Männeranteile in Kita und Schule

von MANNdat

Bild: adobe.stock, von Christian Schwier
Auch die Integration von Männern in den Lehrerberuf ist der Politik misslungen

Gleichberechtigung an Geschlechterquoten zu messen ist zweifellos fragwürdig, da man Gleichmacherei nicht mit Gleichberechtigung verwechseln darf. Wenn die Politik sich aber entschieden hat, Gleichberechtigung an Geschlechterquoten zu messen, darf sie diesen Maßstab nicht nur dort anlegen, wo Frauen und Mädchen schlechtere Quoten haben, sondern auch dort, wo Jungen und Männer schlechtere Quoten haben. Das tut die aktuelle Geschlechterpolitik derzeit nicht. Im Gegenteil, die zweijährlichen Gleichstellungsberichte der Bundesregierung sind von rein frauenpolitischen Interessen geprägt und geben deshalb lediglich die für die Frauenförderpolitik interessanten Daten wieder.

MANNdat will dieser politisch motivierten Ausgrenzung von Männern aus geschlechterpolitischen Berichten im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas entgegenwirken. Im vorliegenden Fall bezüglich des Männeranteils in Kitas und Schulen.

Männliche Erzieher in Kindertageseinrichtungen

Der Anteil von Männern beim pädagogischen Kita-Personal nimmt seit einigen Jahren in fast allen Bundesländern bis auf Bremen stetig zu.

Dabei ist zu relativieren, dass sich das Ganze auf einem extrem niedrigen Niveau abspielt. Der Männeranteil in Kitas bewegt sich nach wie vor auf einem Niveau, das im umgekehrten Falle zu einem Aufschrei in Politik und Medien führen würde.

Ungleichbehandlung von Männern in Kitas

Wie Genderama hinweist, berichtet der SPIEGEL in seiner Ausgabe 50/2018 (Seite 12) über eine neue Studie des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung, wonach Männer größere Probleme haben, in Kitas eine feste Anstellung zu bekommen. Obwohl 62 Prozent aller befragten Eltern die Politik auffordern, für mehr männliche Erzieher in Kitas zu sorgen, hatten nur 77 Prozent der befragten männlichen Fachkräfte einen unbefristeten Vertrag – bei den Frauen waren es 91 Prozent. „Hier gibt es eine systematische Ungleichbehandlung von Männern“, wird Carsten Wippermann zitiert, der Leiter der Studie: „Obwohl der Wunsch nach mehr männlichen Erziehern da ist, lässt sich ein unterschwelliges Misstrauen gegenüber Männern in diesem von Frauen dominierten Beruf identifizieren.“ Das läge auch an der Angst vieler Eltern vor einem Missbrauch durch männliche Erzieher. „Dass auch Frauen Kinder misshandeln könnten, wird dagegen oft ausgeblendet“.

Vorrangig misslungene Integration von Männern in den Lehrerberuf Schulen

In Schulen ist die Entwicklung deutlich schlechter. Den Verantwortlichen aus Politik und Schulen gelingt es nicht, mehr Männer in den Lehrerberuf zu integrieren. Im Gegenteil, der Anteil ist in fast allen Bundesländern von 2009 bis 2016 deutlich gefallen. Lediglich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und in Sachen hat sich der Männeranteil an Schulen in diesem Zeitraum vergrößert.

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Lehrer an allgemeinbildenden Schulen nach Geschlecht (%)

 
 

2015/2016

2008/2009

 
 

weiblich

männlich

weiblich

männlich

Veränderung

Baden-Württemberg

71

29

67

33

-12,1

Bayern

70

30

65

35

-14,3

Berlin

74

26

74

26

0,0

Brandenburg

79

21

82

18

16,7

Bremen

70

30

66

34

-11,8

Hamburg

71

29

67

33

-12,1

Hessen

71

29

68

32

-9,4

Mecklenburg-Vorpommern

81

19

83

17

11,8

Niedersachsen

71

29

68

32

-9,4

Nordrhein-Westfalen

72

28

68

32

-12,5

Rheinland-Pfalz

71

29

68

32

-9,4

Saarland

71

29

63

37

-21,6

Sachsen

80

20

81

19

5,3

Sachsen-Anhalt

82

18

82

18

0,0

Schleswig-Holstein

72

28

69

31

-9,7

Thüringen

81

19

81

19

0,0

Deutschland

72

28

70

30

-6,7

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Lesermeinungen

  1. Von Bernd Jenne

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  2. Von Mario

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  3. Von Mitdenker

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    • Von Mark König

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