Genderpolitische Strategien der Ausgrenzung (1)

von Manndat

Universität Frankfurt, www.gewaltkongress.de
Warum sollte eine Veranstaltung gegen Gewalt verhindert werden? Widerspricht der Stand der Forschung etwa der gewünschten Meinung einiger Interessengruppen?

„Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“ (Arthur Schopenhauer)

Hate-Speech-Attacke des Gleichstellungsbüros der Universität Frankfurt

Am 22. Mai 2018 veranstaltete das „Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“ und das Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität Frankfurt eine DiskussionFamilienkonflikte – Geschlechterkampf?“. Schon mit der Aggressivität, mit der das Gleichstellungsbüro der Universität Frankfurt diese Veranstaltung ankündigte, wird klar, dass es sich dabei nicht um eine echte „Diskussion“ handelte, sondern um eine Art Rachefeldzug gegen den Kongress „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ sowie gegen deren Veranstalter und insbesondere Prof. Gerhard Amendt, die vom Gleichstellungsbüro als homophob, rechtskonservativ, antifeministisch, Gender Studies denunzierend, gegen Gleichstellung und gegen eine Gesellschaft der Vielfalt gerichtet diffamiert wurden.

Wahrheitswidrig wird in der Ankündigung zudem behauptet, die Veranstaltung hätte sich inhaltlich vor allem auf partnerschaftliche und familiale Gewalt von Frauen gegenüber Männern fokussiert.

Die Ausführungen des Gleichstellungsbüros erfüllen zumindest teilweise die Kriterien von Hate Speech, wie sie von den durch die Bundesregierung unterstützten, selbsternannten „Hate-Speech-Bekämpfern“ der Amadeu Antonio Stiftung definiert werden.

Das „Vergehen“ des Kongresses der AG Familienkonflikt

Der Kongress der AG Familienkonflikt mit ca. 150 Teilnehmern fand vom 13.-15. April 2018 ebenfalls an der Goethe-Universität statt. Zum ersten Mal fand damit in Deutschland ein Kongress statt, mit dem ein Transfer der neuesten Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung zur Entstehung und Behandlung partnerschaftlicher Gewalt in die berufliche Praxis angeboten wurde.

Dabei lag der Schwerpunkt, im Gegensatz zu der Behauptung des Gleichstellungsbüros, auf der Analyse von den Einflüssen, die zu gewalttätigen Konflikten in Partnerschaften und Familien beitragen, sowie den Zusammenhängen von Gewalterfahrungen in der Kindheit und dem späteren Verhalten als Erwachsene, und zwar unabhängig vom Geschlecht. Der Veranstalter resümiert:

Der Kongress bot eine differenzierte Sicht auf partnerschaftliche Gewalt und deren Entstehung, die in der internationalen Forschung schon länger auf der Basis der empirisch bewiesenen Symmetrie der Gewalt zwischen Männern und Frauen entwickelt wird.

Die Vorträge der Wissenschaftler aus USA, Großbritannien und Israel stießen auf großes Interesse. Sie vermittelten einen Einblick in den Stand der Internationalen Forschung im Bereich der Partner- und Familiengewalt. Dabei ging es um Prozesse, die Gewalthandlungen vorausgehen und die für die praktische Arbeit wie die Gesundheitspolitik von Bedeutung sind.

Der Kongress brach damit also bewusst die stereotypen politfeministischen Dogmen von Tätermann und Opferfrau auf:

…unser Kongress hat gezeigt, dass einige überlieferte Annahmen wie projektive Wunschvorstellungen aufgegeben werden müssen, wenn Wissenschaft zur Lösung von Konflikten und nicht zur Idealisierung des einen und Abwertung des anderen Geschlechts beitragen soll. Hier sind die Forschungsergebnisse von Prof. Zeev Winstock, Tel Aviv, Prof. Rachel Dekel, Bar Ilan, und Prof. Amy Slep, New York, besonders aufschlussreich. Sie dokumentieren Ergebnisse der neueren Forschung. Ebenso der Eröffnungsvortrag, in dem ich eine historische Konstante des Geschlechterarrangements skizziere, die das Schweigen der Männer zu eigenen Gewalterfahrungen als Bauteil der geschlechtlichen Arbeitsteilung interpretiert.

