Jammermann Rosowski jammert wieder über Jammermänner

von Dr. Bruno Köhler

Pudel-Sitz_150x168Der Vorsitzende des vom Frauenministerium bezahlten Bundesforums Männer, Martin Rosowski, hat einen bemerkenswerten Artikel in der ZEIT veröffentlicht. Bemerkenswert ist allerdings nicht der Artikel selbst. Auch, dass SPD-Mann Rosowski wieder in einem SPD-nahen Medium veröffentlicht, das vor allem durch seine Männerfeindlichkeit bekannt ist, verwundert bei Rosowski nicht. Immerhin ist es diesmal nicht die EMMA.

Der Artikel selbst ist im Grunde banal, Rosowski halt. Zum einen beklagt sich ausgerechnet er über „Jammermänner“, er, der selbst ständig über gestandene Männer jammert, die es wagen, ohne Erlaubnis der Frauenpolitik sich zu jungen-, väter- und männerpolitischen Themen zu äußern. Zum anderen fordert ausgerechnet er, der den Dialog verweigert und Organisationen aus dem Dialog ausgrenzt, die ihm nicht passen, und der den Dialog mit Diffamierungsaktionen bekämpft, den Dialog zwischen Männern (und Frauen) ein.

Auch, dass sich Rosowski mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt beschäftigt, also einem Thema nachtrottet, über das ausgerechnet die von ihm in seinem Artikel als „Jammermänner“ diffamierten Organisationen und Personen schon seit über einem Jahrzehnt reden, verwundert nicht. Denn es geschieht ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem eine seiner Parteigenossinnen, Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD), erstmals auch Schutzwohnungen für geschlagene Männer verkündet.

Man kann nun darüber spekulieren, ob Rosowski den Befehl und/oder die Erlaubnis erhalten hat, deshalb zeitgleich das Thema aufzugreifen, um eindrucksvoll zu suggerieren, das Gleichstellungs-Establishment habe auch Männer im Blick, oder ob er sich einfach nur im Erfolg der von ihm bekämpften Männerrechtler sonnen will, oder ob er damit nur den sechsstelligen Betrag, den das Bundesforum Männer jährlich aus Steuergeldern kassiert, versucht zu rechtfertigen. Vielleicht geschieht das Ganze tatsächlich einfach nur rein zufällig gleichzeitig. Bei Letzterem müsste man allerdings Franklin D. Roosevelts Ratschlag ignorieren, der einmal sagte: „In der Politik geschieht nichts durch Zufälle. Wenn etwas geschieht, kannst du darauf wetten, dass es so geplant war.“

Und dass die SPD-Dame ausgerechnet jetzt geschlagenen Männern großzügig ein Genderhäppchen hinwirft, da der SPD in den letzten Wahlen seit 2014 die männlichen Wähler, insbesondere Arbeiter und Arbeitslose, in Scharen davonlaufen, dürfte auch wenig mit Zufall zu tun haben. Zwar will die SPD ja ausdrücklich das Männliche überwinden, weil Männliches, und damit auch Jungen und Männer, nach Meinung der SPD-ChefideologInnen ja nicht menschlich sein kann. Aber bevor sie überwunden werden, sollen sie bitte doch noch ihr Kreuz bei der SPD auf dem Wahlzettel machen, bevor sie dann mit neuen Antimännergesetzen „belohnt“ werden.

Aber das ist egal, denn der Artikel selbst ist unbedeutend. Bedeutend sind, wie so oft, die Kommentare. Also beschäftigen wir uns nicht mit dem Nichtssagenden, sondern mit dem Aussagenden. Die Zusammenfassung der interessantesten Kommentare, ohne Wertung und ohne Rangfolge, wurde uns freundlicherweise von Genderama zur Verfügung gestellt. Viel Spaß beim Lesen:

Nette Fantasien, die hier geäußert werden. Das vorherrschende Wirtschaftssystem ist auf maximale Ausbeutung von menschlicher und hier immer noch vornehmlich männlicher Arbeitskraft ausgerichtet. Um die im Artikel aufgeführten Dinge umzusetzen, müssten 30 Jahre neoliberaler Reformen aufgehoben und durch etwas Neues ersetzt werden.

In der Praxis ist das Bundesforum eine vom Frauenministerium geförderte Institution, die sich nur genau so weit für Männer einsetzt, solange man nicht bei den mächtigen Frauenverbänden aneckt. Männerpolitik die durchaus auch einmal im Widerspruch zur Frauenpolitik steht, traut sich das Bundesforum überhaupt nicht.

