Pressemitteilung: Vernachlässigt die Landesregierung Jungen- und Männergesundheit?

von MANNdat

Stuttgart: Im Vorfeld des Internationalen Männertages am 3. November kritisiert der gemeinnützige Verein MANNdat e.V. die Landesregierung von Baden-Württemberg für ihre Vernachlässigung von Männergesundheit. Anlass ist die Ausgrenzung des Themas Männergesundheit bei der Implementierung eines Internetportals zu geschlechterspezifischen Gesundheitsfragen.

Die Landesregierung hat sich zum Prinzip des „Gender Mainstreaming“ verpflichtet, das die geschlechtersensible Berücksichtigung der Belange beider Geschlechter vorsieht. Die Realität sieht jedoch anders aus. Landesregierung und Sozialministerium dulden sogar die Ungleichbehandlung von Jungen und Männern in der gesetzlichen Krebsfrüherkennung und Rehabilitation. So wird Frauen eine Hautkrebsfrüherkennung ab dem 30., Männern jedoch erst ab dem 45. Lebensjahr als Kassenleistung bezahlt, obwohl Männer stärker von Hautkrebs betroffen sind als Frauen. Behinderten weiblichen Gewaltopfern wird nach ärztlicher Verschreibung ein Selbstbehauptungskurs als Rehabilitationsmaßnahme bezahlt, behinderten männlichen Gewaltopfern, Jungen wie Männern, jedoch nicht.

Nun wurde in Tübingen auf Initiative der Landesregierung ein Internetportal für Frauengesundheit eingerichtet. Ein entsprechendes Internetangebot für Männergesundheit gibt es nicht. „Eine geschlechtersensible Betrachtung des Themas Gesundheit ist wichtig“, so Dr. Köhler vom Verein MANNdat. „Geschlechtersensible Betrachtung bedeutet aber neben Frauengesundheit auch Männergesundheit.“

Das mangelnde Interesse an Männergesundheit ist nach Meinung von MANNdat nicht gerechtfertigt. Die männliche Lebenserwartung ist um sechs Jahre geringer als die weibliche.

Dr. Köhler: „Die Glaubwürdigkeit einer Politik, die sich eines geschlechtersensiblen Gesundheitswesens verpflichtet hat, wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit sie bereit ist, auch männerspezifische Gesundheitsthemen aufzugreifen.“

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