Das immer noch nicht erloschene Aufbegehren gegen die empirische Realität symmetrisch verteilter Gewalthäufigkeiten lässt allerdings erkennen, dass die Politik der Schuldzuweisung und feindseligen Polarisierung nur allmählich ein Ende findet. Verbittert an der Suche nach Schuldigen festzuhalten, weist dann eher auf unbewusste Motive oder subkulturelle Konstellationen politischer Borniertheiten hin.

Für die Veranstaltungen weise ich auf unsere Kongressvorträge wie Texte im Handbuch von Hamel/Nicholls: Familiäre Gewalt im Fokus hin.

(Prof. Gerhard Amendt)

Dass eine solche neutrale Sichtweise das genderpolitische Weltbild erschüttert, war klar. Der Kongress war deshalb von ebenso wahrheitswidrigen Behauptungen wie gewaltsamen Störungen begleitet:

Der Kongress war von Protestaktionen und massiven Störungen begleitet. Sie waren gegen den Veranstalter, Kongress und Referenten gerichtet. Unwahrheiten und Schmähungen wurden durch einstweilige Verfügung des Gerichts oder Unterlassungserklärungen begegnet; u. a. der Frankfurter Rundschau, der Hessenschau.de und dem Merkurist als Quelle aller Falschbehauptungen. Verwundert hat, dass die Präsidentin der Goethe Universität den Falschbehauptungen folgte und vom Veranstalter die schriftliche Zustimmung zum Werteverständnis der Universität – auch der Referenten – als Bedingung des Kongresses verlangte. Letztlich saßen mediale Berichterstattung, Demonstrationen und Universität einer Reihe von Unwahrheiten auf.

Manipulation durch eine zweckdienliche Auswahl von Wissenschaftlern

Es gibt heutzutage eine Vielzahl von Wissenschaftlern, die auch unterschiedliche Thesen vertreten können. Mit der Auswahl der „richtigen“ Wissenschaftlern können Sie also eine Veranstaltung in die zu Ihren Zwecken gewünschte Richtung lenken. Das ist eine gängige Manipulationstechnik, z. B. in den Medien, in dem nur ein Wissenschaftler zu Wort kommt, dessen These dem entspricht, wovon man die Bürger überzeugen möchte. Man kennt das auch aus Diskussionssendungen, in den ausschließlich oder mehrheitlich Gesprächspartner zu Wort kommen, die die Meinung des Senders teilen, um die Zuschauer in die vom Sender gewünschte Richtung zu manipulieren.

Auch die Politik bedient sich zweckgerichtet Wissenschaftler, deren Thesen dem politischen Programm dienlich sind. Ein typisches Beispiel ist das Zurücklassen von Jungen durch die politisch Verantwortlichen. Es gibt viele Wissenschaftler, die sich für eine verstärkte Förderung von Jungen stark machen, wie z. B. der Soziologe Klaus Hurrelmann, der Psychologe Allan Guggenbühl, die Sprachwissenschaftlerin Christine Garbe, die Soziologin Heike Diefenbach oder der Erziehungswissenschaftler Ulf PreussLausitz. In den politischen Gremien werden Sie selten jemanden davon finden. Dort finden Sie dagegen insbesondere heute Wissenschaftler, die Jungen an ihrer Situation selbst die Schuld zuschieben und das Zurücklassen von Jungen als gerechtfertigt ansehen, wie z.B. Marcel Helbig, und somit den politisch Verantwortlichen die Absolution für ihr Versagen geben und ihnen ihr sexistisches Weltbild bestätigen.

Wie effektiv dies ist, kann man an der völlig abstrusen aktuellen Situation sehen, dass wir erwachsene Frauen intensiv fördern, weil man ihnen nicht zutraut, die für sie wichtigen beruflichen Entscheidungen selber treffen zu können, während wir kleine männliche Kinder im Stich lassen, weil diese ja selber wissen müssen, was für sie richtig ist.

