Frauenförderung für die Gründung von Tech-Startups

von Dr. Heinrich Grün
Frauenförderung soll die Gründung von Tech-Startups erhöhen

Genderforscher haben mehr mit dem Karpfen gemein, als auf den ersten Blick erkennbar ist. © balakleypb / fotolia.com

Gründen ist nicht das gleiche wie gründeln. Das ist Sache der Karpfen, die gerne im schlammigen Teichgrund nach Verwertbarem wühlen. Darin ähneln ihnen die Genderforscher, die im schlickigen Bodensatz der Statistik nach Zahlen suchen, die eine Studie oder einen Forschungsantrag begründen könnten. Die Universität Hohenheim teilt nun mit, dass es für mehr Gründungen von Tech-Startups gezielte Frauenförderung brauche.

Wirtschaftsförderung erhöht nicht den Anteil der Gründerinnen

Werden in Deutschland nicht gerade die technischen Branchen sehr gut politisch gefördert? Das wissen die Forscher aus Stuttgart und resümieren enttäuscht:

Wir haben festgestellt, dass eine starke politische Förderung keinen Einfluss auf den Anteil der Gründerinnen hat. Im Gegenteil: In Ökosystemen mit wenig politischer Förderung gibt es trotzdem relativ viele Gründerinnen.

Forscher der Universität Hohenheim stehen vor einem Dilemma.

In der Genderforschung gilt bekanntlich, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. In diesem Sinne müssen Frauen gerne gründen wollen. Nach zehn Jahren Girl’s Day machen Abiturientinnen aber immer noch einen großen Bogen um die MINT-Fächer, was keine gute Voraussetzung ist, um später ein Tech-Startup zu gründen.

Für die Genderforschung ist das Geschlecht ein soziales Konstrukt. Wenn Frauen also nicht so wollen wie Genderforscher wollen, dass sie wollen, dann kann es nur eine Erklärung geben: Sie werden behindert – und zwar von weißen, heterosexuellen Männern!

Politische Förderung ist nicht neutral und benachteiligt Frauen

Die Wissenschaftler sagen, die politische Förderung werde von Männern sehr positiv aufgenommen, sei aber nicht neutral, weil sie sich primär an Männer richte. Frauen würden dagegen oft im „Rahmen überreizter Klischees“ angesprochen.

Männer werden durch politische Maßnahmen zum Gründen angeregt, Frauen weniger. Die Situation sieht also neutral aus, ist aber ungerecht. Um Frauen abzuholen, reicht es nicht, einfach alles pink zu verpacken. Das schreckt viele potenzielle Gründerinnen eher ab.

Das Forscherteam findet die politische Förderung ungerecht.

Haben Sie den Trick bemerkt? Die Forscher zaubern hier eine Begründung herbei, wie der Magier das weiße Kaninchen. Aus der Koinzidenz (Frauen gründen seltener.) wird Kausalität (Frauen gründen seltener, weil die Situation ungerecht ist.).

Ungeachtet aller theoretischen Gleichberechtigung herrscht also immer noch Diskriminierung, wenn auch unbeabsichtigt.

Prof. Dr. Kuckertz, Autor der Studie, sieht einen Fall von Diskriminierung.

Frauenförderung darf Männer benachteiligen

Die Forscher fordern eine Reihe von Maßnahmen, die nur Frauen zugutekommen und als positive Diskriminierung Asyl im Geistesland der Political Correctness genießen. Ihr Fazit: Gerechtigkeit reicht nicht aus.

Generelle Geschlechtergerechtigkeit bildet einen wichtigen Rahmen. Das ist die Pflicht. Um mehr Gründerinnen im Tech-Bereich zu fördern, muss die Gründungsförderung aber über Gleichstellung hinausgehen und spezifischer auf Frauen ausgerichtet sein.

Gerechtigkeit reicht nicht, finden die Forscher. Gezielte Frauenförderung sei nötig.

Seit Jahren stagniert in Deutschland trotz intensiver Förderung der Frauenanteil in den IT-Berufen bei 15 %. In Bangladesch, Pakistan, Indien und Korea sind Frauen hingegen bis zu 50 % in diesen Branchen vertreten. Kann es, darf es sein, dass Frauen seltener gründen wollen? Selbständigkeit ist vor allem ein Risiko. Nicht jeder oder jede möchte das auf sich nehmen in einer saturierten Gesellschaft, in der ein gutes Auskommen auch anderweitig leicht zu erzielen ist. Nur Genderforscher sehen hier keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Karpfen verzichten in Parkanlagen auf das Gründeln und kommen gerne an die Oberfläche, um sich leckere Brotstücke abzuholen, die Besucher ihnen zuwerfen. Und heißt es nicht, dass Sonne und eine frische Brise für einen klaren Kopf sorgen? Das Forscherteam hätte sich am Karpfen ein Beispiel nehmen und einen etwas weiteren Blick in die Welt werfen sollen.

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Lesermeinungen

  1. Von wolf

    Antworten

  2. Von Marc Prager

    Antworten

    • Von Christian

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