Afghanistan – Bundesregierung und EU teilen Menschenrechte

von MANNdat

Die These, man könne mit Worten Realitäten schaffen, ist in der Realität kläglich gescheitert. Die von naiv bis lächerlich anmutende Ansicht, einen Krieg dadurch zu beenden, dass man ihn statt „Krieg“ einfach „Friedensmission“ nennt, ging am Flughafen in Kabul in den letzten Wochen in Rauch auf. Die Bundesregierungen der vergangenen Jahrzehnte sind mit Ihrer Afghanistan-Politik krachend gescheitert. Zum Schluss heißt es wieder „Frauen zuerst“. Mehr kann unsere Politik offenbar nicht.

Deutschland und sein Problem mit der Einhaltung der Menschenrechte

Menschenrechte gelten für alle Menschen. Sonst wären es keine Menschenrechte, sondern das Gegenteil, nämlich Privilegien einzelner.

Laut Artikel 3 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 (A/RES/217 A (III)) hat jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Jeder, also auch Männer.

Laut Artikel 3 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02) hat jeder Mensch das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Jeder Mensch, also auch Männer.

Und was macht die Bundesregierung nach ihrem Totalversagen in Afghanistan? Sie macht das, was sie in solchen Fällen immer tut. Sie teilt die Menschenrechte. Sie teilt die Menschenrechte in einen schützenswerten weiblichen und einen nicht schützenswerten männlichen Teil. Zu mehr ist Geschlechterpolitik bis heute offenbar nicht fähig.

Männer verheizen, Frauen retten

In einem Interview bei BILD Live machte die Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer nämlich klar, dass oberste Priorität die Rettung von Frauen aus dem Land sein müsse! Das obligatorische „und Kinder“, mit dem Politik und Gesellschaft Frauen in eine Art Zweckbündnis nimmt, um die geschlechterpolitische Doppelmoral zu kaschieren, hat sie sogar weggelassen. Und dies, obwohl klar sein dürfte, so das Neue Deutschland,dass Menschen, die in irgendeiner Form mit westlichen Institutionen und Organisationen oder Militärs zusammengearbeitet haben – und das waren mehrheitlich Männer – akut die am meisten gefährdeten sind. Zudem sind nicht nur Gewalttäter, sondern auch Gewaltopfer in der großen Mehrheit männlich.“

Doch während Alice Schwarzer noch fordert, aus Afghanistan flüchtenden Männern kein Asyl in Deutschland zu gewähren, und Katrin Elger im Spiegel bei den Flüchtlingen aus Afghanistan eine Frauenquote will, läuft schon längst alles politisch korrekt. Denn obwohl die Bundesregierung versprochen hatte, Ortskräften in Afghanistan unbürokratisch zu helfen, verweigert z. B. die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erwachsenen Söhnen von Ortskräften die Rettung. Laut Spiegel wird den schon erwachsenen männlichen Söhnen von Ortskräften im Gegensatz zu erwachsenen Töchtern ein gleichberechtigter Schutz aufgrund ihres Geschlechtes verweigert. „Die GIZ beruft sich dabei auf ein Regelwerk, das die Bundesregierung festgelegt hat. Es gilt auch für andere Institutionen, etwa die Bundeswehr, betroffen sind bislang jedoch augenscheinlich vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ. Ortskräfte wurden nach deren Aussagen massiv unter Druck gesetzt, nicht mit Medien über ihre Lage zu sprechen.“

Gleichberechtigung beruht auf dem Prinzip, dass alle Menschen gleichwertig sind. Die Bereitschaft, Männern und Frauen gleichen Schutz gewährleisten zu wollen, ist deshalb ein unmittelbares Maß für Gleichberechtigung. Laut WHO-Gewaltbericht aus 2003 kommen mehr als dreimal so häufig Männer durch Gewaltverbrechen zu Tode als Frauen. Trotzdem bekämpft die EU mit ihrer Istanbul-Konvention lediglich Gewalt gegen Frauen.

