Warum hält der Feminismus an der längst widerlegten „Gender-Theorie“ fest? – Gender als feministisches Konzept zur Diskriminierung

von Manndat

Der Wunsch vieler moderner junger Frauen: Statt Elternzeit lieber Knochenarbeit?

Feministinnen springen in Ihrer Argumentation gerne mal zwischen den Begriffen Geschlecht und Gender unsystematisch und unwissenschaftlich hin- und her, wie z.B. zuletzt Frau Villa-Braslavsky, Gender-Professorin an der Universität München, im ZEIT-Streitgespräch
Wir dürfen annehmen, dass den Feministinnen dies durchaus bewusst ist. Und sie versuchen davon zu profitiert von diesem Hin- und Herspringen zwischen sozial konstruiertem Gender und biologischem Geschlecht. Denn immer, wenn die Genderideologen eine Benachteiligung und daraus folgernd im Sinne von Gender Mainstreaming notwendige Förderungen für das soziale Konstrukt „Frau“ oder „Mädchen“ ausmachen, ist das Kriterium für den Erhalt dieser Förderung nämlich nicht mehr das soziale Konstrukt „Frau“ oder „Mädchen“, sondern ausschließlich das biologische Geschlecht.

Beispiele:

Als sozial konstruiert gilt z.B., dass die Frau vorrangig Elternzeit nimmt oder Teilzeit arbeitet und somit Nachteile bei der beruflichen Karriere in Kauf nehmen muss. Die Frauenquote soll diese sozial konstruierten Nachteile ausgleichen. Tatsächlich entscheidet aber ausschließlich das biologische Geschlecht wer von der Frauenquote profitiert. So profitiert auch eine kinderlose Frau von der Frauenquote, obwohl sie von diesem sozial konstruierten Nachteil gar nicht betroffen ist, während ein Mann, der vorrangig Elternzeit nimmt oder Teilzeit arbeitet und somit die Nachteile bei der beruflichen Karriere erleidet, also in diesem Bereich dem sozialen Konstrukt und somit dem Gender „Frau“ entspricht, wegen seines biologischen Geschlechts diskriminiert wird. Daraus ergibt sich, dass von dieser Frauenquote vor allem kinderlose Frauen profitieren, während vor allem alleinerziehende Väter dadurch verlieren, was sich an den Zahlen der Einladungen zu Bewerbungen zeigt. Siehe hierzu unseren Beitrag Männer bei Einladungen zu Bewerbungsgesprächen benachteiligt. Vätern haben überdies eine viel geringere Chance darauf in Elternzeit zu gehen.

Auch der feministisch beliebte und dort gern herangezogene Gender Pay Gap fällt in die Kategorie der Verwechslung und Vermischung von Geschlecht und Gender. So schreibt das WSI der Hans Böckler Stiftung, dass Frauen über 18 Prozent weniger pro Arbeitsstunde verdienen. Durch die Verknüpfung mit der Bezahlung wird suggeriert, diese hänge mit dem Geschlecht der Frau zusammen. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass die Bezahlung mit der freiwilligen sozialen Rolle (was einer der vielen Aspekte des unsinnigen Genderbegriffs ist) vieler Frauen in der Familie zusammenhängt. Denn laut WSI sind in Minijobs als einzige Erwerbsquelle zu 60% Frauen beschäftigt. Gleichzeitig arbeiten Männer im Durchschnitt 7,9 Stunden pro Woche mehr als Frauen (Gender Time Gap; ebenda).

Zwischenfazit: Frauen verdienen weniger als Männer, sie arbeiten aber auch weniger als Männer. Dies hat aber nichts mit dem biologischen Geschlecht der Frauen zu tun, was hier suggeriert wird.

Fragen wir also mal, warum denn die Frauen nicht so viel arbeiten. Von Feministinnen wird hier gerne behauptet, es gäbe systemische Diskriminierungen und ein angeblicher „gläserner Boden“, der einen Aufstieg für Frauen verhindere. Doch schauen wir lieber mal, was die Frauen selber sagen, so wie es der Männerforscher Peter Döge aufgelistet hat:

So „[…] schätzen 59 % der von Allensbach im Rahmen der Vorwerk-Familienstudie 2007 befragten Frauen an ihrem Partner seinen Beruf, 59 % sein Einkommen, 47 % seinen beruflichen Erfolg. 12 % der Mütter wollen für die Kindererziehung alleine zuständig sein, 20 % der Mütter sprechen den Vätern die nötige Geduld für die Kinderbetreuung ab und erledigen diese daher lieber selbst.“

Das klingt doch eher danach, dass ein gehöriger Teil der Frauen die Männer lieber in einem gut bezahlten Beruf arbeiten lässt und sich dafür lieber und selbstbestimmt um die Kindererziehung kümmern – oder den Männern ganz die Erziehung verwehren. Dies bedeutet aber auch, dass die Frauen von dem Gehalt der Männer profitieren. Dies wirft -unabhängig von Geschlecht oder Gender- ein ganz anderes Licht auf den Gender Pay Gap!

