Ist die ARD unmoralisch und demokratiefern?

von MANNdat

Bild: AdobeStock 64955795, user WavebreakmediaMicro

Das „Framing-Manual“

„Framing“ ist die Bezeichnung einer Manipulationstechnik. Wir haben dies umfassend am Beispiel der tendenziösen Berichterstattung zur Gender-Pricing-Studie durch Antidiskriminierungsstelle und ARD dargelegt.

Im Februar hat nun ein Skandal die Bundesrepublik erschüttert – bzw. hätte erschüttern können, wenn nicht die, die die Medienmacht und damit die Macht über die veröffentlichte Meinung in Deutschland haben, diesen Skandal verursacht hätten. Das „Framing-Manual“ der ARD, also eine Anleitung für einen öffentlich-rechtlichen Sender zur Manipulation, fand den Weg in die Öffentlichkeit.

Wir haben das Manual gelesen und der ARD dazu einen Brief geschrieben.

Brief zum „Framing-Manual“ an die ARD vom 24.5.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein gemeinnütziger Verein, in dem sich die Mitglieder ehrenamtlich geschlechterpolitisch engagieren und auch aktiv z. B. im Bereich der Jungenleseförderung tätig sind. Und vor allem, was für Sie natürlich wichtig ist: Unsere Mitglieder zahlen ihre Rundfunkgebühren. Aber das ist vielleicht falsch ausgedrückt, denn nach Ihrem Framing-Manual „‚nimmt‘ die ARD kein Geld ‚ein‘, sondern verwaltet schlichtweg das Rundfunkkapital der Bürger“. Darin besteht laut Ihrem Framing-Manual ja unsere demokratische Teilhabe an der ARD. Wir zahlen, Sie bestimmen.

Jedenfalls sind wir als regelmäßige Zwangsgebührenzahler im Gegensatz zu den Gebührenverweigerern im Jargon Ihres Framing-Manuals weder „demokratiefern“ noch „wortbrüchig“ oder „illoyal“, noch „täuschen und betrügen“ wir, wir „bereichern“ uns nicht und stehen nicht für einen „lapidaren Umgang mit den Gesetzen“. Wir gehören also zu den „Guten“.

Weiterhin leben wir aktiv das „Gleichwertigkeitsprinzip“, von dem Sie in Ihrem Framing-Manual schreiben und das Ihnen angeblich so wichtig ist, also das Prinzip, „nach dem jeder Bürger gleich viel wert und gleich wichtig ist“ (S. 31), „ohne Ansehen ihrer Privilegien in Form von Geld oder sozialem und politischem Einfluss ihrer demographischen Gruppe oder Region“ (S. 32).

Also könnten wir im Grunde zufrieden und glücklich sein, weil wir in der ARD, wie Sie es im Framing-Manual ausdrücken, das haben, was „Deutschland macht und ausmacht“.

Und doch, und das müssen wir zugeben, nagt tief in unserem Innern auch die böse Stimme der Kritik. Und da Sie in Ihrem Framing-Manual keine ARD-Kritiker kennen, sondern nur „ARD-Gegner“, macht uns dies nach Ihrem Verständnis von Diskurskultur zu Gegnern. Das stimmt uns sehr traurig. Trotzdem möchten wir zwei Punkte unserer Kritik hier hervorheben.

  1. „Unabhängige“ ARD

In Ihrem Framing-Manual legen Sie auf Seite 36 dar:

„Bei der ARD hat der Bürger seine eigenen, unabhängigen Beobachter, die geschützt vor dem Zugriff durch die Wirtschaft oder durch einzelne politische Akteure oder Gruppen für ihn arbeiten.“

Und weiter auf Seite 38 legen Sie dar:

„Wir sichern demokratische Transparenz, Kontrolle und Freiheit jenseits des Informationschaos des Internet und mancher Kommerzmedien, indem wir Politik und Wirtschaft als unabhängige Beobachter auf die Finger schauen.“

Das klingt auf den ersten Blick beruhigend. Es scheint so, wie Sie im Framing-Manual auf Seite 38 schreiben: „Es ist gut zu wissen, dass für die Liebsten gesorgt ist.“

Wenn man sich jedoch die Zusammensetzung der Rundfunkräte der einzelnen ARD-Sender ansieht, sieht man dort jedoch ein Sammelsurium verschiedener Lobbyisten, neben denen für die christlichen, jüdischen und muslimischen Konfessionen vor allem aus der Parteipolitik und der Wirtschaft. Wir halten es bei allem Respekt für unwahrscheinlich, ja sogar gerade naiv, anzunehmen, dass Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft in den Rundfunkräten der Politik und Wirtschaft unabhängig auf die Finger schauen. Vielmehr erweckt diese Ansammlung von Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft mehr den Eindruck, dass nicht die ARD die Politik und Wirtschaft kontrolliert, wie Sie uns versichern, sondern umgekehrt Politik und Wirtschaft die ARD kontrollieren.

