Weltfrauentag

von MANNdat

Weltfrauentag
Internationaler Männertag

Nein, das ist kein Aprilscherz: Ginge es nach den Medien, wäre der Weltfrauentag heute und der Internationale Männertag am 8. März. Verkehrte Welt, doch anders kann man sich den Umstand nicht erklären, dass MANNdat stets kurz vor Frühlingsbeginn angefragt wird, zum Internationalen Männertag aber noch nicht einmal eine Gegenrede erscheint, geschweige denn ein aufrichtiges Interesse an seinen Themen signalisiert wird.

Liebe Medien,

heute wäre eure Chance gewesen. Heute hättet ihr über unsere zentralen Themen berichten können. Aber wie immer am 19. November, dem Internationalen Männertag, herrscht Schweigen bei euch. Seit Bestehen unseres Vereins habt ihr uns nicht ein einziges Mal zu diesem Anlass kontaktiert, zum Weltfrauentag dagegen mehrmals. Das ist leider fast vier Monate zu spät.

Vorgebliches Porträtieren endet im Diffamieren

Selbstverständlich nehmt ihr hin und wieder Kontakt mit uns auf, meist möchtet ihr einen von uns „portraitieren“ (so nennt ihr das zumindest, das Ergebnis ist im Regelfall eine öffentliche Bloßstellung oder Diffamierung). Doch der Ansatz als solcher ist schon falsch: Wir wollen gar nicht als Personen im Mittelpunkt stehen. Uns geht es ausschließlich um die Beseitigung der Probleme, die wir benennen: Die Schwächen der Gesundheitsvorsorge, die Bildungsnachteile für Jungen und junge Männer, die eklatante Schieflage zulasten der Väter im Familienrecht, die Obdachlosigkeit, von der vor allem Männer betroffen sind, und nicht zuletzt die psychische und physische Gewalt durch Frauen in Partnerschaften. Darüber solltet ihr berichten! Wer solche Probleme verschweigt, ist zumindest passiv daran beteiligt, dass die Gesellschaft destabilisiert wird und soziale Unruhen zunehmen werden. Wen interessieren denn angesichts solcher Folgen die persönlichen Verhältnisse der Menschen, die darauf hinweisen? Das ist vollkommen unwichtig! Veröffentlichungen zu unseren Themen, die uns nicht gleichzeitig durch den Kakao ziehen oder diffamieren, sind dagegen kärglich gesät. Es gibt sie, aber entweder verschämt hinter Bezahlschranken oder auf Sendeplätzen nahe Mitternacht.

Ihr verwechselt uns mit Frauenverbänden

Und dann habt ihr offenbar noch ein weiteres Problem: Euch fällt es meist sehr spät ein, dass wir ja auch noch existieren! So kommt es dann, dass ihr uns nur sehr kurzfristig zu Diskussionen einladen könnt, über deren Termin alle anderen Teilnehmer schon wochenlang Bescheid wissen. Unter diesen Umständen ist unsere Beteiligung kaum möglich: Denn entweder sind wir tatsächlich die „alten, weißen Männer“, ausgestattet mit der Unverfrorenheit, die Früchte unserer horrenden Rentenbeiträge aus 40 Jahren Vollzeit-Arbeit zu genießen. Mit denen zu reden könnt ihr euch heute wahrscheinlich gar nicht mehr leisten, ohne den Job zu riskieren. Oder wir sind doch nicht ganz so alt (aber immer noch cis), dann müssen wir „sie“ noch erwirtschaften: Genau, die Rentenbeiträge für unsere Altersvorsorge, die Steuergelder (aus denen die Frauenförderung finanziert wird), die Kohle für die Düsseldorfer Tabelle, das Sponsoring der Versicherungstarife für Frauen, die Tampon-Subventionen und und und … Die Arbeit für MANNdat oder wie auch immer der Verein heißen mag, ist dagegen rein ehrenamtlich. Ihr verwechselt uns offensichtlich mit Frauenverbänden: Wir können keine Posten finanzieren, auf denen man nur den lieben langen Tag warten muss, bis Fernsehen oder Presse anrufen, um ihnen die ewig gleiche Message ins Mikrofon zu heulen. Und wenn es dann doch mal ein Verein schafft, einen Beschluss für Bundesmittel zu erwirken (wie zuletzt das Forum Soziale Inklusion), haut ihr ihn gnadenlos in die Pfanne. Ihr seid wirklich komische Heilige!

Aber eins muss man euch lassen: Eure Anfragen zum Weltfrauentag sind nicht selten Anlass zur Erheiterung. Bisweilen erreichen sie Stilblüten-Niveau; und was nie darin fehlt, ist jede Menge Honig für uns. Ihr kennt uns offensichtlich und schätzt uns auch. Das finden wir prima! Jetzt müsst ihr uns nur noch pünktlich anrufen.

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Lesermeinungen

  1. Von Alexander Majer-Wendelstein

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  2. Von Ma'Al

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  3. Von Matze

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