Obwohl sich der Verein formal als Interessenverband für Jungen, Männer und Väter bezeichnet, vermeidet er Stellungnahmen zu aktuell drängenden und auf Lösungen wartenden Problemen. Die teilweise skandalösen Lebenswirklichkeiten von getrennt lebenden Vätern werden tabuisiert, ebenso die Sorge vieler Männer wegen möglicher Benachteiligungen durch Quotenregelungen im Berufs- und Universitätsbetrieb. Jungs als Bildungsverlierer? Kein Thema beim Bundesforum Männer.

Letztlich macht somit auch das Bundesforum Frauenpolitik und blockiert darüber hinaus Finanzmittel für die vielen kleinen Institutionen, die sich wirklich für Männer einsetzen und kein Feigenblatt des Establishments sind. Das Bundesforum gehört aufgelöst.

Die aktive Vaterrolle, peinliches Geschwätz in einem Land, in dem Väter schon das Umgangsrecht einklagen müssen. Wie viele Frauen treten Erziehungszeiten ab? Eben.

Man kann seine Fortpflanzungschancen nicht nachhaltiger schädigen, als wenn man die Rolle des Hausmanns anstrebt. Und das Jungen in Schule und Uni schlechter abschneiden kann auch nur an der verdummenden Wirkung des Y-Chromosoms liegen.

Ein Text, der sich mit Rollenstereotypen beschäftigt, beklagt sich zugleich über „Jammer-Männer“ und fordert damit ein traditionelles Rollenbild ein. Ein Beweis, dass die Emanzipation weiterhin einseitig und eindimensional gedacht wird.

Wenn mir Frauen auf ihrem Emanzipierungsweg den Mittelfinger zeigen und das als Selbstbefreiung zelebrieren, kann ich als Mann ebenfalls den Frauen den Mittelfinger zeigen und mich demnächst zwei Stunden weinend auf die Straße stellen.

Das nennt sich Emanzipation. Das sollte man dann auch von Männern akzeptieren. Alles andere ist ein Doppelstandard. Ein ziemlich unreflektierter dazu.

Der Artikel wurde von Martin Rosowski, dem Vorsitzenden des Bundesforums Männer, geschrieben. Das Bundesforum Männer wird vom Frauenministerium finanziert.

Kritiker des Bundesforums Männer äußern häufiger die Behauptung, dass das Bundesforum Männer nur existiert, um die Anliegen „echter“ geschlechterpolitischen Verbänden mit dem Schwerpunkt Männer, Jungen und Väter zu ignorieren (die an einer Beteiligung an dem Bundesforum Männer ausgeschlossen wurden), da man ja bereits mit dem Bundesforum Männer ein Sprechrohr für Männer hat.

Martin Rosowski selbst steht wegen Beleidigung und übler Nachrede in der Kritik.

Ich unterstelle der Autorin, dass sie zumindest versucht hat, einen nicht sexistischen Beitrag zum Thema Gleichstellung zu verfassen. (….) Leider ist es dennoch gescheitert.

Jede Bewegung braucht moralische Unterstützung. Nicht nur von denen, die aktiv Politik betreiben, sondern auch von Leserbriefschreibern und Gesprächspartnern im Alltag. Denn nur so haben auch die Aktiven das Gefühl, dass sie nicht alleine da stehen.

Neben vielen Argumenten ist da immer auch etwas jammern bei. Es ist ja auch gerechtfertigt zu klagen, wenn einem Unrecht wiederfährt. Das tun Frauen schließlich auch. Zu Recht.

Warum heißt es dann in Richtung Männer: „Die Gesellschaft braucht keine Jammer-Männer“?

Weil auch diese relevant sind, wenn es darum geht, etwas in die Öffentlichkeit zu tragen. Was liegt dem Feminismus näher, als alle gegenteiligen Meinungen mundtot zu machen? Das war in den letzten Jahrzehnten doch Standard. Bestes Beispiel war Ester Vilar. Daran hat sich nichts geändert. Nur die Methoden sind subtiler geworden.

Solange so viele Feministinnen einen solch sexistischen und z.T. faschistischen Duktus pflegen und so lange es ein ganzes Ministerium gibt, welches ausschließlich die Belange von Frauen fördert, kann es kein ernsthaftes Miteinander geben.

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Lesermeinungen

  1. Von Helmut Freisinger

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  2. Von Gunther Herzlich

    Antworten

  3. Von Helmut Freisinger

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    • Von Dr. Bruno Köhler

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