Die (Nicht-)Rückantwort der ARD zum neuen Framing-Manual

von MANNdat

Auf unseren Brief an die ARD zu ihrem Framing-Manual haben wir keine Rückantwort erhalten. Das halten wir als Beitragszahler für sehr kundenfeindlich. Da die ARD in ihrem Framing-Manual aber schreibt, dass sie (die ARD) wir seien, sind folglich auch wir sie (die ARD). Aus diesem Grund haben wir im Namen der ARD eine Antwort an uns verfasst. Siehe nachfolgend. Wir haben darauf geachtet, dass die Einstellung der zwangsgebührenfinanzierten ARD zu unseren Anliegen dabei so Ausdruck verliehen wird, wie sie bei uns ankommt.

Liebes MANNdat-Team,

vielen Dank für Ihre Kritik an unserem Framing-Manual.

Natürlich haben Sie völlig richtig erkannt, dass unser Framing-Manual nichts, aber rein gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Framing ist eine Manipulationstechnik, mit der wir unsere Zuschauer beeinflussen. Das Wort „Framing“ kommt vom englischen Wort „Frame“, also Rahmen. Wir fokussieren wie durch einen Bilderrahmen auf die Themen, die uns wichtig sind, den Rest lassen wir ausgeblendet. Sie können sich das vorstellen wie ein großes Bild, in dessen eine Ecke z. B. eine Gruppe Menschen abgebildet ist, die miteinander Spaß haben und vergnügt sind, während in einer anderen Ecke eine Gruppe Menschen dargestellt ist, die sich gegenseitig massakriert. Wenn wir jetzt „Friede, Freude, Eierkuchen“ vermitteln wollen, legen wir den Rahmen um die friedliche Gruppe und lassen die andere Ecke außer Acht; wenn wir Gewalt vermitteln wollen, machen wir es umgekehrt: Dann legen wir den Rahmen um das Massaker. So, wie es uns halt gerade passt. Und da wir aus einer Vielzahl von Informationen aussuchen können, können wir so den Menschen im Land ein beliebiges Weltbild vermitteln.

Nehmen wir das Mexiko-Beispiel aus Ihrem Brief. Wir wissen natürlich, dass die Gewaltopferrate in Mexiko bei Männern weitaus höher ist als die von Frauen. Es ist ja nicht so, dass wir nicht wissen, was wir nicht sagen. Vielmehr sagen wir es nicht, weil wir es wissen. Indem wir die männlichen Gewaltopfer totschweigen und nur auf die weiblichen Opfer fokussieren, können wir das prima als Frauendiskriminierung und Männerprivilegierung vermitteln. Die Zuschauer wollen beim Fernsehen nicht denken und schon gar nicht ihr bisheriges Weltbild überdenken müssen, sondern entspannen – Opium für das Volk. Und wir liefern es ihnen. Die Leute wollen Ihr Weltbild bestätigt sehen, das klar in Gut und Böse aufgeteilt ist. Und in diesem Weltbild sind nun mal eben Männer die Bösen, also Täter, und Frauen die Opfer.

Das ist auch der gleiche Grund, weshalb wir bei „MeToo“ immer nur Anschuldigungen von Frauen gegenüber bekannten Männern bekannt machen, aber nie, wenn sich diese Anschuldigungen als falsch erwiesen haben oder gar, wenn ein Mann eine solche Anschuldigung gegenüber einer bekannten Frau macht. Frau gut – Mann schlecht. So ist es und so muss es bleiben. Der Mensch braucht klare und unmissverständliche Feindbilder.

Oder was interessiert uns die Bildungsmisere von Jungen? Ist nicht jeder Junge, der im Bildungssystem scheitert und arbeitslos auf der Straße landet, ein Gewinn für die Frauenquote?

Wir leben durchaus unser „Gleichwertigkeitsprinzip“, nach dem jeder Mensch gleich viel wert und gleich wichtig ist. Das gilt aber natürlich nicht für Jungen, Väter oder Männer. „Men are Trash“, Sie verstehen.

