Stuttgarter Zeitung konstruiert Frauenbenachteiligungen

von Manndat

Stuttgarter Zeitung konstruiert Frauenbenachteiligungen

Der Beitrag der Stuttgarter Zeitung: Warum der Sparhaushalt in Stuttgart Frauen besonders trifft ist ein typisches Beispiel für einen Gender-Bias. Er zeigt, wie Frauenbenachteiligungen konstruiert werden.

Laut Artikel wären Frauen ganz besonders von den vorgesehenen kommunalen Sparmaßnahmen betroffen. Als Begründung wird u. a. angeführt, dass es besondere Hilfsangebote gibt, die ausschließlich Frauen zur Verfügung stehen, während es nichts Ähnliches für Männer gibt, wie z. B. Suchtberatungsstelle für Frauen Lagaya, oder der Gesundheitsladen, der unter anderem Angebote für Mädchen und Frauen mit Essstörungen und Gewaltprävention oder dem Empowerment-Projekt für zugewanderte und geflüchtete Frauen der Kontaktstelle Frau und Beruf (BeFF).

So verwandelt man eine Männerdiskriminierung statistisch in eine Frauendiskriminierung. Oder einfach ausgedrückt: Männer sind bevorzugt, weil es für sie im Gegensatz zu Frauen keine speziellen Hilfsprojekte gibt und wenn es keine gibt, können auch keine gekürzt würden, die existierenden Frauenprojekte schon.

Dabei kann sich Barbara Straub nicht beklagen, sie ist seit 2022 Beauftragte für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart und fördert und betreut Projekte von vier Trägern, nämlich dem Frauencafé Sarah, dem Sozialdienst katholischer Frauen, eine halbe Stelle für Prävention von sexualisierter Gewalt im Fetz, dem Frauenberatungs- und Therapiezentrum, und das Projekt 100 % Mensch für interdisziplinäre Aufklärungsarbeit im queeren Bereich. Für diese vier Posten stehen in den Jahren 2026 und 2027 jeweils rund 200.000 Euro zur Verfügung. Und ihr Budget für die Projektarbeit ihres Teams wurde entgegen des Spartrends von bisher 38.500 Euro auf 50.000 Euro erhöht. Männerprojekte gibt es offenbar keine.

Aber es wird noch toller. Man klagt z. B., dass, wenn bei der Volkshochschule gekürzt würde, Frauen besonders betroffen wären, da 61 % der Kursteilnehmer Frauen seien. Die Frage, weshalb VHS-Angebote gemacht werden, die vorrangig Frauen, aber nicht in gleichem Maße Männer ansprechen, und somit Männer benachteiligen, stellt man sich nicht.

Mit den offiziellen Statistiken nimmt man es auch nicht so genau. Laut SPD-Stadträtin Lucia Schanbacher würden Frauen womöglich schmerzhafter als Männer zu spüren bekommen, wenn das Netz der Fuß- und Radwege weniger gut ausgebaut sei. Laut Fahrrad-Monitor 2023 des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr fahren Frauen, wie auch schon in den Vorgängerbefragungen, aber seltener regelmäßig mit dem Fahrrad/Pedelec als Männer (Frauen: 36 % regelmäßige Nutzung, Männer: 42 %).

Und es wird noch abstruser: „Johanna Tiarks [Anm.: Stadträtin, Die Linke] weist auf die Kürzungen im Bereich barrierefreies Wohnen und anderer Angebote für ältere Menschen hin (Seniorenrat, Begegnungsstätten). Da Frauen durchschnittlich älter würden, profitierten sie von solchen Angeboten normalerweise besonders.“

Nach Frau Tiarks seien Männer also bevorzugt, weil sie früher sterben und deshalb die Kürzungen bei den Förderungen nicht so lange erleben müssen. Es zeigt einmal mehr, wie normal heutzutage gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wieder geworden ist.

Es ist schon beachtenswert, wie viel Energie von Mainstreammedien in das Narrativ der immer benachteiligten Frau auch nach geschlechterdiskriminierendem Beibehalt der Verteidigungspflicht ausschließlich für Männer gesteckt wird.

Quelle: https://archive.ph/7pPP0

Bildquelle: frau-liest-fake-news-adobestock_194930566-rawpixel

Stichworte:

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte beachten Sie, dass Kommentare mindestens 5 und höchstens 1500 Zeichen haben dürfen.

Zitate können mit <blockquote> ... </blockquote> gekennzeichnet werden.

Achtung: Wenn Sie einen Kommentar von einem Smartphone verschicken, wird der Text manchmal von der Autofill-Funktion des Smartphones durch die Adresse ersetzt. Wenn Sie den Kommentar absenden, können wir den originalen Text nicht wiederherstellen.

Niemand mag Pop-ups!

Aber immerhin stehe ich nicht mitten auf der Seite. Wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden wollen, tragen Sie sich hier ein. Es lohnt sich!

Ihre Daten sind sicher! Die Email verwenden wir nur für den Newsletter. Sie können sich jederzeit abmelden.