Ministerielle Studie belegt: Jungen werden benachteiligt

von MANNdat

Jungen erhalten in allen Fächern bei gleichen Leistungen schlechtere Noten als Mädchen. Jungen wird von den Lehrkräften außerdem bei gleichen Noten seltener eine Gymnasialempfehlung gegeben als Mädchen. Dies zeigte die Studie „Bildungs(Miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen/männlichen Jugendlichen“ des Bundesbildungsministeriums.

Wie früher schon bei der Lesekompetenz konnte auch bei der Rechtschreibkompetenz festgestellt werden, dass die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede abnähmen, wenn man die jungenspezifischen Interessen bei der Auswahl der Texte besser berücksichtigen würde. Und diejenigen Jungen, die sich selbst zu Hause den Umgang mit dem Computer beibringen, haben eine bessere Computerkompetenz als diejenigen, die ihn in der Schule lernen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass auf jungentypische Interessen und Lernstrategien in der Schule zu wenig Rücksicht genommen wird.

Die Studie konnte auch erhebliche Vorurteile gegenüber Jungen feststellen. Lehrer/innen und Eltern schätzen Jungen schlechter und vor allem unmotivierter ein als Mädchen, auch wenn beide über das gleiche Kompetenzniveau verfügen. Außerdem wurde festgestellt, dass über Migrantenjungen, den größten Bildungsverlierern, zu wenig Studien vorliegen. Als MANNdat e.V. diesen Datenmangel schon im Jahr 2004 in einer Petition bemängelte, wurde er vom Bundesjugendministerium und dem Petitionsausschuss kurzerhand abgestritten.

Aus diesem Grunde verwundert es nicht, dass die brisanten Ergebnisse des Berichts von ministerieller Seite kaum erwähnt werden. Ein Aufschrei der Chancengleichheitspolitik blieb ebenfalls aus. Das lässt befürchten, dass die Ergebnisse dieser Studie zu keinen wesentlichen Konsequenzen in der Bildungspolitik führen. Schon die PISA-Studie des Jahres 2000 hat Jungenbildungsförderung als große bildungspolitische Herausforderung dargestellt. Eine Herausforderung, der sich die Politik nach sieben Jahren noch nicht ernsthaft stellt.

Die vollständige Stellungnahme von MANNdat zu dieser Jungenbildungs- Studie lesen Sie hier.

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