Das Gleiche sieht man auch in der Bildungsförderung. Mädchen werden speziell im MINT-Bereich gefördert, egal, ob sie wollen oder im MINT-Bereich tatsächlich Förderungen brauchen, weil, so die Genderideologen, Mädchen sozial konstruiert als MINT-uninteressierter oder gar MINT-unbegabter gelten würden. Jungen werden aufgrund ihres biologischen Geschlechts bei der MINT-Förderung zurückgelassen, egal, ob sie MINT-uninteressiert oder MINT-unbegabt sind, also dem sozialen Konstrukt „Mädchen“ entsprechen. Während die Förderung also aus dem sozialen Konstrukt „Gender“ resultiert, ist der Erhalt dieser Förderung ausschließlich vom biologischen Geschlecht abhängig. Siehe hierzu auch unseren Beitrag „Was der Bildungsbericht verschweigt“ – Teil 2“

Umgekehrt gilt dies bei der Förderung der Lesekompetenz übrigens nicht, bei der Jungen statistisch gesehen deutlich schlechtere Leistungen bringen als Mädchen.
Bei der PISA-Studie 2018 erreichten die 15-Jährigen in Deutschland bei der Lesekompetenz 498 Punkte und lagen damit über dem OECD-Durchschnitt (487 Punkte). Trotzdem ist rund ein Fünftel von ihnen kaum in der Lage, den Sinn von Texten zu erfassen und zu reflektieren. Insgesamt schneiden die Mädchen deutlich besser ab als die Jungen.

Folgt daraus eine Förderung der Jungen -egal ob Geschlecht oder Gender? Nein!

Man kann sagen, dass bei Jungen-Nachteilen die Genderideologen kurzerhand „Gender“ einfach ausfallen lassen. Dieser bigotte Doppelstandard „Wenn Mädchen benachteiligt sind, gilt Gender und Mädchen werden pauschal gefördert, Jungen nicht; wenn Jungen benachteiligt sind, gilt Gender nicht und es gibt keine pauschale Förderung von Jungen“ trägt dazu bei, dass der geschlechterrelevante Bildungsrückstand zuungunsten der Jungen immer mehr zunimmt:

So kommt auch das WSI zu der Erkenntnis „Insgesamt haben Frauen die Männer beim schulischen Bildungsniveau leicht überholt“. Noch deutlicher fasst es Jürgen Budde (Bildungs(miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen männlichen Jugendlichen) zusammen: Je geringer qualifizierend die Schulform, desto höher der Anteil an Jungen; ca. jeder zehnte Junge bleibt ohne Schulabschluss. Jungen müssen häufiger eine Klasse wiederholen als ihre Mitschülerinnen, insbesondere am Gymnasium. Oder wie es Heike Diefenbach (Quelle: Heike Diefenbach/Michael Klein, „Bringing Boys Back In“. Soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im Bildungssystem zuungunsten von Jungen am Beispiel der Sekundarschulabschlüsse, Zeitschrift für Pädagogik, 2012) formuliert: „Während bei der Betrachtung von Hochschulabschlüssen oder geschlechtsspezifischen Berufsbildungsgängen bestehende Nachteile von Mädchen als Indikatoren einer noch immer nicht überwundenen Ungleichheit zuungunsten von Mädchen gesehen werden, gelten die Vorteile von Mädchen in der Sekundarschulbildung als erfreuliche Verringerung der sozialen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und nicht als Ungleichheit zuungunsten von Jungen […]“

Fazit – es wird nur da „gegendert“, wo es für die Frauen Vorteile bringt

Diese Beispiele zeigen, dass das soziale Konstrukt „Gender“ von feministischen Genderideologinnen lediglich als Mittel zum Zweck im Geschlechterkrieg instrumentalisiert wird, und nur benutzt wird, wenn unterm Strich Frauen oder Mädchen profitieren. Der Gender-Begriff soll dies nur verschleiern und gehört auch deshalb auf den Müllhaufen längst widerlegter Begriffe und Theorien!

Bild: Adobe Stock  297139926 von _KUBE_

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  1. By Martin Lembert

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