Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young – Teil 1

von FrSch

Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young (1,2) – Teil 1

Es sollen hier die Techniken der Misandrie, dem Männerhass, vorgestellt und (aktuelle) Beispiele angegeben werden, in der Hoffnung, dass immer mehr Männer und andere Menschen diese Techniken erkennen, entsprechend einordnen und sich dagegen wehren. Bereits 2001 haben die Wissenschaftler Paul Nathanson und Katherine Young die sechs Techniken der Misandrie in ihrem Buch Spreading Misandry (1,2) beschrieben:

  1. Verächtlichmachung von Männern – sich lustig machen über Männer
  2. Verächtlich auf Männer herabschauen
  3. Männer ausschließen („women alone together“)
  4. Männer für alles Schlechte verantwortlich machen
  5. Entmenschlichung von Männern
  6. Dämonisierung von Männern

Zu all diesen Techniken gibt es eine Fülle von Beispielen. Um den Text nicht ausufern zu lassen, sollen hier nur exemplarische Beispiele aufgezählt werden.

  1. Verächtlichmachung von Männern – sich lustig machen über Männer

Ein Beispiel für die Verächtlichmachung von Männern als nutzlos oder unfähig findet sich in einem Spiegel-online-Artikel mit der Schlagzeile „Warum Männer früher sterben sollten“ (3). Der Artikel behauptete, dass Männer „ab einem bestimmten Alter […] in monogamen Gesellschaften einfach nutzlos“ seien. Diese Aussage stellt Männer pauschal als wertlos dar, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben, ohne ihre individuellen Beiträge, Fähigkeiten oder Lebensleistungen zu berücksichtigen.

Ein weiteres Beispiel lieferte Cornelia Pieper, die damalige stellvertretende FDP-Vorsitzende. Sie äußerte in einem Interview mit der „Bunten“ in 2007, dass „die Frau sich ständig weiterentwickelt“, während „der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen geblieben“ und „von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt“ worden sei (4). Diese Aussage stellt Männer pauschal als entwicklungsunfähig und rückständig dar, im Gegensatz zu Frauen, die als fortschrittlich und sich weiterentwickelnd beschrieben werden. Diese Beispiele zeigen, wie Männer in öffentlichen Diskursen undifferenziert als minderwertig oder überflüssig dargestellt werden, was zu einer problematischen Verallgemeinerung und Abwertung eines ganzen Geschlechts führt.

Die vielleicht niederträchtigste Variante des Verächtlichmachens von Männern ist der falsche Vorwurf von sexuellen Belästigungen. Diese Variante der Misandrie gibt es als Verallgemeinerung, wie sie der damalige stellvertretende Grünenvorsitzende Hamburgs Gwosdz im Jahr 2015 geäußert hat:

„Gwosdz hatte in einer Direktnachricht an eine Facebook-Nutzerin am Freitag die Ansicht vertreten, dass alle Männer ‚potenzielle Vergewaltiger‘ seien.“ (5)

Die Variante des Verächtlichmachens durch falsche Anschuldigungen von sexueller Belästigung kommt aber auch immer öfter als personenbezogener Einzelfall vor, wie man bei Jörg Kachelmann (6), Till Lindemann (7) und Stefan Gelbhaar (6) verfolgen konnte, um nur drei bekannte Beispiele zu nennen und ohne in Details zu gehen.

  1. Verächtlich auf Männer herabschauen

Leider ist es in den Medien und der Gesellschaft üblich geworden, unberechtigt auf Männer verächtlich herabzuschauen. Zum Beispiel werden Begriffe wie „Mansplaining“ oder „Manterrupting“ pauschal genutzt, um jede Äußerung von Männern abzuwerten, selbst wenn sie sachlich korrekt oder konstruktiv sind.

In einem Spiegel-Artikel mit dem Titel „Die Welt könnte so schön sein ohne euch“ äußert sich die Autorin extrem negativ über Männer. Sie behauptet, dass fast alle großen Probleme wie Klimakrise, Kriege und Diktaturen auf Männer zurückzuführen seien (9,10). Besonders am Beispiel Klimawandel muss die Frage gestellt werden, wo da der kausale Zusammenhang zum Geschlecht hergestellt werden kann, oder ob es sich hierbei nicht nur um eine sexistische Zuschreibung handelt. Natürlich tragen auch Männer, genau wie Frauen zum Klimawandel bei. Die individuellen Ausprägungen sind dabei aber sehr unterschiedlich und kaum geschlechtsbezogen.

Die Chefin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, sorgte mit einem männerfeindlichen und gewaltverherrlichenden Tweet zu Silvester 2024 für Empörung: „Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren, können zumindest keine Frauen mehr schlagen.“ (11) Obwohl sie den Tweet später löschte, entschuldigte sie sich zunächst nicht für den Inhalt.

Diese Beispiele zeigen, dass in verschiedenen Medien und von unterschiedlichen Personen des öffentlichen Lebens Aussagen getroffen werden, die Männer pauschal negativ darstellen oder verunglimpfen.

  1. Männer ausschließen („Women Alone Together“)

Bei der dritten Technik „Women Alone Together“ geht es darum, Männer in unterschiedlichen Bereichen auszuschließen:

Auf der einen Seite klagen Frauen z. B. gegen Brauchtumsvereine wegen Diskriminierung (12), während sie andrerseits immer mehr Räume nur für Frauen fordern und gründen: Frauenclubs, Business-Netzwerke oder Veranstaltungen, bei denen Männer kategorisch ausgeschlossen werden („Nur für Frauen“).

