Steffi Lemke und die feministische Umweltpolitik – Offener Brief

von MANNdat

Unser offener Brief an Umweltministerin Steffi Lemke (Die Grünen) vom 17.06.2022:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

als Verein, der die Anliegen und Belange von Jungen, Vätern und Männern in die geschlechterpolitische Diskussion einbringen will, kritisieren wir – auch im Hinblick auf den Gender Empathy Gap-Day am 11. Juli – Ihre Teilung der Kinder- und Menschenrechte im Rahmen Ihrer Werbung bei der UN für eine „feministische Umweltpolitik“, die Sie in der Welt erläutert haben.

Sie behaupten darin, dass Frauen von Kriegs- und Krisensituationen besonders betroffen wären. Das kann man nur behaupten, wenn man konsequent alle männlichen Mitbürger auf unserem Planeten unsichtbar macht und männliche Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch totschweigt.

Betrachtet man neben dem weiblichen auch den männlichen Teil der Bevölkerung, ergibt sich ein anderes Bild. Im Jugoslawienkrieg hatten sich 1995 in der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica etwa 20.000 Frauen und Kinder und 8.000 Männer in vermeintliche Sicherheit gebracht. Während die 20.000 Frauen und Kinder tatsächlich in Sicherheit gebracht wurden, hat die UN die 8.000 Männer, darunter auch Jungen, ihren späteren Mördern ausgeliefert. Das war der Deal. Männer verheizen, Frauen retten.

Im Ukraine-Krieg sind es wieder die Männer, die auf beiden Seiten der Fronten nach ihrer ihnen zugewiesenen Männerrolle sich verheizen lassen müssen. Auch im deutschen Grundgesetz ist nach wie vor eine reine Männerwehrpflicht verankert, während der Chefsessel nach drei weiblichen Verteidigungsministern in Folge mittlerweile Fraueneigentum zu sein scheint.

Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine durften Frauen und Kinder fliehen. Männern zwischen 18 und 60 Jahren wurde jedoch verboten, die Ukraine zu verlassen, um sie zwangsrekrutieren zu können. Laut Amy Maguire, Professorin für Menschenrechte und internationales Recht, garantiere der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte die Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit. Der UN-Menschenrechtsausschuss hat bestätigt, dass sich dieses Recht aus dem Schutz der Konvention ableitet. Das Ausreiseverbot für Männer wäre danach unzulässige Gewalt gegen Männer, weil man Männer zwang, in der Gefahr zu bleiben. Die Bundesregierung, also auch Ihre Fraktion, schweigt dazu, auch trotz einer grünen Völkerrechtsexpertin auf dem Außenministerposten. Männer verheizen, Frauen retten.

Auch Ihre Behauptung, Frauen seien von gefährlichen Arbeiten besonders betroffen, ist nur solange plausibel, solange man Männer unsichtbar macht. Laut Bericht der WHO/ILO „Joint Estimates of the Work-related Burden of Disease and Injury, 2000–2016“ sind Männer unverhältnismäßig stark von Berufskrankheit betroffen, insbesondere in den WHO-Regionen Afrika, Südostasien und Westpazifik. 75 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle erleiden laut dem Bericht Männer. Auf 911,2 arbeitsbedingte verlorene Lebensjahre pro 100.000 Frauen kommen 1635,9 arbeitsbedingte verlorene Lebensjahre pro 100.000 Männer.

Männer arbeiten also häufiger in gefährlichen Berufen, vielleicht auch in Bergwerken, in denen z. B. Seltene Erden, Kobalt oder Lithium für die Energiewende Ihrer Ampelkoalition gewonnen werden. Und als Dank machen Sie diese Arbeiter unsichtbar. Das gilt auch für Kinderarbeit.

Der aktuelle Bericht „Child Labour: Global estimates 2020, trends and the road forward“ zeigt, dass Anfang 2020 weltweit etwa 97 Millionen Jungen und 63 Millionen Mädchen Kinderarbeit verrichteten, das sind 11,2 Prozent aller Jungen und 7,8 Prozent aller Mädchen. Laut genanntem Bericht ist der Anteil der Jungen, die wegen Kinderarbeit nicht zur Schule gehen, höher als der der Mädchen (35 Prozent gegenüber 32,8 Prozent). Die Kinderarbeit von Mädchen ist von 2016 zu 2020 von 8,4 auf 7,8 Prozent gefallen, während der Anteil der Kinderarbeit von Jungen im gleichen Zeitraum von 10,7 auf 11,2 Prozent gestiegen ist. Die weltweite Kinderschutzpolitik führt durch die Marginalisierung von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung von Jungen nicht zur Beseitigung von Kinderarbeit, sondern lediglich dazu, kinderarbeitende Mädchen durch kinderarbeitende Jungen zu ersetzen. Mädchen retten, Jungen verheizen.

Laut Artikel 3 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 (A/RES/217 A (III)) hat jeder das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Laut Artikel 3 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02) hat jeder Mensch das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Menschenrechte sind unteilbar, denn Menschenrechte, die nur für einen Teil der Menschen gelten sind keine Menschenrechte. Mit Ihrer feministischen Umweltpolitik verabschieden Sie sich von diesen Menschenrechten und reduzieren sie auf Frauenrechte. Deshalb fordern wir Sie auf, Ihre Teilung der Menschenrechte zu beenden und sich auf den Humanismus, der sich in der Erklärung der Menschenrechte für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, ausdrückt, wieder zurückzubesinnen.

Beenden Sie den Geschlechterkrieg! Machen Sie als Umweltministerin Umweltpolitik für alle Menschen und nicht nur für den weiblichen Teil der Menschheit!

Für eine Rückantwort wären wir dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

 

Bildquelle: Steffi Lemke MdB, Bündnis 90/Die Grünen, @StefanKaminski; https://www.steffi-lemke.de/presse/pressefotos/ (12.6.22)

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