Die Diskussion „Familienkonflikte – Geschlechterkampf?“

Diese Manipulationstechnik findet man auch bei der „Diskussionsveranstaltung“ der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Frankfurt wieder. Im Gegensatz zum Kongress, bei dem eine Vielzahl von Wissenschaftlern teilnahm, begann die „Diskussion“ mit zwei Initialvorträgen von Herrn Prof. Pohl und von Frau Professor Brückner.

Der „akademische Gotteskrieger“ (Sciencefiles) und einer der führenden Ideologen bei der „Agitation gegen die Männerbewegung“ (Genderama) Prof. Pohl dürfte den meisten vor allem wegen seines aggressiven Stils, seiner Polemik und seiner monokausalen Schuldzuweisungen gegenüber Prof. Amendt ein Begriff sein. Margrit Brückner ist eine habilitierte deutsche Soziologin und Professorin, die sich im Bereich Frauen- und Mädchenförderung und speziell zur Gewalt gegen Frauen hervorgetan hat.

Beide Referenten vereint also die Tatsache, dass sie einen kritischen Blick sowohl auf weibliche Täterschaft als auch auf männliche Opfer bislang aus ihrer Sichtweise verdrängt haben. Prof. Pohl verkörpert zudem die Pathologisierung von Männern, die es wagen, dem frauenpolitischen Monolog einen geschlechterpolitischen Dialog entgegenzusetzen, bei dem auch die berechtigten Anliegen von Jungen, Vätern und Männern berücksichtigt werden. Er sieht Männer, die sich für Gleichberechtigung von Vätern im Sorgerecht, für Gleichberechtigung behinderter Männer, für Bildungsförderung von Jungen und einer besseren Gesundheitspolitik für Männer einsetzen, als frauenfeindliche Jammerlappen:

Die wichtigen Fortschritte in der Frauen-, Gleichstellungs- und Geschlechterpolitik sind Ausdruck einer bloß „rhetorischen Modernisierung“ (Wetterer 2003), solange die grundlegenden Asymmetrien in einer weiterhin geschlechterhierarchischen Gesellschaft geleugnet oder verschleiert werden. Ein männlicher Krisendiskurs, der diese Tatsache ignoriert oder essentialistisch umdeutet ist ein entkontextualisiertes, und damit schein­heiliges Gerede, mit dem „der“ Mann larmoyant zum beklagenswerten Opfer der als „feminisiert“ angeprangerten Verhältnisse stilisiert wird;

Die Rede von der „Krise der Männlichkeit“ ist eine rückwärtsgewandte Reaktion auf die marktradikale Verschärfung des gesellschaftlichen Krisengeländes und enthält hohe projektive Anteile. Das bedeutet: Die Krise erscheint in vielen einschlägigen Diskursen als Folge einer die Männer pauschal diffamierenden, vor allem aber die Jungen und Väter einseitig vernachlässigenden Frauenpolitik und Mädchenförderung und kann, zugespitzt, als Backlash, als antifeminine und antifeministische Gegenbewegung im Rahmen einer allgemeinen Re-Maskulinisierung der Gesellschaft interpretiert werden.

Mit der Auswahl der Impulsredner wurden die Diskussionsteilnehmer und Zuhörer also auf die „richtige“ Meinung getrimmt. Hätte man den vorrangig attackierten Prof. Amendt auch reden lassen oder Vertreter des Kongressveranstalters, wäre dieser manipulative Impuls gefährdet gewesen. Dass man diejenigen, die man kritisiert, gar nicht zu Wort kommen lässt, ist also nicht nur dem mangelnden Mindestmaß an Anstand oder dem Mangel an menschenwürdigem Verhalten der Diskussionsveranstalter zuzuschreiben, sondern auch eine Frage der Taktik.