Einer der ersten dokumentierten Berichte der Handlungsmaxime „Frauen und Kinder zuerst“ stammt von einem Passagier des Schiffs Poland vom 25. Mai 1840, auf dem ein Feuer ausgebrochen war. Im Jahr 2021, also 161 Jahre später, nach über 40 Jahren Geschlechterpolitik und 20 Jahre Gender Mainstreaming, ein Vierteljahrhundert nach Srebrenica, dem Menschenrechtsversagen der UN aufgrund deren Deals, Frauen zu retten, indem man 8000 Jungen und Männer ihren Mördern auslieferte, wird Männlichkeit von Politik und Gesellschaft immer noch nach der Bereitschaft und Fähigkeit von Männern bemessen, sich zu opfern, um Frauen und Kinder zu schützen oder zu versorgen. Sie reden von neuen Männerrollenbildern, halten aber an einem archaischen Männerrollenbild fest.

Teilung von Menschrechten mittlerweile Standard

Es ist nicht das erste Mal. Auch bei ihrem Engagement gegen die Menschrechtsverbrechen von Boko Haram an Kindern hat sie die Menschenrechte geteilt in einen schützenswerten weiblichen Teil und in einen nicht schützenswerten männlichen Teil.

Auch bei ihrer „humanitären“ Hilfe für die Flüchtlingsopfer auf den griechischen Inseln wollte die Bundesregierung Jungen Hilfe verweigern, obwohl diese besonders stark betroffen waren. Und wer so ausgeprägt jungenfeindlich ist, ist natürlich auch ausgeprägt männerfeindlich. Wer schon Kinder aufgrund ihres Geschlechtes Hilfe verweigert, verweigert sie auch erwachsenen Männern.

Ergänzend sei hierzu noch gesagt, dass auch die Todesopfer bei den Soldaten nahezu vollständig männlichen Geschlechts waren. Nach offiziellen Zahlen der Bundeswehr kamen in den Missionen am Hindukusch 59 deutsche Soldaten um; in dieser Statistik sind allerdings auch Unfälle oder natürliche Todesfälle enthalten. Bei den 58, die namentlich aufgeführt sind, handelt es sich ausschließlich um Männer. Bis zum Ende des Auslandseinsatzes in Afghanistan ließen dort nach Angaben auf augengeradeaus.net seit 2003 insgesamt 35 deutsche Soldaten durch Feindeinwirkung ihr Leben, allesamt männlichen Geschlechts.

Dabei sind die psychischen Erkrankungen, die solche Einsätze hervorrufen können, noch gar nicht berücksichtigt. Laut Artikel der Neuen Zürcher Zeitung kommen auf jeden Gefallenen vier Suizide bei den US-Soldaten.

Verharmlosung männlicher Gewaltopfer durch öffentlich-rechtliche Medien

Frauen retten, Männer ihrem Schicksal überlassen. Das war von Anfang an der Plan. Srebrenica lässt grüßen. Dafür hat es auch Unterstützung durch die öffentlich-rechtlichen Medien gegeben, die uns wieder einmal für unsere Zwangsgebühren bodenlose Inkompetenz liefern. Ein Höhepunkt dieser Marginalisierung der Gefahr auch für die männliche Bevölkerung ist der Tagesschau-Beitrag vom 15.08.2021. In einem Interview mit der Tagesschau hat der Caritas-Büroleiter in Kabul, Stefan Recker, dabei die Gefahr für die männliche Bevölkerung verharmlost. Nach seiner Meinung würde sich für die Männer nichts ändern. Originalzitat Recker:

„Also ich glaub, für die Männer wird sich nicht unbedingt viel ändern, außer dass die halt ihre Bärte länger wachsen lassen müssen und fünfmal am Tag beten müssen“ (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=u5u-yZBijKY, ab 9:42; Abruf 20.9.2021)

Es scheint, als hätte man sich vor Ort kleine Inseln der Glückseligen erschaffen, die von der Realität der Menschen außerhalb dieser Insel sehr weit entfernt ist. Wie sonst können „Fachleute“ der Medien, wie Herr Recker, glauben, dass sich für männliche Helfer der Taliban-Gegner, für schwule Männer, für andersgläubige Männer nichts wesentlich ändern würde nach der Machtübernahme durch die Taliban?

