„Men and Boys Coalition“ für bessere Bildungschancen für Jungen

von Gastbeiträge

Urheber: racorn, 123RF Lizenzfreie Bilder

Der britische „Telegraph“ thematisiert die Schräglage des geschlechterpolitischen Diskurses in der Bildung. Man sieht daran, dass die Lage dort die gleiche ist wie in Deutschland (wir danken Arne Hoffmann für die Übersetzung auf Genderama):

“Das britische Bildungssystem scheitert an der ‚erstaunlichen’ Unterversorgung der Jungen, da Feministinnen das Thema ‚tabuisiert’ haben, warnte die ehemalige Leiterin des Hochschulzulassungsdienstes.

Mary Curnock Cook, die bis zum letzten Jahr Chief Executive dieser Stelle war, sagte, dass die Tatsache, dass Jungen in der Bildung zurückbleiben, ein nationaler Skandal sei – doch es ist ein so ‚unmodernes’ Thema, darüber zu diskutieren, dass dieser Zustand ‚normalisiert’ geworden sei.

Mädchen übertreffen Jungen in allen Aspekten der Bildung, von der Grundschule bis hin zu den Abiturergebnissen. Im vergangenen Jahr gingen 57 Prozent der Frauen an die Universität, verglichen mit 43 Prozent der Männer: eine Kluft, die sich in den letzten zehn Jahren deutlich vergrößert hat.

‚Ich finde es einfach inakzeptabel zu denken, dass es in Ordnung ist, Jungen immer weiter in der Bildung zurückfallen zu lassen und die Kluft größer werden zu lassen’, sagte Curnock Cook.

‚Jungen, die in der Bildung zu wenig leisten, werden als ziemlich normal betrachtet – jeder weiß es, aber niemand tut etwas dagegen.’ Sie sagte, dass sich andere Bildungsunterschiede – wie die Kluft zwischen reichen und armen Kindern – verringern, aber die Kluft zwischen Jungen und Mädchen werde immer größer.

‚In etwa zehn Jahren wird die Kluft zwischen Jungen und Mädchen größer sein als zwischen Reich und Arm. …’

Curnock Cook sagte, dass die Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter in der Regel von Themen wie dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle und der gläsernen Decke dominiert werde.

‚Aber das sind Arbeitsprobleme, keine Bildungsprobleme’, sagte sie. ‚Nicht selten treffen Initiativen zur Unterstützung von Männern auf Spott von Feministinnen.’

Wenn versucht wird, Männerprobleme anzugehen, werden sie verspottet und mit dem ‚Zorn’ von feministischen und geschlechtsspezifischen Gruppen konfrontiert, sagte sie.

(…)

Curnock Cook wird am Montag auf einer Konferenz sprechen, die von der Men and Boys Coalition, einer Gruppe von über 80 Organisationen, Wohltätigkeitsorganisationen und Wissenschaftlern, einberufen wird.

Die Koalition wird eine Reihe von Empfehlungen veröffentlichen, um die Probleme von Männern und Jungen anzugehen, wie z. B. die Entwicklung zusätzlicher Unterrichtsmaterialien, die speziell für Jungen entwickelt wurden.

Ein weiterer Vorschlag ist der Start einer bundesweiten Kampagne ‚Take Your Son to University Day’ nach dem Vorbild des ‚Take Your Daughter To Work Day’, der Anfang der 90er Jahre gestartet wurde, um Mädchen über Berufsmöglichkeiten zu informieren.

Dan Bell, Gründer der Men and Boys Coalition, sagte, er hoffe, dass die Konferenz einen stärkeren Dialog über diese Themen fördern werde.“

Wie ist die Situation in Deutschland? Lesen Sie hierzu IGLU-Studie 2016 bestätigt Versagen der Bildungspolitik und Bleibt die Bildungspolitik wieder tatenlos?

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Lesermeinungen

  1. Von Michael Kanellos

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