Junge Frauen sollen mit Merkel überm Bett schlafen

von MANNdat

Bild: Angela Merkel, Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

„Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist.“ Heidi Kabel, deutsche Volksschauspielerin

Man sollte Merkel aufhängen, meint Journalistin Hannah Lühmann. Nicht in echt, aber als Bild, in fünffacher Vergrößerung, übers Bett, als Ikone. Doch alles der Reihe nach.

Rückblick

Alles begann mit einer Lüge. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion startete als damalige Oppositionspartei im Bundestag im Mai 2004 eine Kleine Anfrage mit dem Titel »Verbesserung der Zukunftsperspektiven für Jungen« (BTDrs. 15/3516). Nach Meinung der CDU zeigte die Antwort der damaligen rot-grünen Bundesregierung (BT-Drs. 15/3607), „dass die Bundesregierung kein Gesamtkonzept zur geschlechtsspezifischen Förderung der Jungen hat“. Deshalb versprach die CDU, „die Jungen mit gezielter Förderung aus dem Abseits zu holen“. Die CDU stünde „in den Startlöchern, um nach der Regierungsübernahme [ihre] Ideen endlich umsetzen zu können“. (Stellungnahme der CDU vom 28. Juli 2005 von Michaela Noll zur MANNdat-Analyse „Männerpolitik der Parteien – eine Analyse“)

Doch kaum war die CDU Regierungspartei, hat sich dieses Versprechen als Wahllüge entpuppt. 2007 legte das Bundeskanzleramt als Antwort auf die Anfrage „Männerbenachteiligungen begegnen“ auf der Internetseite „Direkt zur Kanzlerin“, also im Namen der Kanzlerin Angela Merkel daselbst, dar:

Tatsächlich ist Gleichberechtigung an den Schulen Realität, weshalb Mädchen aufgrund ihres Entwicklungsvorsprungs, größeren Fleißes und höherer Lernmotivation im Vorteil sind. Eine gezielte Jungenförderung ist allerdings keine Lösung. (Antwort auf »Männerbenachteiligung begegnen« (Abruf: 13.7.2007).

Jungen, so die Meinung der Kanzlerin, seien pauschal weniger fleißig, seien in der Entwicklung zurückgeblieben und weniger motiviert. Es war ein Fanal für das, was noch kommen sollte.

Merkel übers Bett hängen

Es gäbe genug Anlass für junge Frauen, sich das Bild der Staatsfrau in ikonenhafter Fünffachvergrößerung übers Bett zu hängen,

meint die Journalistin Hannah Lühmann nach gut 13 Jahren Merkel-Kanzlerschaft in der  „Welt“.

Dieser Personenkult ist aus Sicht der Feministinnen verständlich. Denn Merkel hat viel erreicht, was Feministinnen am Herzen liegt. Unter keiner Kanzlerschaft wurden die Grundrechte von Jungen, Vätern und Männern mehr eingeschränkt als unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel. Beispiele:

  • Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung (Einschränkung von Grundrechten nach Artikel 2 und 3 des GG für Jungen)
  • Frauenquotengesetz (Einschränkung von Grundrechten von Männern nach Artikel 3 des GG)
  • Verschärfung des Sexualstrafrechtes ohne die Betroffenheit der Opfer von Falschbeschuldigungen zu berücksichtigen (Einschränkung von Artikel 3 des Grundgesetzes)
  • „Ehe für alle“. Durch die fehlende Legalisierung von Leihmutterschaft bei gleichzeitiger Zulässigkeit von Samenspende sind schwule Paare bei der Nachwuchszeugung benachteiligt (Einschränkung von Artikel 3 des GG).

Grund genug also für Feministinnen, Merkel zu feiern.

Frauenquote in einer Geheimaktion durchgedrückt?

Wer glaubt, das Frauenquotengesetz, also ein Gesetz, bei dem ein Mann, egal ob hochbezahlter Topmanager oder alleinerziehender Arbeitsloser, allein aufgrund seines Geschlechtes gegenüber einer Frau, egal ob alleinerziehend, mehrfache Mutter oder kinderlose Karrierefrau, bei Einstellung und Beförderung benachteiligt werden muss (das Ganze hat man tatsächlich noch als „Gleichberechtigung“ verkauft!), sei allein auf dem Mist von Manuela Schwesig und ihrer SPD- Genossen gewachsen, macht sich was vor.

