Die Normalität der strukturellen Diskriminierung von Männern

von MANNdat

Bild: fotolia.com @vladwel

Leisten Sie sich eine Doppelmoral. Da ist wesentlich mehr Scheinheiligkeit drin – für weniger Geld! Und: Doppelt hält besser!!!
Wolfgang Mocker (1954 – 2009), deutscher Journalist und Autor

In Osterholz-Tenever wurde ein Vater aus dem Eltern-Kind-Schwimmen ausgegrenzt. Er hatte den Mut, sich gegen diesen Sexismus zu wehren, wie der Weser-Kurier und Focus berichteten. In einer Mailbox-Nachricht erklärte Eltern-Treff-Leiterin Svantje K. dem betroffenen Vater den Grund: „Ich wollte dir Bescheid geben: Wir sind am Mittwoch alles Frauen. Und es sind auch muslimische Frauen dabei. Deswegen wäre es gut, wenn deine Frau kommen würde. Du kannst dann leider nicht kommen. (…) Ich hoffe auf dein Verständnis.“

Der Vater wollte dies nicht so einfach hinnehmen, was wir ausdrücklich begrüßen. Männer sollten sich öfter gegen ihre Diskriminierung zur Wehr setzen, auch wenn dies aufgrund der männerfeindlichen Stimmung in unserer Gesellschaft und Politik derzeit noch auf wenig Verständnis stößt. Auch die verantwortliche Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) zeigt sich gegen diesen Sexismus offenbar uneinsichtig.

Wir schrieben sie deswegen an (Mail vom 1.1.2019):

Sehr geehrte Frau Senatorin,

wir wenden uns mit unserer offenen Mail an Sie wegen des Falles des Vaters, der aufgrund seines Geschlechtes aus dem Eltern-Kind-Schwimmen in Osterholz-Tenever, also in Ihrem Zuständigkeitsbereich, ausgegrenzt wurde.

Sie lassen durch Ihren Pressesprecher verlautbaren, eine Toleranzdiskussion sei an dieser Stelle fehlplatziert und der Fehler sei gewesen, dass über den Kopf des Mannes hinweg entschieden worden ist.

Dem widersprechen wir vehement. Der Fehler bestand nämlich nicht darin, dass über den Kopf des Mannes hinweg entschieden worden ist, sondern darin, dass dieser Mann ausgegrenzt wurde, weil er ein Mann ist, also aus sexistischen Gründen. Es geht hier also neben einer Toleranzdiskussion vor allem um eine Sexismusdiskussion.

Auch wenn der Mann nicht übergangen worden wäre und man ihn dazu überredet hätte, bereitwillig seiner sexistischen Diskriminierung zuzustimmen, wäre es eine sexistische Diskriminierung geblieben. Der einzige Unterschied hätte darin bestanden, dass diese sexistische Diskriminierung im diesem speziellen Fall aber auch im Umfeld der von Doppelmoral geprägten, weil Sexismus gegen Männer ausgrenzenden, öffentlichen Sexismusdebatte nicht publik geworden wäre.

Es ist nicht korrekt, dass es sich bei dieser sexistischen Diskriminierung „um einen Einzelfall und nicht um etwas Grundsätzliches“ handle. Tatsache ist, dass das betreffende Ote-Bad zweimal im Monat spezielle Badetage ausweist, bei dem Männer ausschließlich auf Grund ihres Geschlechtes nicht ins Schwimmbad dürfen, weil Frauen dies nicht wollen. Es handelt sich hier also um eine strukturelle Diskriminierung gegenüber Männern.

Die Tatsache, dass ähnlich Angebote, also das zeitweise Ausgrenzen von Männern aus öffentlichen Einrichtungen, weil manche Frauen dies wünschen, gängige Praxis in anderen Schwimmbädern, Saunen und Badehäusern ist, macht zwar deutlich, dass Sexismus gegen Männer in unserer Gesellschaft heute alltäglich ist und von den politisch Verantwortlichen gefördert wird. Aber auch ein gesellschaftlich akzeptierter und von der Politik geförderter Sexismus bleibt ein Sexismus.

Ihr Pressesprecher lässt verlautbaren: „Wir haben großes Interesse daran, dass alle Teile der Bevölkerung schwimmen können, dazu gehören auch muslimische Frauen, Kinder und Männer.“ Dafür, so der Artikel aus dem Weser-Kurier weiter, müssten Räume geschaffen werden.

Nein, dafür müssen keine Räume geschaffen werden, denn diese Räume sind schon da.

Es sind die öffentlichen Schwimmbäder. Die Betonung liegt dabei auf „öffentlich“. Wenn manche Frauen Probleme damit haben, dass öffentliche Schwimmbäder nicht nur ihnen alleine gehören und Männer diese Schwimmbäder auch nutzen wollen und dürfen, müssen diese eben an ihrem Männerbild arbeiten und Vorurteile abbauen oder von den Schwimmbädern fernbleiben.

Hier liegt nämlich der Kern des Übels. Wäre das Ausgrenzen von Männern, weil ein paar Frauen aus „schlicht persönlichen Gründen“, diese nicht dabei haben wollen, nicht schon so selbstverständlich, wäre die Veranstalterin vielleicht gar nicht auf die Idee gekommen, den Vater zu diskriminieren.

Es ist auszuschließen, dass Sie die Ausgrenzung von Frauen aus einer öffentlichen Einrichtung ebenso bereitwillig akzeptieren würden, weil ein paar Männer aus „schlicht persönlichen Gründen“ Frauen einfach nicht dabei haben wollen.

Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass vor einiger Zeit ein muslimischer Polizist 1000,-€ Strafe zahlen musste, weil er aus religiösen Gründen sich weigerte, einer Kollegin bei seiner Beförderungsfeier die Hand zu reichen. Neben den 1000,-€ Strafe musste er eine Erklärung unterschrieben, wonach er sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekenne und Frauen ohne Ausnahme und Vorbehalte als gleichberechtigt ansehe. Aus welchen Gründen Frauen im Gegensatz dazu gestattet sein soll, sich aus religiösen oder „schlicht persönlichen Gründen“ nicht zur freiheitlich demokratischen Grundordnung zu bekennen und Männer ohne Ausnahme und Vorbehalte als gleichberechtigt anzuerkennen, bleibt uns verborgen. Es zeigt aber die übliche Doppelmoral in der Geschlechterpolitik auf.

Wenn Sie wirklich Gleichberechtigung und Gleichstellung wollen, wie es die Genderpolitik immer propagiert, müssen Sie Sexismen gegen Männer ebenso konsequent wie gegen Frauen abbauen und nicht Sexismen gegen Männer implementieren. Wir fordern Sie auf, dies zu tun.

Wir jedenfalls begrüßen es und sind froh, dass es immer mehr Männer gibt, die sich gegen den gegen sie gerichteten alltäglichen Sexismus wehren und hoffen, dass sich viele Männer ein Beispiel an dem diskriminierten Vater nehmen und ebenfalls anfangen, sich zu wehren.

Mit freundlichen Grüßen

Wie geht es Ihnen, wurden Sie schon auf Grund Ihres Geschlechtes aus öffentlichen Einrichtungen ausgegrenzt? Was halten Sie davon, dass sich diese strukturelle Diskriminierung gegen Männer immer mehr ausbreitet? Schreiben Sie es in die Kommentare!

Vorschaubild: Pressefotos Anja Stahmann

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  1. Von Douglas Milnes

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