Schon am 19. August ist bekannt, dass bereits ein Angehöriger eines Journalisten der Deutschen Welle von den Taliban erschossen wurde. Die öffentliche Entrüstung blieb aus. Es war halt „nur“ ein Mann.

Nachrichtensender ntv:

Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) liegen nach eigenen Angaben Berichte über „standrechtliche Hinrichtungen“ durch die Taliban in Afghanistan vor. Bei den mutmaßlichen Opfern handele es sich um frühere afghanische Regierungsmitarbeiter und Sicherheitskräfte, sagte die Vizedirektorin für HRW in Asien, Patricia Gossman, in einer Online-Schalte mit Journalisten. Das Ausmaß sei noch unklar. Viele dieser Vorfälle fänden den Erkenntnissen zufolge außerhalb der Hauptstadt Kabul in den afghanischen Provinzen statt.

Wer den Erfolg von Geschlechterpolitik nur an der Frauenquote misst, für den ist jeder Mann, der nicht gerettet wird, ein Gewinn. Wer diesen Pragmatismus als übertrieben zynisch verurteilt, sollte sich die Begeisterung der Frauenunion der CDU für männermordende Länder ansehen, wie wir sie in unserem Beitrag „Frauenunion (CDU) lobt männermordende Länder“ gezeigt haben.

Afghanistan als feministisches Labor

Vera Lengsfeld https://vera-lengsfeld.de/2021/08/17/eine-katastrophe-mit-ansage/

Es wurden viele Millionen ausgegeben, um den akademischen Feminismus am Hindukusch zu etablieren. An der Universität Kabul wurden Gender- und Womens-Studies angeboten, etwas, das beim Aufbau des Landes eher weniger gebraucht wurde. Es gab auch ein Programm, das afghanischen Männern und Jungen beibringen sollte geschlechtliche Stereotypen zu erkennen und zu bekämpfen. Eingeführt wurden auch „Affirmative Action – Programme, bei denen sich Gender-Beauftragte bemühten, Frauenquoten in Politik und Militär durchzusetzen. Das führte dazu, dass Politikerinnen, die Provinzen, die sie im Parlament vertraten, nie gesehen haben.

Am feministischen Wesen sollte die Welt genesen. Und nun, da das feministische Versuchslabor in Rauch aufgegangen ist, lässt man die Männer, denen man Geschlechterstereotype aberziehen wollte, wieder einmal kläglich im Stich, weil die feministischen Heilsbringer und -innen selbst wieder an ihren Geschlechterstereotypen kläglich gescheitert sind.

Das ist es, was den Feminismus so unglaublich unglaubwürdig macht. Feministen, egal welchen Geschlechts, sind nur solange für Gleichberechtigung und neue Männerrollenbilder, solange es Frauen nützt. Wenn es kritisch wird, wenn es darauf ankommt, bleibt es beim uralten „Frauen und Kinder zuerst“-Männerrollenbild. Männern bleibt wieder einmal nur die Rolle des Wegwerfgeschlechts.

Studie – Feministinnen opfern Männer leichtfertiger

Passend dazu eine interessante Gender-Studie der Universität von Exeter. In dieser Studie wurden in vier Szenarien die weiblichen Teilnehmer gebeten, einen Mann zu opfern, um mehrere andere zu retten (mit unbestimmtem Geschlecht). In vier weiteren Szenarien wurden sie gebeten, eine Frau zu opfern. Dadurch wollte man Informationen über den sozialen Wert gewinnen, der verschiedenen Gruppen gegeben wird, da man davon ausgeht, dass sozial geschätzte Personen seltener geopfert werden. Die Studie ergab, dass Frauen, die sich stark mit Feministinnen identifizieren, Männer leichtfertiger opferten. Frühere Studien hatten ähnliche Ergebnisse mit marginalisierten Gruppen – etwa ethnischen Minderheiten – gefunden. Das ist ein sehr entlarvender Hinweis auf einen – möglicherweise zwingenden – Zusammenhang zwischen Feminismus und Männerfeindlichkeit.

