Die taz, veräppelte Väter und die Manipulierbarkeit des Bundesforums Männer

von MANNdat

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Bild: fotolia.com, @detailblick

In ihrem Artikel „Väter auf Abwegen“ spricht die taz Vätern grundsätzlich die Legitimation ab, sich für ihre Gleichberechtigung einzusetzen, weil, so die taz, „sich juristisch in drei Jahrzehnten eine Menge [für Väter] getan“ habe. Deshalb seien die Forderungen der Väterrechtler überzogen. Unabhängig davon, dass uns die taz darüber im Dunkeln lässt, warum sie nicht gleichberechtigt über Feministinnen herzieht, da sich für diese in den letzten Jahrzehnten noch wesentlich mehr getan hat, führt sie Väter damit massiv hinters Licht. Gleichzeitig belegt sie – unbeabsichtigt – die einfache Manipulierbarkeit des Bundesforums Männer durch die Frauenpolitik. Aber eins nach dem anderen.

Der Rahmen

Als Autor für den taz-Artikel fungiert Thomas Gesterkamp. Gesterkamp ist ein archetypischer Genderprofiteuer, also jemand, dem es gelungen ist, mit Genderismus Geld zu machen, zum Beispiel in Form von Männer-Bashing-Artikeln. Er ist bekannt dafür, die Wahrheit etwas zu „modellieren“, wenn es dem politisch korrekten Feindbild nutzt. So hat Gesterkamp beispielsweise MANNdat schon auf einen Antifeminismuskongress hineinerfunden, auf dem wir gar nicht waren. Zudem empfiehlt Gesterkamp beim Umgang mit männerpolitischen Organisationen, die fordern, Benachteiligungen von Männern zu beseitigen, sich an der Seuchenbekämpfung (Cordon sanitaire) zu orientieren. Der Stil des Artikels ist geprägt von Gesterkamps üblicher Rabulistik, Braunpinselei, Strohmannargumentation und dem Unterstellen unbelegter Behauptungen. Was soll man von einem Autor halten, der eine „maskulinistische Reaktion“ herbeiphantasiert, deren „Maskulinismus“ nur in den Köpfen von Antimaskulisten existiert? Wenn dann sogar noch die tragikomische Figur von Fridi Miller herhalten muss um das politisch korrekte Feindbild gegen den VAfK Köln aufzubauen, wird es endgültig unterirdisch. Nebenbei nutzt Gesterkamp den Artikel noch dazu, den Journalistenkollegen Matthias Matussek schlecht zu machen. Kennen wir. Der Rest ist geschenkt. Widmen wir uns den wesentlichen Erkenntnissen des taz-Artikels.

Wie die taz Väter veräppelt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Zaunegger-Urteil 2009 das deutsche Sorgerecht als diskriminierend und menschenrechtswidrig verurteilt, nachdem Horst Zaunegger als Kläger acht(!) Jahre lang in Deutschland vergeblich um das Sorgerecht für seine Tochter gekämpft hatte. Was war Zauneggers Anliegen?

Am 3. Dezember 2009 urteilte die kleine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) mit sechs zu eins Stimmen, dass die in der Bundesrepublik praktizierte, rechtliche Bevorzugung von Müttern gegenüber Vätern bei nicht verheirateten Paaren eine eindeutige Diskriminierung der ledigen Väter sei. Bis dahin konnten unverheiratete Väter nur dann das Sorgerecht für ihre eigenen Kinder bekommen, wenn die Mutter es genehmigt. Ein Widerspruchsrecht hatten die Väter nicht. Väter hatten also nach deutschem Gesetz keinen rechtlichen Anspruch auf eine gemeinsame Sorge, wenn die Mutter es ablehnte.

Die Politik tat sich schwer, sehr schwer, nach diesem Urteil Vätern ein Mindestmaß an Menschenrechten zuzugestehen. Vier Jahre hat die Politik nach diesem Urteil gebraucht, um das Sorgerecht zu ändern. Zum Vergleich: Für die wesentliche Einschränkung von gleich drei Grundrechten aus Artikel 1, 2 und 3 GG für Jungen durch die Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung im Jahr 2012 brauchte der Gesetzgeber lediglich ein gutes halbes Jahr!

Aber auch nach Änderung des Gesetzes bleibt eine Diskriminierung von Vätern bestehen. Franzjörg Krieg vom VAfK zu diesem Gesetz:

Seit wenigen Tagen haben wir inzwischen eine gesetzliche Lösung. Diese meint, dass eine deutsche Mutter immer sorgerechtsfähig sei. Ein Vater ist nur dann uneingeschränkt sorgerechtsfähig, wenn er eine qua Natur sorgerechtsfähige Frau heiratet und dadurch wohl über den Rechtsakt der Verehelichung mit dem Sorgerechtsvirus infiziert wird. Ein nicht ehelicher Vater muss aber erst auf seine Sorgerechtsfähigkeit geprüft werden. (…)..

