Bundesforum Männer – Fortschritt oder Trauerspiel?

von MANNdat

Mit gleich zwei Beiträgen hat uns das Bundesforum Männer vor kurzem überrascht. Beides sind langjährige MANNdat-Anliegen. Das Bufo Männer verschweigt zwar, dass es hier schamlos abgekupfert hat, aber solange es unsere Forderungen übernimmt, soll uns dies recht sein.

Männergesundheitsbericht

Beim 1. Deutschen Genderkongress 2015 in Nürnberg hatte MANNdat die Federführung des Workshop „Männergesundheit“. Das wichtigste Ergebnis des Workshops war die Forderung an die Gesundheitspolitik, sich den Handlungsempfehlungen aus dem 1. Deutschen Männergesundheitsbericht des Jahres 2014 zu stellen und durch politische Maßnahmen Männergesundheit endlich aktiv voranzutreiben. Ein Männergesundheitsbericht ist nicht Selbstzweck, sondern macht nur Sinn, wenn die politisch Verantwortlichen bereit sind, Handlungskonsequenzen aus seinen Befunden umsetzen. Beim 1. Deutschen Frauengesundheitsbericht 2001 war das sehr schnell geschehen. Beim Männergesundheitsbericht tut sich seit nunmehr drei Jahren nach Veröffentlichung jedoch nichts Entsprechendes.

Während das Bundesforum Männer versuchte, den 1. Deutschen Genderkongress mit diffamierenden Mails an verschiedene Teilnehmer zu hintertreiben, hat es sich nun wenige Tage vor dem 2. Deutschen Genderkongress dazu bewegt, bei der Politik anzufragen, wie denn nun die Ergebnisse des Männergesundheitsberichtes in politische Handlung umgesetzt werden sollen und damit justament diese Forderung des 1. Genderkongresses übernommen.

Legalisierte Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung

Fünf Jahre nach der Legalisierung der Köperverletzung an Jungen durch Beschneidung in Deutschland hat sich das Bundesforum Männer nun endlich getraut, darauf hinzuweisen, dass auch Jungen Anspruch auf Menschenrechte haben. MANNdat hat schon in einem offenen Brief vom 20. Juli 2012 an die Bundesregierung gefordert, Jungen bei der Beschneidungsdebatte gleichberechtigt die gleichen Grund- und Menschenrechte wie Mädchen zuzugestehen.

Erfolg oder Trauerspiel?

Wie ist das nun zu werten? Ist es ein Fortschritt des Bundesforums Männer in die richtige Richtung, wenn es sich endlich auch den berechtigten Anliegen von Jungen, Vätern und Männern zuwendet, anstatt nur bei der Frauenpolitik zu fragen, was diese von Männern haben möchte?

Oder bestätigt es einmal mehr das Versagen dieser von der Frauenpolitik finanzierten offiziellen „Männervertretung“? Ist es nicht ein Trauerspiel, dass das Bundesforum Männer fünf Jahre braucht, bis es sich entscheidet, dafür einzutreten, dass Menschenrechte auch für Jungen gelten sollten?

Und wie viele Männerleben hätten profitiert, wenn das Bundesforum Männer sich zum Genderkongress vor zwei Jahren für einen Dialog mit der Väter- und Männerrechtsbewegung entschieden hätte, anstatt diese mit infamen Aktionen zu bekämpfen und jetzt erst männergesundheitspolitische Forderungen von damals aufzugreifen?

Beim 2. Deutschen Genderkongress im Mai 2017 lag morgens bei den Teilnehmerschildern auch eines mit dem Namen eines Mitglieds des Bundesforum Männer. Ein Umschwung von der Diffamierung zum Dialog?

Am Abend, nach dem Kongress, lag das Teilnehmerschild immer noch unbenutzt da.

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Lesermeinungen

  1. Von Matze

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  2. Von Ma'Al

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  3. Von Mario

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  4. Von wolf

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