Der Spiegel legte schon 2013 dar:

Eine Gruppe um die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker versucht nach SPIEGEL-Informationen derzeit in vertraulichen Gesprächen, eine parlamentsübergreifende Mehrheit für ein Gesetz zu organisieren. In Kreisen der Fraktion heißt es, Winkelmeier-Becker habe bereits mehr als zehn Verbündete auf ihrer Liste, die bereit seien, zusammen mit SPD, Linkspartei und Grünen für eine Quote zu votieren – unter anderem auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Beispiel Jenna Behrends

Wie Frauenförderung in der CDU funktionieren kann, zeigt der Fall Jenna Behrends. Don Alphonso kommentierte in der Frankfurter Allgemeinen:

Die Frau ist eine Seiteneinsteigerin in der Union, bekam ohne die übliche Ochsentour einen guten Listenplatz und zog bei der Wahl mit der CDU in die Bezirksversammlung Berlin Mitte ein – und wirft ihr jetzt vor, ein Hort des Sexismus zu sein. Sie beklagt, dass man sie nicht zur Chefin der dortigen Frauenunion gewählt habe, und dass ein Bundestagsabgeordneter Streit mit ihr hatte. Da können die erwähnten CDU-Mitglieder übereinstimmend dementieren, was sie wollen, und ihrerseits über massive Probleme mit der karrierebewussten Frau berichten; Es ist wie bei Tim Hunt. Geglaubt, abgeschrieben, in den Vordergrund gerückt wird die Frau, der es bei ihrem Weg in ein Mandat nicht flauschig und glatt genug zugegangen ist. Die nicht mehr zu berichten weiss als eine etwas schräge Begrüssung und etwas, das an sich vollkommen normal ist: Dass Vorgesetzte, zumal, wenn es um öffentliche Mandate geht, genau hinschauen, ob die Nominierung und Förderung auf Basis fachlicher Kriterien stattfindet.

(…) Die wird von Journalistinnen privat gestützt und öffentlich hofiert, auch wenn die politische Intrige fragwürdig ist.

Versagen in der Jungen- und Männerpolitik

Die 2009 von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung proklamierte Jungen- und Männerpolitik war Blendwerk. Herausgekommen sind ein jungen- und männerpolitisches Referat im Frauenministerium, also genau dem Ministerium, das für Männer gar nicht zuständig ist und das geschlechterspezifische Lesekompetenzdefizite von Jungen leugnet, sowie ein staatlich mit Steuergeldern in sechsstelliger Höhe über das Frauenministerium subventioniertes feministisches Bundesforum Männer, das eine gleichberechtigte Berücksichtigung von „Männermeinung“ vortäuschen soll, tatsächlich aber jungen- und männerfeindliche Klischees verbreitet, und dessen Arbeit und Forderungen vollständig identisch mit denen der Frauenpolitik sind, wie z. B. das Vorantreiben der Frauenquote oder die Marginalisierung der Bildungsprobleme von Jungen.

Das ist so absurd, als hätte man die Stasi zu einer Datenschutzorganisation ernannt. 

Partei der älteren Frauen

Die CDU ist zweifellos die Partei der Frauen, vor allem der älteren Frauen. Bei der Bundestagswahl 2009 erzielte die CDU das schlechteste Ergebnis mit 19,1 % bei den männlichen Jungwählern, das beste dagegen bei den Frauen ab 60 Jahren (36,9 %). 10,1 % weniger Männer als Frauen ab 60 wählten dabei die CDU (Karina Schorn, Brigitte Gisart: „Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2009 nach Geschlecht und Alter“ in „Statistisches Bundesamt • Wirtschaft und Statistik 3/2010“). Dies setzte sich fort. 2013 wählten schon insgesamt 12,5 % weniger Männer als Frauen die CDU. Ebenso wählten mehrheitlich Bürger ab und über 60 Jahren die CDU. Die wenigsten Wähler erhielt die CDU 2013 von der Wählergruppe der 18- bis 29-jährigen männlichen Wähler.

Das Ganze setzte sich 2017 fort.

Was für die CDU zutrifft, gilt auch für ihre kleine Schwester, die CSU. Bei der Bundestagswahl 2009 verzeichnete die CSU bei jungen männlichen Wählern unter 25 das schlechteste Ergebnis. Sie schnitt dagegen bei den älteren weiblichen Wählern am besten ab (Karina Schorn, Brigitte Gisart: „Wahlverhalten bei der Bundestagswahl 2009 nach Geschlecht und Alter“ in „Statistisches Bundesamt • Wirtschaft und Statistik 3/2010“).

2014 bekräftigte die CDU eine von ihr geplante Parteireform: Die CDU soll bunter, weiblicher und jünger werden.

Wer der Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Bundestagswahl 2017 Glauben schenkt, kann Folgendes erfahren:

Die Union dürfte sich genau anschauen, was in der ‚bürgerlichen Mitte‘ passiert ist. Hier haben CDU und CSU nicht nur den höchsten Einzelverlust aller Parteien in einem Einzelmilieu erlitten.  (…) Hier deutet sich möglicherweise an, was die SPD schon erlebt: das Ende einer Volkspartei.

Bild: Angela Merkel, Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Lesermeinungen

  1. Von Peter Geiger

    Antworten

    • Von ThLeh

  2. Von Peter Geiger

    Antworten

  3. Von Peter Geiger

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  4. Von Dr. Bruno Köhler

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  5. Von Michael Kanellos

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    • Von Dr. Bruno Köhler

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