine Talkrunde. Moderatorin Simone Schmollack (Journalistin, u. a. TAZ, der Freitag) steigt dann auch gleich voll in „Anliegen von Männern“ ein, mit dem Hinweis, dass deren Lebenserwartung 5 Jahre weniger betrage, dazu Ursachen- und Schuldzuweisung: Rauchen, Bluthochdruck, zu hoher Fleischkonsum, zu viel Alkohol, Männer gingen nicht zum Arzt. Gut, dass das mal jemand diesen Gesundheitsmuffeln sagt. Nur leider kein Wort darüber, dass Männern bis heute keine brauchbare Prostatakrebsfrüherkennung bezahlt wird. Aber halt! Schmollack hat sogar frohe Kunde: Die Politik trage dem Rechnung, mit Boys‘Days, Gendermagazinen, Quereinsteigern in Kitas, Movemen.org usw. Na, wenn das nicht hilft!

Dag Schölper (Geschäftsführer des BuFo) äußert Unbehagen beim „Fluchtprojekt“. Wie mit den quirligen jungen Männern umgehen? Hochinteressant: Nachdem man offenbar bei den bösen weißen Hetero-Männern mit der „Genderung“ nicht so gut ankommt, weil diese undankbaren Kerle sich nicht von den Segnungen der staatlichen Umerziehung überzeugen lassen, wird jetzt, offenbar auf höchste Weisung, der Fokus auf die Migranten verlagert. Kann das verwundern? Natürlich nicht! Junge männliche Migranten – da deutet sich für den ganzen subventionierten Genderklüngel doch wieder eine fette Subventionsweide an, die es anzulegen – und sodann abzugrasen gilt.

Erich Lehner (Männerarbeit Österreich) kommt zu Wort und berichtet über jetzige Projekte: Kein Täter werden! Es gibt dort in jedem Bundesland eine Interventionsstelle für Gewalt in der Familie. Seine Ideologie: Männer IMMER Täter. Schölper dazu: Es wird eine eigene Website für Beratung geben (hier auch für Männer als Opfer)! Die Frage ist natürlich, welcher junge, männliche Flüchtling auf die Webseite des Bufo geht, um sich dort über Probleme zu informieren, die die deutsche Gesellschaft mit ihm hat.

Fazit: Viel Feind – viel Fördermittel!

Es naht das Jahresende. Rechenschaftsberichte müssen vorgelegt – neue Haushalte bzw. Fördermittel beantragt und begründet werden, Alarmismus muss verbreitet werden, damit die Förderung weiter garantiert ist. Und so kratzen die Statthalterinnen des institutionalisierten Feminismus aus allen Ecken zusammen, was es an bösen Feinden der Demokratie gibt: Rechte, Maskulisten, Sexisten, Populisten, Homophobe, Rassisten, Antisemiten, Antiislamisten … und machen viel Getöse nach der Devise: Delegitimieren, ausgrenzen der Männerrechtler, pathologisieren und marginalisieren der legitimen Interessen von Jungen, Männern und Vätern!

Das ist ein sattsam bekanntes Schema, wenn es darum geht, Gelder locker zu machen. Kein Zufall ist beispielsweise das zeitnahe Erscheinen eines Schmachtfetzens der „Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) “. „Antifeminismus als Demokratiegefährdung?!  Gleichstellung in Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus“. Andere Adresse, gleiche Nummer!

Zeitgleich war die Chefin Giffey wohl bei der Buchvorstellung von Hajo Schumacher. Am nächsten Morgen verbreitet nämlich Radio 1, der absolute Agitprop-Sender (Agitation und Propaganda) des RBB, wie sie über den zu geringen Frauenanteil in Führungspositionen schwadroniert. Vorstandsposten würden immer von Thomas an Michael vererbt und von Michael an Thomas, das gelte es zu durchbrechen. Ein bemerkenswertes Interesse also auch von Giffey an Randgruppen, wenngleich vom anderen Ende der Einkommensskala.

Merke: Es kommt nicht darauf an, ob irgendjemand „draußen“ die Schauermärchen dieser selbsternannten Hüterinnen der Demokratie glaubt. Und es wäre noch zuviel der Ehre, wenn sie uns nur für dumm halten würden. Das hieße zumindest, dass sie uns zur Kenntnis nähmen. Diese Blase bedient sich komplett selbst. Was draußen vorgeht, kümmert sie nicht, es sei denn, es lässt sich in Fördermittel oder Vorstandsposten ummünzen. Männerrechtler? Sie wissen nicht einmal, was das ist.

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Lesermeinungen

  1. Von Chris

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    • Von Ma'Al

  2. Von Dr. Bruno Köhler

    Antworten

    • Von Eugen

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