Bacha Bazi

Generationenübergreifende gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen zwischen tanzenden Jungen (den bachas) und älteren Männern (den bacha baz) ist in Afghanistan eine Tradition (bacha bazi) und hat sich mittlerweile zu einer Praxis entwickelt, bei der Jungen entführt, verschleppt und vergewaltigt werden.

Laut dem jüngsten Bericht des US-Außenministeriums über den Menschenhandel sind Jungen in Afghanistan am stärksten von Menschenhandel betroffen – insbesondere Jungen im Alter von 13 Jahren und darunter, die für die Teilnahme an bacha bazi und anderen Formen des sexuellen Missbrauchs herangezogen werden. Vor allem in der Provinz Kandahar betreiben Älteste der Gemeinde und die örtliche Polizei ohne Angst vor Repressalien ganz offen Menschenhandel mit Jungen und beuten sie als bacha bazi aus.

Deutschland hat sich in seinen Erklärungen und ihrer Politik zu den Menschenrechten in Afghanistan stets für den Schutz von Frauen und Mädchen eingesetzt. Das war gut. Aber wie immer hat sie nur halbe Arbeit geleistet, weil sie Gewalt gegen Jungen und Männer, hier den Missbrauch von Jungen und männlichen Jugendlichen durch bacha bazi und die besondere geschlechtsspezifische Gewalt, der Jungen ausgesetzt sind, ignoriert.

Auch EU teilt Menschenrechte

Deutschland ist mit der Teilung der Menschenrechte nicht allein.

Mit einer Resolution will das EU-Parlament ein spezielles Visa-Programm für Frauen aus Afghanistan einrichten. Männer lässt man erneut im Stich.

Wir erinnern nochmals an oben genannten Artikel 3 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02), wonach jeder Mensch das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit hat. Jeder Mensch, also auch Männer. Die Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02) ist nur so viel wert, wie sie die politisch Verantwortlichen umsetzen. Die Teilung von Menschenrechten ist kein Menschenrecht, sondern ein Menschenrechtsvergehen.

Fazit

Afghanistan demonstriert wieder einmal das genderpolitische Totalversagen der Bundesregierung und der EU. Wenn es darauf ankommt, teilt man die Menschenrechte und opfert Männer. Sie macht Menschwürde abhängig von Geschlecht antastbar. Mehr können Bundesregierung und EU nicht.

161 Jahre nach dem ersten dokumentierten Bericht der Handlungsmaxime „Frauen und Kinder zuerst“, nach über 40 Jahren Geschlechterpolitik und 20 Jahre Gender Mainstreaming, ein Vierteljahrhundert nach Srebrenica, dem Menschenrechtsversagen der UN aufgrund deren Deals, Frauen zu retten, indem man 8000 Jungen und Männer ihren Schächtern auslieferte, hat die Politik Männern immer noch nichts anderes zu bieten als das Rollenbild des Opfergeschlechts für Frauen. Das Beispiel Afghanistan zeigt wieder deutlich, dass das angebliche Interesse der Politik an neuen Rollenbildern für Männer nicht authentisch ist.

Und auch das bestätigt Afghanistan wieder einmal: Der Feminismus steht für eine Ideologie, die die Gewährung von Menschenrechten vom weiblichen Geschlecht abhängig macht. Das macht den Feminismus so inhuman.

Offenbar haben Frauenlobbyistinnen in ihrem Ehrgeiz, feministische Ziele zu erreichen, jegliche Hemmschwelle verloren, was die Versagung von Empathie gegenüber Menschen männlichen Geschlechtes angeht. Wir weisen dazu auch auf unsere Homepage zum Gender Empathy Gap hin.

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Lesermeinungen

  1. Von Bruno

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    • Von Mathematiker

    • Von Dr. Bruno Köhler

  2. Von Mathematiker

    Antworten

  3. Von Gunther Herzlich

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