Warum das so ist, erkennen Sie, wenn Sie sich die Zusammensetzung der Rundfunkräte der jeweiligen ARD-Sender anschauen. Sehen Sie hier. Haben Sie schon einmal ein solche geballte Masse an Lobbyisten auf einem Haufen gesehen? So müssen Sie die von uns gemeinte „Unabhängigkeit“ verstehen. Diese Lobbyisten können bei der ARD machen, was sie wollen. Geld, um ihre politischen Botschaften in unserem Programm subtil zu verbreiten, haben sie durch die Zwangsgebühren ja im Überfluss.

Und unter diesen Lobbys sind natürlich auch unzählige frauenpolitische Lobbys, aber keine einzige männerpolitische Lobby, und deshalb werden weibliche Gewaltopfer und Benachteiligungen von Mädchen, Frauen und Müttern tagtäglich thematisiert, und männliche Gewaltopfer und Benachteiligungen von Jungen, Männern und Vätern verschwiegen oder aktiv marginalisiert und ins Lächerliche gezogen. 

Ja, wir werden durch Zwangsgebühren finanziert. Das ist nicht schön und nicht sehr demokratisch. Aber an diesen Zwangsgebühren, die unter anderen auch Sie zahlen müssen, sind im Grunde Sie selbst schuld. Sie vermitteln auf Ihrer Homepage eine Wirklichkeit, die wir ja ganz mühsam, mit viel Aufwand vertuschen wollen. Dem gesamten Land durchgehend immer nur eine Seite der Medaille zu zeigen und sie dazu zu bringen, nicht mehr selber zu denken und diese Medaille niemals umzudrehen, ist sehr aufwändig und kostet viel Geld. Abraham Lincoln sagte zwar einmal: „Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen.“ Aber das war nur ein alter, weißer Mann und damals gab es die ARD und ihr modernes Framing-Manual noch nicht.

Sie bekommen für Ihr Geld durchaus qualitativ hochwertige Arbeit. Unsere Juliana Leopold hat z. B. in einem Tweet den seinerzeit wegen Vergewaltigung beschuldigten Jörg Kachelmann mit dem verurteilten brutalen Kindermörder Magnus Gäfgen verglichen. Zitat: „Äußerlich erinnert mich der Prozess- Kachelmann an Markus Gaefgen”. Eine sehr subtile Anspielung. 

Dass sie als Journalistin nicht einmal fähig war, den Namen des Kindermörders richtig zu schreiben und dass sich Herr Kachelmann später nicht als brutaler Vergewaltiger, sondern als Opfer einer Falschbeschuldigung herausstellte, sind dabei nur marginale Nebensächlichkeiten, an denen sich nur frauenfeindliche Querulanten stören, die nicht den erforderlichen journalistischen Weitblick besitzen. Und es war schon recht eigennützig von Herrn Kachelmann, sich nicht bereitwillig als Frauenschänder medial inszenieren zu lassen. Dafür kann Frau Leopold ja nichts. Wie sagte NDR-Intendant Lutz Marmor, als Frau Leopold 2018 wegen ihrer guten Leistungen zur tagesschau.de-Leiterin befördert wurde: „Leopold bringt beste Voraussetzungen mit: große Nachrichtenkompetenz, umfassende Online-Kenntnisse, Freude an der Teamarbeit. Mit ihr wird ARD-aktuell das Profil von tagesschau.de weiter schärfen“.

Sie sehen, wir können Ihre Kritik einerseits nachvollziehen, andererseits nicht. Aber das ist auch egal, denn bezahlen müssen Sie uns ja ohnehin. Sie haben keine andere Wahl. Deshalb ist unsere Aussage im Framing-Manual durchaus zutreffend, dass wir als ARD das verkörpern, was „Deutschland macht und ausmacht“.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen weiterhin viel Spaß mit unserem Programm.

Bild: Adobestock 14974530 user: butch, montage manndat

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Lesermeinungen

  1. Von Markus

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  2. Von _Flin_

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    • Von Dr. Bruno Köhler

    • Von Daniel

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