Ein Leserbrief zum weiblichen Anspruch, keinen Wehrdienst leisten zu müssen
Die Diskussion um die Wehrpflicht läuft – auch durch unsere Mitglieder anhand von Leserbriefen.
Am 17.11. gab es in der Saarbrücker Zeitung einen Leserbrief, der sich dafür ausgesprochen hatte, dass die Gleichstellung auch für die Wehrpflicht gelten müsse. Zwei Tage später wurde folgende Antwort einer Dame veröffentlicht, die mit archaischen Argumenten dafür eintrat, dass Frauen praktisch jegliche gesellschaftliche Wahlmöglichkeit zugesprochen bleiben müssten, während Männern der Kriegsdienst vorbehalten bleiben solle. Die Dame hatte früher schon einmal zu Pistorius‘ Umfrage zum Wehrdienst geschrieben und gerechtfertigt, dass sie für Frauen nicht verpflichtend sein soll, denn die Frau sei „ein Mann plus“, da sie Kinder auf die Welt bringen könne.
Dienstbefreiung für Frauen ist begründet
Was Sie nicht bedenken, ist, dass Frauen die Kinder auf die Welt bringen und deswegen geschont werden sollen. In Friedenszeiten kann man über x Geschlechter diskutieren, in (Vor-)Kriegszeiten muss man mehr über die übliche Fortpflanzung nachdenken. Daher beruft die Ukraine Männer (Befruchter!) erst ab 25 ein und die Bundeswehr spricht von als männlich geborenen Menschen. Es bleibt den Frauen überlassen, mit Waffen zu dienen, statt sich um Alte, Kinder und Wirtschaft zu kümmern. Doch wenn Männer an der Front kämpfen, lackieren sich die Frauen im Hinterland nicht die Nägel!
Ein MANNdat-Mitglied wollte das nicht so stehen lassen. Sein Leserbrief dazu wurde am 20.11. veröffentlicht:
Doppelmoral und Rosinenpickerei
So habe ich mir das gedacht: Bevor man als Kandidatin in Frage kommt, an der Front von Granaten zerrissen zu werden, nimmt man doch lieber die bislang „frauendiskriminierende“ Care-Arbeit für sich in Anspruch. Aber sonst alle Freiheiten: etwa Kinder zu bekommen oder nicht oder doch zur Bundeswehr zu wollen und dort aufgrund der Frauenquote gegenüber Männern bevorzugt zu werden. Gleichstellung selbstverständlich, aber bitte nur, wenn Frauen profitieren. Andernfalls sehen wir Unterschiede und die Lasten sind für die Männer. Das ist Doppelmoral und Rosinenpickerei.
Quelle Beitragsbild: computer-comic_fotolia_vladwel
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Lesermeinungen
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Allerbesten Dank für die Darstellung des Wortgefechts und danke für die beherzte Replik auf den verächtlichen Kommentar, der mich in Ton und Inhalt irgendwie an die deutsche Wochenschau erinnert. Naja, Schwamm drüber. Eigentlich will ich anmerken, dass ich mich durch die Gleichsetzung von Mann und Befruchter durchaus objektifiziert fühle, und zwar erheblich und aufs Übelste, v.a. im Hinblick auf die zweite zugewiesene Rolle als zwangsweiser Frontkämpfer. Wer immer diese Hetze und diesen Hass verbreitet, hängt allemal antiquierten Geschlechterrollen an und denkt üblicherweise über Fortpflanzung nach, manchmal vielleicht auch über etwas anderes. Wie dem auch sei: Wir. Dienen. Gleichstellung.
Klügere Feministen schweigen zu dem Thema, denn sie wissen, dass sie argumentativ nicht gewinnen können.
Ich kontere ja gerne mit „Wehrpflicht nur für Männer, weil Frauen Kinder gebären können? Plädieren sie für eine Gebärpflicht für Frauen?“
Im Übrigen ist die Unterscheidung zwischen Friedenszeiten- / Kriegszeiten totaler Quatsch. Wehrpflichtige müssen jeden Tag damit rechnen, dass der Krieg rein theoretisch ausbricht. Alle Wehrpflichtige – selbst in „Friedenszeiten“ – sind dediziert, den Kopf im Ernstfall hin zuhalten.
Selbst Söldner, die sich freiwillig und gegen sehr gutes Geld verpflichten, können nicht im Kriegsfall außerordentlich „kündigen“ und sagen: achso, ne danke, jetzt ist Krieg, da ist mir das Lebensrisiko doch zu hoch.