Studie zu Hass gegen Männer im Internet
Hass gegen Männer im Internet
Eine Studie von Erica Coppolillo über Hass gegen Männer im Internet zeigte, dass geschlechtsspezifische Hassreden nicht durch das Geschlecht der Täter verschärft werden, sondern ein gemeinsamer Faktor schädlicher Internet-Communities sind. Während Frauenfeindlichkeit in der gegenwärtigen sozialen Online-Landschaft ein gut etabliertes Thema ist, bleibt Hass gegen Männer jedoch deutlich untererforscht.
Studie: Coppolillo, E. Women who hate men: a comparative analysis across extremist Reddit communities. Sci Rep 15, 13952 (2025). https://doi.org/10.1038/s41598-024-81567-9; https://www.nature.com/articles/s41598-024-81567-9
Abstract
Während Frauenfeindlichkeit [Misogynie] in der gegenwärtigen sozialen Online-Landschaft ein gut etabliertes Thema ist, bleibt Männerfeindlichkeit [Misandrie] deutlich untererforscht. Um diese Diskrepanz zu beheben und das Phänomen der geschlechtsspezifischen Hassrede besser zu verstehen, analysieren wir vier offen als frauenfeindlich und männerfeindlich deklarierte Reddit-Communities und untersuchen ihre Merkmale auf sprachlicher, emotionaler und struktureller Ebene. Wir untersuchen, ob es möglich ist, substanzielle und systematische Unterschiede zwischen frauenfeindlichen und männerfeindlichen Gruppen festzustellen, wenn heterogene Faktoren berücksichtigt werden. Unsere experimentelle Auswertung zeigt, dass keine systematischen Unterschiede zu beobachten sind, wenn eine doppelte Perspektive – sowohl die von Männern zu Frauen als auch die von Frauen zu Männern – eingenommen wird, was darauf hindeutet, dass geschlechtsspezifische Hassreden nicht durch das Geschlecht der Täter verschärft werden, sondern ein gemeinsamer Faktor schädlicher Communities sind.
Weitere wichtige Informationen:
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Wie auch in Wikipedia (https://en.wikipedia.org/wiki/Misandry) zu lesen ist, ist Misandrie zwar ein weit verbreitetes und schädliches Phänomen, hat aber in fast allen Gesellschaften nicht denselben Grad an institutioneller und systemischer Unterstützung wie Misogynie.
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Um eine Vorstellung davon im akademischen Kontext zu bekommen, haben wir die Abfrage „online misogyny“ (bzw. „online misandry“) bei Google Scholar, Scopus und WebOfScience durchgeführt und die Ergebnisse verglichen. [Anm.: Google Scholar ist die akademische Suchmaschine von Google für wissenschaftliche Recherche. Scopus oder Web of Science sind wissenschaftliche Datenbanken.] Für die Abfrage „online misogyny“ liefert Google Scholar etwa 150.000 Ergebnisse, während die Suche nach „online misandry“ nur etwa 19.600 Ergebnisse liefert.
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Die zeitliche Entwicklung zeigt, dass das Phänomen der Online-Misogynie wesentlich stärker untersucht wird als Misandrie und letztere erst seit 2014 behandelt wird, also weit 13 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Arbeit über Online-Misogynie.
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Bei der Betrachtung auf der Inhaltsebene (…) lassen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den frauenfeindlichen und männerfeindlichen Communities feststellen.
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Berücksichtigt man hingegen die Perspektive der Nutzer (…), drücken männerfeindliche Communities tatsächlich mehr negative Gefühle aus als frauenfeindliche.
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Die durchgeführten Analysen zeigen, dass keine systematischen Unterschiede zwischen den frauenfeindlichen und männerfeindlichen Communities festgestellt werden können. Dies deutet darauf hin, dass bei der Untersuchung des Phänomens der geschlechtsspezifischen Hassrede im Internet sowohl die Perspektive von Männern zu Frauen als auch die von Frauen zu Männern berücksichtigt werden sollte, um so Misandrie und Misogynie die gleiche Bedeutung zuzuerkennen.
Lesen Sie hierzu auch unsere Beiträge
Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young – Teil 1
Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young – Teil 2
Quelle Beitragsbild: AdobeStock_1070010708
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