Im Klartext:

Gemeinsame elterliche Verantwortungsübernahme muss in einem konfrontativen Verfahren mit dem Zwang zur Denunzierung eingeklagt werden.

Man sieht, die politisch Verantwortlichen in Deutschland haben bis zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte Vätern noch nicht einmal Menschenrechte zugestanden. Und sie haben sich schwer – sehr schwer – getan, Vätern Menschenrechte zuzugestehen. Nach vier Jahren kam ein Konstrukt heraus, das Vätern weiterhin Gleichberechtigung verweigert. Die Politik aller Parteien ist bestrebt, Vätern so wenig wie möglich und gerade so viel wie unbedingt nötig an Rechten zu geben. Die ausgeprägte Väterfeindlichkeit, die damit zum Ausdruck gebracht wird, ist also eindeutig.

Die taz will dem Leser nun einreden, ein Engagement von Vätern oder Männerrechtlern für die Gleichberechtigung von Vätern sei nicht notwendig, weil die Gesetzesänderung ja gezeigt habe, dass die Politik die Rechtslage von Vätern verbessere. Die taz führt den Leser damit nicht nur massiv in die Irre, vielmehr stellt sie den Sachverhalt völlig auf den Kopf. Die Gesetzesänderung belegt nämlich nicht, dass Väter von den politisch Verantwortlichen gerecht behandelt werden. Sie belegt genau das Gegenteil. Diese Änderung ist ausschließlich deshalb erreicht worden, weil ein Vater bereit war, acht Jahre lang durch alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu gehen, weil die Exekutive, die Legislative und die Judikative in Deutschland Vätern Menschenrechte bis zum Allerletzten nicht zugestand.

Es belegt, dass Väter von der Politik nichts, aber auch gar nichts zu erwarten haben außer Diskriminierung, und dass sie Gleichberechtigung nur erwarten können, wenn sie selbst für ihre Rechte kämpfen. Die Politik ist in Sachen Gleichberechtigung für Väter nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

Wie die taz die einfache Manipulierbarkeit des Bundesforums Männer belegt

Die taz prügelt in ihrem Artikel weiterhin auf den VAfK Köln ein. Der VAfK ist der größte Väterrechtsverband in Deutschland. Die einzelnen Regionalverbände haben eine hohe Selbstständigkeit. Der Bundesverband VAfK ist Mitglied im Bundesforum Männer. Das Bundesforum Männer inszeniert sich als DIE Männervertretung, ist aber in Wirklichkeit eine frauenpolitische Organisation, die vom Frauenministerium finanziert wird.

Die taz diffamiert den VAfK Köln als „radikalisierte Väterrechtler“ und wirft ihm vor, dass er mit unabhängigen Väter- und Männerrechtsverbänden, wie der IG JVM, zusammenarbeite und es sogar gewagt hat, mit diesem einen Genderkongress zu veranstalten. Nach Meinung der taz dürfen offenbar nur Frauenpolitikerinnen Genderpolitik machen. Die taz will den Bundesverband des VAfK gegen sein Regionalmitglied VAfK Köln aufbringen. Das macht sie mit einem ganz einfachen Mittel. Sie legt dar, dass das Bundesforum Männer, das Finanzmittel vom Frauenministerium bekommt, Schwierigkeiten bekommen könne, wenn es weiterhin nicht frauenpolitisch konform handle und es über den Bundesverband VAfK den VAfK Köln nicht auf Linie bringe:

Im Bundesforum Männer hält man die VafK-Spitze für einen „zahnlosen Tiger“, der die teils verbitterten und radikalisierten Väterrechtler nicht überall im Griff habe.

Einem steuerfinanzierten Verband kann es aber nicht egal sein, wenn heikle Positionen in den Ortsgruppen eines Mitglieds vertreten werden – erst recht nicht, wenn diese mit der Konkurrenz gemeinsame Sache machen.

So einfach geht das. Wenn ein Bufo-Mitglied die männerfeindliche Frauenpolitik kritisiert, wird der Geldhahn abgedreht. Kohle gegen Hörigkeit. Danke taz. Wenn wir das so offen dargelegt hätten, hätte man uns als „Nazi“ bezeichnet.

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Lesermeinungen

  1. Von Dr. Bruno Köhler

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  2. Von Dr. Bruno Köhler

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  3. Von Fredrik

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  4. Von KaRa

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  5. Von Norbert

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