Bericht über die „Diskussionsveranstaltung“

Genderama hat den Leserbrief eines Teilnehmers der Diskussion veröffentlicht. Die darin geschilderten Erfahrungen bestätigen unsere vorgenannten Ausführungen:

Margrit Brückner präsentierte erwartungsgemäß Erfolge der aktuellen Politik, z. B. 400 Frauenhäuser. Sie erwähnte allerdings auch, dass alle Geschlechter von Gewalt betroffen sind. (…) Ich vermute, die Einseitigkeit der Erfolge war für die Zuschauer erkennbar (…)

Rolf Pohl sagte selber zu seiner Präsentation: Sie ist polemisch. Er versuchte, durch umfangreiche Zitate der Männerrechtsbewegung, sie der Lächerlichkeit preiszugeben. (…) Bei Amokläufern der vergangenen Jahre deutete er eine Übertragung, Projektion innerseelischer Konflikte der Täter auf ihre Opfer. Nach meiner Erinnerung hat er diese Projektion auch normalen Kritikern des Feminismus zugeschrieben. Das ist ein uralter Trick der Psychoanalyse, um Kritiker zu diskreditieren. (…)

Am Ende fragte eine Teilnehmerin, ob es nicht doch eine Diskurshoheit des Feminismus gebe. Beide Redner wollten sich dazu nicht direkt äußern.

Der Impuls, den das Gleichstellungsbüro mit dieser Einseitigkeit der Impulsreferenten gab, lässt darauf schließen, dass es dem Gleichstellungsbüro mit seiner „Diskussion“ zur Diffamierung der Veranstalter des Kongresses der AG Familienkonflikt offenbar vorrangig gar nicht darum ging, dass männliche Täter und weibliche Opfer häuslicher Gewalt marginalisiert worden wären, sondern, dass bei diesem Kongress die von der Genderpolitik konstruierten Stereotype Männertäter – Frauenopfer aufgebrochen und neben weiblichen Opfern und männlichen Tätern auch weibliche Täter und männliche Opfer thematisiert wurden. Es ist dieser Frevel, diese Blasphemie gegenüber feministischen Dogmen, die das Cornelia Goethe Centrum und das Gleichstellungsbüro zutiefst erschüttert haben. In ihren Augen war der Kongress damit ein Affront gegen die „Genderpolitical Correctness“, was neutral wissenschaftlich heute unbestritten ist:

Für die deutsche Debatte ist es mancherorts ungewohnt, dass Gewalt in Partnerschaften und an Kindern symmetrisch unter Männern und Frauen verteilt ist. Diese Forschungsergebnisse aus den USA liegen seit mehr als 25 Jahren als vielfach replizierte Erkenntnis vor.

Da das Gleichstellungsbüro den sachlichen Argumenten des Kongresses nichts Sachliches entgegenzusetzen hat, greift es auf den Sophismus des Argumentum ad hominem zurück, ein Scheinargument, durch das die Behauptungen des Gegners mit einer Infragestellung des Gegners selbst entkräftet werden soll. Man verlagert die Diskussion von der Sache auf die Person, welche die Sache darlegt. Es benötigt keinen logischen Aufbau und besteht im Extremfall aus einer schlichten Beleidigung, wie im vorliegenden Fall z. B. der Vorwurf der Homophobie.

Der Vorgang zeigt aber auch, wie Wissenschaft für geschlechterpolitische Interessen instrumentalisiert wird bzw. sich bereitwillig instrumentalisieren lässt.

Diffamierung als genderpolitische Strategie

Die Diffamierung des Andersdenkenden ist eine typische Strategie des Politfeminismus und damit der Genderpolitik. Er manifestiert sich in der für den Politfeminismus charakteristischen Diskursunfähigkeit. Er zeigt sich in pseudowissenschaftlichen „Expertisen“ inkompetenter fragwürdiger „Experten“, z. B. der Friedrich-Ebert-Stiftung, über die Diffamierung von männerpolitischen Akteuren als Jammerlappen z. B. durch frauenpolitisch finanzierte „Männervertretungen“, bis hin zu den derzeit sehr populären Veröffentlichungen von totalitär anmutenden Dissidentenlisten, wie sie z. B. durch die Heinrich Böll-Stiftung oder ganz aktuell durch das selbsternannte Dissidentenjägerduo Böhmermann/Rayk praktiziert wird.

Es ist wichtig, diese Strategien zu kennen, um sie zu er kennen und um ihnen geeignet begegnen zu können.

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