Arne Hoffmann (MANNdat) in der „Welt“ zu männlichen Opfern häuslicher Gewalt

von MANNdat
Frau schlägt Mann - MANNdat thematisiert Gewalt gegen Männer

stockbroker 123RF Lizenzfreie BilderNoch immer werden Männer und Frauen als Opfer unterschiedlich wahrgenommen

Till-Reimer Stoldt in der Tageszeitung „Die Welt“ vom 15.01.2018:

„Gewalt ist für viele Zeitgenossen nicht gleich Gewalt“, bilanziert Arne Hoffmann vom Männerrechtsverband „MANNdat“ …. Noch immer gebe es starke Vorbehalte dagegen, Männer als Opfer häuslicher Gewalt wahrzunehmen. Im Blick auf ihre Verletzbarkeit würden Männer und Frauen nach wie vor unterschiedlich wahrgenommen, sagt der Experte.

Deswegen sei auch die öffentliche und politische Unterstützung für männliche Opfer deutschlandweit unterentwickelt. Während es bundesweit gut 350 und landesweit über 60 Frauenhäuser gibt, kann man Fluchtorte für männliche Gewaltopfer mit der Lupe suchen. Aktuell unterhalten nur zwei Bundesländer ein bis zwei Männerhäuser: Sachsen und Baden-Württemberg.

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW will das nun ändern. Sie plant, in NRW ein weitgehend staatlich finanziertes und damit finanziell abgesichertes Männerhaus aufzubauen. Es soll Männern, die vor häuslicher Gewalt fliehen wollen, „Akutschutzplätze“ anbieten, wie Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) der Welt sagte. …

… Laut bundesweiter Kriminalstatistik war 2015 jedes fünfte Opfer häuslicher Gewalt ein Mann, 2016 wurden 27 Prozent aller Anzeigen wegen häuslicher Gewalt von Männern gestellt. Die Zahl nicht angezeigter Gewalttaten von Frauen an ihren Partnern schätzen Forscher aber noch weit höher ein. So stellte eine Studie im Auftrag der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) schon 2010 fest, Männer und Frauen seien ungefähr gleich oft Opfer und Täter im Rahmen häuslicher Gewalt. In der Studie des Anti-Diskriminierungsforschers Peter Döge erklärten 41 Prozent der befragten Frauen und 45 Prozent der befragten Männer, häusliche Gewalt erlitten zu haben. Und Dutzende internationale Studien bestätigen diesen Befund zumindest in der Tendenz.

„Häusliche Gewalt ist meist kein fairer, nach Regeln geführter Boxkampf.“

Arne Hoffmann, Männerrechtsverband „MANNdat“

Warum männliche Opfer häufig auf eine Anzeige verzichten, ist mittlerweile erforscht, sagt Hoffmann. Nach wie vor sei das Schamgefühl bei männlichen Gewaltopfern stark ausgeprägt. Viele fürchteten, „als lächerliche Figur verspottet zu werden. Andere sind besorgt, man werde sie für den Täter und ihre Frau für das Opfer halten, wenn sie sich wehren und zur Polizei gehen. Wieder andere, vor allem Männer in Trennungssituationen, haben Angst, das Sorgerecht für ihre Kinder zu verlieren, wenn sie sich auf eine körperliche Auseinandersetzung einlassen, weshalb sie lieber Gewalt erdulden.“

Tatsächlich sind – etwa von dem Forscher Ludger Jungnitz – Fälle dokumentiert worden, in denen Polizisten männlichen Gewaltopfern voreilig unterstellten, in Wirklichkeit seien sie die Täter und ihre Frau das Opfer. In der österreichischen Studie „Gewalt an Männern“ beklagten sich sogar 43 Prozent aller männlichen Gewaltopfer, die Polizei habe ihre Anzeige gegen die weibliche Täterin nicht ernst genommen.

Von diesen Diskriminierungen hatten Männerrechts-Gruppen auch schon der alten rot-grünen Landesregierung berichtet, auch im Parlament. Doch die Vertreter von SPD und Grünen reagierten stets kühl, beispielsweise in einer Landtagsanhörung 2015. Auch CDU und FDP hatten schon in der Opposition argumentiert, man dürfe den Kampf gegen geschlechtsbedingte Diskriminierung nicht allein auf Frauenpolitik reduzieren. Doch so oft die damaligen Emanzipationspolitikerinnen Ina Scharrenbach (CDU) und Susanne Schneider (FDP) betonten, Männer könnten ebenfalls Opfer sein – die Gleichstellungsministerin Barbara Steffens (Grüne) tat dies mal spöttisch, mal empört ab…“

Der ausführliche Artikel unter Gewalt ist für viele Zeitgenossen nicht gleich Gewalt

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Lesermeinungen

  1. Von Helmut Stelzer

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