  1. Unglaubwürdiges „Gleichwertigkeitsprinzip“

Wie oben schon dargelegt, verweisen Sie in Ihrem Framing-Manual auf das „Gleichwertigkeitsprinzip“, „nach dem jeder Bürger gleich viel wert und gleich wichtig ist“, „ohne Ansehen ihrer Privilegien in Form von Geld oder sozialem und politischem Einfluss ihrer demographischen Gruppe oder Region“. Dies können wir in der ARD-Praxis insbesondere bezüglich einer gleichen Wertigkeit, sprich gleicher Empathie, gegenüber Jungen, Vätern und Männern nicht erkennen. Drei Beispiele mögen dies erläutern:

  1. Femizid in Mexiko: Ermordet, weil sie Frauen sind“, heißt der reißerische Bericht der ARD-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann, der auf die hohe Frauenmordrate in Mexiko hinweist und einen einseitigen Femizid suggeriert, der so aber in Wirklichkeit gar nicht existiert. Diesen haben wir deshalb mit Mail vom 15. Juni an die ARD kritisiert. Laut Statistik „Drogenkrieg senkt Lebenserwartung mexikanischer Männer“ haben Männer nämlich in Mexiko ein zehnfach höheres Risiko, ermordet zu werden. Diese Fakten wurden im Bericht von Frau Mellmann einfach unterschlagen. Männliche Gewaltopfer wurden nicht gleichwertig betrachtet. Eine objektive Berichterstattung ist nicht gegeben. Hier wird zu frauenpolitischen Zwecken mit Halbwahrheiten durch das Verschweigen männlicher Gewaltopfer ein einseitiger geschlechterpolitischer Nachteil von Frauen konstruiert, der in Wirklichkeit so gar nicht existiert.

Uns wurde weiterhin zugetragen, dass Kommentare, die auf die ebenfalls extrem hohe männliche Mordopferzahl hinwiesen, aus den Kommentarfeldern einfach gelöscht worden seien. Wir fragten nach, ob dies stimmt. Nachdem keine Rückantwort kam, haben wir nochmals nachgehakt. Man hat uns dann auf eine Antwort drei Monate später vertröstet, die dann aber nie gekommen ist.

  1. In Ihrer tendenziösen Berichterstattung zur Gender-Pricing-Studie im Dezember 2017 durch Antidiskriminierungsstelle und ARD (Tagesschau) stellen Sie die Ergebnisse so dar, als würde die Preisdiskriminierung im Dienstleitungsbereich vorrangig Frauen betreffen, was die Ergebnisse komplett auf den Kopf stellt. Die Studie zeigt nämlich, dass der größte Gender Pricing Gap im Dienstleistungsgewerbe zuungunsten von Männern festgestellt wurde. Auch „MDR aktuell“ führte die Bürger in die Irre mit seinem Beitrag „Presseschau: Frauen zahlen bei Dienstleistungen oft mehr“.

Obwohl wir Sie auf diese einseitig tendenziöse Darstellung hingewiesen haben, wurde diese nicht korrigiert oder ergänzt. Stattdessen meldete sich nach zweieinhalb Monaten (!!) ein „Publikumsservice ARD-aktuell“. In einer sehr herablassenden Art (wo bleibt Ihr „Wir sind ihr“?) wurde uns dabei eine Rechtfertigung für die einseitige Darstellung der Gender-Pricing-Studienergebnisse in der Tagesschau gegeben, die vorrangig darauf beruht, frauenpolitisch unbequeme Fakten u. a. mit einem sehr fragwürdigen Männerbild kleinzureden.