Im juristischen Bereich wird immer öfter versucht, Männer auszuschließen:

Exemplarisch wurden bei einer Stellenausschreibung explizit nur Frauen angesprochen. So klagte ein Erzieher beispielsweise gegen ein Mädcheninternat, das in einer Ausschreibung nur nach Frauen suchte (13).

Im hessischen Gleichstellungsgesetz (sic!) findet sich unter § 15 Absatz 2 Folgendes:

Zur Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten darf nur eine Frau bestellt werden. (14)

Dies widerspricht offenkundig dem Grundgesetz § 3 Absatz 2: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin (15). Männern wird damit offenbar grundsätzlich unterstellt, dass sie sich nicht im gleichen Maße wie Frauen für die Gleichberechtigung einsetzen. Zudem werden Männer auf diese Weise von der Gleichberechtigung und Durchsetzung ihrer berechtigten Interessen ausgeschlossen.

Auch in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen werden Männer ausgeschlossen:

Beispielhaft haben Männer kein Mitspracherecht bei der Entscheidung über eine Geburt oder Abtreibung ihres Kindes. Die Frau alleine entscheidet, ob das Kind geboren oder abgetrieben wird. Und das, obwohl die Männer ebenfalls ein Recht auf Vaterschaft besitzen.

Eine wachsende Zahl junger Männer fühlt sich im Arbeitsleben wegen ihres Geschlechts diskriminiert (16). Beginnend in der Schule werden Jungen bei gleicher Leistung schlechter benotet, bleiben häufiger sitzen und sind prozentual stärker in der Hauptschule und schwächer auf dem Gymnasium vertreten. Sie werden überwiegend von Frauen unterrichtet, die ihre Aufmerksamkeit auf die Mädchenförderung legen. An der Hochschule werden Frauen gegenüber Männern bei der Besetzung von Professuren bevorzugt (17), so dass es für die jungen Männer deutlich schwieriger ist, eine Professur zu erlangen. In vielen Bundesländern gibt es Zielvorgaben für eine Frauenquote an den Universitäten. Diese Zielvorgabe wird euphemistisch als Frauenförderung benannt. Die negativen Folgen sind dabei, dass nicht unbedingt die klügsten Köpfe an der Universität eingestellt werden, da es eine Diskriminierung nach Geschlecht gibt, und nicht nach Leistung, wie es an der Universität eigentlich sein sollte. Junge Männer lernen damit früh, dass sie auf Grund ihres Geschlechts benachteiligt werden.

Fortsetzung folgt…

Weiterer interessanter Beitrag zu dem Thema: Die Macht des Feminismus in Bezug auf Männer von Prof. Michael Klein

 Quellen (in der Reihenfolge des Textes):
  1. Hollstein, Walter, (Prof für politischer Soziologie, Gutachter des Europarates für Männerfragen, Berater des Bundestages, Gewinner des deutschen Sachbuchpreises), Was vom Manne übrig blieb, Das missachtete Geschlecht, opus magnum, Stuttgart 2012
  2. Paul Nathanson, Katherine K Young, Spreading Misandry: The Teaching of Contempt for Men in Popular Culture Paperback – 22 Mar. 2006, McGill-Queen’s University Press; Annotated edition (22 Mar. 2006)
  3. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/evolutionsbiologie-warum-maenner-frueher-sterben-sollten-a-497320.html
  4. https://www.focus.de/panorama/boulevard/das-geschwaechte-geschlecht-gesellschaft_id_2526304.html
  5. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article150824060/Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html
  6. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-10/joerg-kachelmann-unschuldig-freispruch-reputation
  7. https://www.zeit.de/kultur/musik/2023-08/rammstein-till-lindemann-staatsanwaltschaft-berlin-einstellung-ermittlungen
  8. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rbb-hatte-sein-stueck-im-kopf-fertig-stefan-gelbhaar-nimmt-entschuldigung-nicht-an-110272309.html
  9. https://www.spiegel.de/kultur/rechtsextremismus-gewalt-femizide-die-welt-koennte-so-schoen-sein-ohne-euch-maenner-essay-a-af9ec71c-de46-432e-9e40-ae68f8efd35e
  10. https://www.focus.de/politik/meinung/regt-euch-doch-auf-kolumne-von-julia-ruhs-bloss-nicht-gegen-migranten-wenn-uwe-und-marcel-das-neue-feindbild-sind_id_260328917.html
  11. https://www.welt.de/politik/deutschland/article255009594/Jette-Nietzard-Koennen-zumindest-keine-Frauen-mehr-schlagen-Gruene-Jugend-Politikerin-empoert-mit-Boeller-Aussage.html
  12. https://www.welt.de/vermischtes/video214731488/Nur-fuer-Maenner-Frau-verklagt-lokalen-Brauchtumsverein-wegen-Diskriminierung.html
  13. https://www.sprache-und-gendern.de/beitraege/geschlechtsspezifische-stereotype-im-sprachgebrauch
  14. https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/jlr-GleichstGHE2016pG1
  15. https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte-der-bundesregierung/75-jahre-grundgesetz/artikel-3-gg-2267592#:~:text=(1)%20Alle%20Menschen%20sind%20vor,die%20Beseitigung%20bestehender%20Nachteile%20hin.
  16. https://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der-krise-warum-viele-maenner-sich-heute-als-opfer-fuehlen-ein-schwerpunkt-1.3476657
  17. https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/us-experiment-frauen-bei-professur-im-vorteil-a-1029276.html

Alle Links abgerufen am 22.2.2025

Quelle Beitragsbild: AdobeStock_1055619372

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Lesermeinungen

  1. By Ingenieur

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