Guardian: „Männer scheinen das Leben von Frauen schlimmer zu machen“
Die britische Tageszeitung Guardian hat hunderte von Frauen interviewt, warum sie vom Dating frustriert sind, und kommt zu dem Schluss (wie sollte es auch anders sein): „Männer scheinen das Leben von Frauen schlimmer zu machen“.
Die Umfrage dürfte natürlich nicht repräsentativ sein. Der Guardian gilt als feministisch und ist bekannt für seine Polarisierung in Geschlechterthemen entsprechend den üblichen Männertäter-Frauenopfer-Stereotypen. Hinzu kommt die durch Social Media verstärkten abwertenden Narrative von toxischen und narzisstischen Männern. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der Guardian einen der üblichen Männer-Bashing-Texte generiert. Zudem dürften vor allem diejenigen Aussagen Eingang in den Beitrag gefunden haben, die dieses Narrativ bestätigen. Trotzdem ist es sehr interessant, wie offen und selbstverständlich doch manche jungen Frauen die Unterverantwortlichkeit der Frau und Hypergamie praktizieren. Ein Auszug – der Guardian-Text (https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2025/sep/27/us-women-single-dating) ist übersetzt von Arne Hoffmann von Genderama:
Babet, 32, Kosmetikerin aus New York, spricht aus, was viele Frauen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds empfinden:
„Ich hätte gerne einen Partner, aber die Männer wirken unglaublich lustlos“, sagt sie. „Auf Dating-Apps antworten sie kaum, sie kommunizieren schlecht, wollen keine Dates planen. Viele scheinen eher das Leben von Frauen schlimmer, statt schöner zu machen. Ganz egal, was Frauen sich von einer Beziehung wünschen – Männer ignorieren es einfach.“
Wenn Männer heute an falscher Stelle ein Kompliment machen oder beim Daten durchfallen, stehen sie mit einem Fuß im Knast (https://manndat.de/aktuelles/vom-kompliment-ins-gefaengnis.html). Wenn sie keines machen, wirken sie lustlos und ignorant.
Kellie, 43, aus Georgia, sieht die Ursachen in den sozialen Medien, die ihrer Meinung nach das Dating-Klima vergiftet und Männer und Frauen gegeneinander aufgebracht haben:
„Ich wünschte, ich hätte meinen Partner gefunden, bevor diese albernen Geschlechterkriege, Social Media und Red-Pill-Rhetorik das Bild von Dating und Ehe ruiniert haben“, sagt sie.
Eine Geschlechterpolitik, die darauf aus ist, die Gräben zwischen Männern und Frauen zu vertiefen, trägt sicher nicht dazu bei, den von ihr initiierten Geschlechterkrieg zu beenden. Hinzu kommt, dass auch viele Funktionärinnen der Gleichstellungspolitik mit Ende des Geschlechterkrieges ihren Posten verlieren könnten.
Viele Frauen beklagen, dass sie keinen einzigen Mann treffen, der auch nur die „grundlegenden Anforderungen“ erfüllt.
„Ich suche einen Mann mit Zielen und Ehrgeiz, intelligent, verlässlich, unterstützend, rücksichtsvoll, freundlich, selbstbewusst, humorvoll, ehrlich, treu und mit einem gesunden Selbstwertgefühl – und jemand, der gerne ausgeht und Sport treibt. All das sind eigentlich Basics, aber heutzutage kaum zu finden.“
Bei hohem Anspruchsdenken die Verantwortung der angeblichen „Datingkrise“ ausschließlich den Männern zuzuschieben, demonstriert einmal mehr eine Unterverantwortlichkeit der Frau.
(…) Hunderte berichteten, dass es ihnen schwerfällt, jemanden mit ähnlichen Werten, politischer Haltung, Interessen und Bildungsniveau zu finden. Viele sehen hier eine wachsende Kluft zwischen Männern und Frauen.
Danielle, 29, PR-Fachfrau aus Tennessee, beschreibt ihren Wunschpartner als „freundlich, aufmerksam, emotional verfügbar, verlässlich und verantwortungsbewusst“ – und er sollte unbedingt eine Hochschulausbildung haben.
„Es macht mich wirklich traurig, dass es so wenige Männer von Qualität gibt“, sagt sie. „In meinem Alter sind die meisten schlechter ausgebildet, sozial völlig unbeholfen und laufen stattdessen lieber Trump oder Incel-Foren hinterher.“
(…) Obwohl fast alle Frauen, die auf der Suche nach einem Partner waren, keinen herausragenden beruflichen oder finanziellen Erfolg als Priorität nannten, war finanzielle Unabhängigkeit für viele entscheidend. Verschiedene Frauen betonten, dass sie einen Partner suchten, der ihnen in sozioökonomischer Hinsicht ebenbürtig war.
Kelly Wallace, 48, eine Beraterin aus Portland, sagte: „Ich bin selbstständig und verdiene gut. Ich arbeite an meinen Memoiren, besitze Mietobjekte und habe Schwierigkeiten, jemanden zu finden, der mir ähnlich ist: kreativ und gutverdienend. Ich trinke und rauche nicht und möchte auch keinen Partner, der das tut.“
(…) Zwar betonten fast alle Frauen, dass sie keinen besonders erfolgreichen oder wohlhabenden Partner brauchen – finanzielle Eigenständigkeit sei jedoch unverzichtbar. Viele machten deutlich, dass sie jemanden auf Augenhöhe suchen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
Sogar bei der Ansicht, dass Männer Frauen zu finanzieren haben, hat der Feminismus offenbar nicht nachhaltig etwas geändert:
Während manche froh sind, sich ein unabhängiges Leben allein leisten zu können, sehen andere genau darin den größten Nachteil des Alleinseins: die hohen Kosten.
„Dating lohnt sich für mich kaum – aber Single sein ist sehr teuer“, sagt Nicole, 42, Lehrerin aus Portland, Oregon. „In den USA scheint alles auf Paare und Familien ausgerichtet. Die Mieten steigen ständig, ebenso die übrigen Kosten. Es wäre einfach schön, diese Last mit jemandem teilen zu können.“
Arne Hoffmann kommentiert diesen Artikel mit der Bemerkung:
Es fasziniert mich immer wieder in Zeitungen zu lesen, dass Frauen keine Männer mehr finden, die ihnen finanziell ebenbürtig sind, während dieselben Zeitungen unverdrossen von einer gewaltigen Gehaltslücke zu Lasten von Frauen fabulieren.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen.
Quelle Beitragsbild: adobestock_287577549-von-1stunningart
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