  1. Während es immer mehr Männer gibt, die sich als Opfer sexuellen Missbrauchs outen und somit diese Gewaltverbrechen an die Öffentlichkeit bringen, zieht die ARD zusammen mit dem ZDF männliche Opfer mit dem FUNK-Spottvideo ins Lächerliche. FUNK, ein Medienangebot von ARD und ZDF für 14- bis 29-Jährige, suggeriert seiner Klientel, Männerhass sei legitim und Kritik an einer einseitigen Geschlechterpolitik ausschließlich zu Gunsten von Frauen sei ungerechtfertigt.

Kritik an diesem Kolportieren von Männerhass, finanziert mit Zwangsgebühren, wird von den Verantwortlichen von ARD und ZDF ignoriert.

Diese wenigen Beispiele aus der Praxis der Missachtung Ihres eigenen Gleichwertigkeitsprinzips sollen an dieser Stelle reichen.

Sie können diese gelebte Nichtgleichwertigkeit männlicher Mitbürger in der Filterbubble der ARD aber auch im Framing-Manual selbst finden. Wenn Sie das Manual entsprechend den Grundsätzen von Gender Mainstreaming aufmerksam analysiert haben, zu was sie ja verpflichtet sind, haben Sie festgestellt, dass im Framing-Manual viermal explizit auf Großmütter oder Omas verwiesen wird, um die Kontinuität und Verbundenheit zu vergangenen Generationen zu demonstrieren. Großväter und Opas liegen in Ihrem Framing-Manual außerhalb des Frames. Sie sind nicht inkludiert, sondern exkludiert. Sie behandeln sie also nicht gleichwertig. 

Aus diesem Grunde teilen wir nicht Ihre Euphorie aus Ihrem Framing-Manual, „dass jeden Abend um 20 Uhr an der Tagesschau die Filterbubble zerplatzt.“ Vielmehr zerschellt jeden Abend um 20 Uhr an der Tagesschau aufs Neue unsere Hoffnung, der Stahlbetonmantel der männliche Gewaltopfer ignorierenden Filterbubble, in der die ARD-Macher sitzen, könnte Risse bekommen haben. Eine Filterbubble, in der die ARD-Macher den Klischees erliegen, in denen Mann und Frau jeweils Täter und Opfer ist, Gewalttätiger und Friedfertige, Böser und Gute, Ausgrenzbarer und Thematisierbare, niederer und höherer Mensch, Verzichtbarer und Förderungswürdige – kurzum eine Filterbubble, in der das Gleichwertigkeitsprinzip, auf das Sie in Ihrem Framing-Manual so hohen Wert legen und „nach dem jeder Bürger gleich viel wert und gleich wichtig ist“ (S. 31), nicht gilt.

Sie legen in Ihrem Framing-Manul auf Seite 5 dar:

„In aller Kürze gesagt, liegt also dem Anspruch auf Inklusion eine moralische Weltsicht zugrunde, nach der alle Menschen gleich viel Schutz und Befähigung verdienen, weil sie jenseits von sozialen und finanziellen Privilegien gleichermaßen wertig sind.

Im Umkehrschluss folgt daraus, dass Menschen und Systeme in höchstem Maße unmoralisch handeln, wenn sie Menschen nicht als gleichermaßen wertig sehen und daher Marginalisierungen hinnehmen oder sogar vorantreiben.“

Und Sie gehen noch weiter. Nach Ihrem Framing-Manual ist ein Rundfunk, der nicht den besonderen Auftrag hat, jeden Menschen gleich ernst zu nehmen und in seiner Arbeit zu bedenken, also nicht dem Gleichwertigkeitsprinzip folgt, ein „nichtdemokratischer Rundfunk“ (S. 30 Framing-Manual).

Da Sie, wie wir oben dargelegt haben, Jungen, Vätern und Männern nicht gleich viel Schutz und Befähigung zugestehen, Sie also Menschen nicht gleichermaßen wertig behandeln, Sie also nicht Ihr Gleichwertigkeitsprinzip befolgen „und daher Marginalisierungen hinnehmen oder sogar vorantreiben“ (S. 5 Framing-Manual), ist die ARD streng nach ihrem eigenen Framing-Manual als unmoralisch und nichtdemokratisch zu bezeichnen. Wir gehen deshalb davon aus, dass Sie nichts dagegen haben, wenn wir Sie zukünftig mit diesen Adjektiven belegen.

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Lesermeinungen

  1. Von Daniel

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